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Interviews
Englische Limited als GesellschaftsformInterview mit Rainer von HolstPresseAnzeiger: Englische Limiteds sind seit längeren eine mögliche Gesellschaftsform für deutsche Firmen. Welche Vorteile ergeben sich daraus für Firmen? Rainer von Holst: In den vergangenen drei Jahren sind rund 50.000 Limiteds von deutschen Unternehmern gegründet worden. Die Limited ist in Deutschland somit fest etabliert. Die Vorteile: Ausnutzung des englischen Rechts, eine hohe Flexibilität, eine große Deregulierung und wenn man sich richtig beraten lässt, kann man ganz legal sehr viele Steuern sparen. Die Limited ist die beste Firmenform in Europa. Keine deutsche Firmenform hat das Potenzial einer Limited. Es gibt auch keine deutsche Firmenform, die der Limited nahe kommt. Der Vergleich Limited - GmbH ist Blödsinn. Aber: Wer keinen Führerschein hat, sollte auch keinen Ferrari fahren. PresseAnzeiger: Kann man als deutsche Firma anonym auf dem Markt agieren, also ohne eigenen Adresse und ohne Nennung der Geschäftsführung? Rainer von Holst: Eine englische Limited kann generell nicht "anonym" in Deutschland geführt werden. Die Regeln sind eindeutig: Wer für seine Limited in Deutschland keinen Gewerbeschein hat, wer sie nicht ins Handelsregister eintragen lässt, ohne Steuernummer arbeitet, agiert illegal und wird ordnungspolitisch verfolgt. Also muss für das Unternehmen, das in England gegründet wurde, dort ein "Registered Office" und einen Sekretär hat, in Deutschland eine selbstständige oder unselbstständige Zweigniederlassung gegründet werden. Das schreibt das deutsche Handelsgesetzbuch vor. PresseAnzeiger: Was sind die häufigsten Verstöße einer engl. Limited? Rainer von Holst: Da man in zwei Rechtsräumen - in England und Deutschland - arbeitet, muss man beide Rechtsräume auch gut kennen. Die schnelle Gründung zu Billigpreisen im Internet hat fatale Folgen. Die Firmen werden ab ihrer Gründung miserabel geführt, Beratung vor einer Gründung findet nicht statt, Begleitung nach der Gründung gibt es nicht. Der Gründer ist eine Nummer, den man abkassieren kann. Das existierende System kann nicht funktionieren: Wie will eine Gründungsagentur eigentlich leben, wenn eine Gründung nur 49, 89 oder 250 Euro kostet? Die durchschnittliche Beratungsstunde in Deutschland für Steuerberater und Rechtsanwälte liegt bei 125 Euro. Eine Firmengründung dauert aber, selbst wenn wir modernste Techniken und den direkten Kontakt zum englischen Handelsregister haben, mit allen nötigen Unterlagen mindestens fünf Stunden. Die weitere Betreuung kostet Zeit und Verantwortung: Annual Return, fehlende Steuerunterlagen - die Latte der Verstöße kann schnell sehr lang werden. Wir stellen täglich fest, dass der deutsche Besitzer oftmals gar nichts für die Probleme kann. Die Arbeit der Agenturen ist schlecht, unmotiviert und fehlerhaft. Da sitzen Hilfskräfte, die überhaupt nicht wissen, welche Tragweite ihr Handeln hat. Deshalb haben wir bei Firmenwelten alle Arbeiten, die unmittelbar mit einem Unternehmen zu tun haben, das wir gegründet haben, bei Fachleuten gebündelt. So weiß der Gründer in jeder Minute, was hinter den Kulissen seiner Firma los ist.
Seite 1 von 2 - lesen Sie weiter > Datum: 20.06.2007 Rainer von Holst ist Partner des Beratungsunternehmens von Holst & Kollegen. Das Unternehmen ist als "Company Solution Provider" spezialisiert auf die Lösung komplexer Problemstellungen von Unternehmen jeder Art. Die in dem Netzwerk tätigen Juristen, Rechtsanwälte, Steuerberater, Analytiker und Unternehmensberater sind auch für das Unternehmen Firmenwelten Limited tätig. Von Holst veröffentlicht im Herbst das Fachbuch: "Die Limited in deutscher Hand", in dem umfassend Fallbeispiele von Limited-Gründungen durch deutsche Unternehmer beschrieben werden. Er nimmt Gründungsagenturen unter die Lupe und wird einen kompletten Überblick über das richtige Gründen und Führen von Limiteds geben. Daneben sind aktuelle Urteile und Gesetze verfügbar. Von Holst leitet auch den "Arbeitskreis Limited" zur Zertifizierung der Gründung und Führung von Limiteds in Deutschland in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Normung (DIN).
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