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Interviews
Englische Limited als GesellschaftsformInterview mit Rainer von HolstPresseAnzeiger: Wieso informieren die englischen Behörden die Unternehmen nicht wenn es Probleme gibt? Rainer von Holst: Im Gegenteil: Kein europäisches Land informiert so umfangreich wie England. Die Firmen werden von den Behörden mehrfach auf ihre Pflichten schriftlich hingewiesen. Vor Ablauf der fristen werden die Unternehmen mindestens zweimal angeschrieben und auf fällige Termine hingewiesen. Das Problem liegt woanders: Wenn ein Unternehmensgründer unter einer Briefkastenadresse 16.000 Limiteds registriert hat und das Büro nicht einmal besetzt ist, dann wird die Post auch nicht weitergeleitet. Ein Rechenbeispiel: Bei nachweislich mehr als 16.000 registrierten Firmen laufen pro Jahr rund 80.000 Briefe auf. Bei sechs Posttagen in der Woche sind das 312 Posttage. Also erreicht dieser Briefkasten mehr als 256 Briefe pro Tag. Dafür benötigt man ein voll ausgestattetes Büro, wenn die Arbeit seriös getan werden soll. Das gibt es nicht, also werden diese Briefe wahrscheinlich unbeantwortet entsorgt. So entstehen Probleme für den deutschen Besitzer, von denen er oft nichts weiß. PresseAnzeiger: Welche konkreten Auswirkungen hat die Löschung einer Limited? Rainer von Holst: Im besten Fall nur ein paar hundert Pfund Geldstrafe. Aber die Realität sieht so aus: Ein deutscher Unternehmer gründet ein Unternehmen, arbeitet mit ihm, versäumt seine Fristen, weil er schlecht oder gar nicht informiert wird und arbeitet weiter. Unterdessen landet sein Unternehmen auf der Schwarzen Liste, die bei Firmenwelten jede Woche aktuell veröffentlicht wird. Am Ende steht die Löschung. Faktum ist, dass von den rund 15.000 in Deutschland beim deutschen Handelsregister registrierten Unternehmen rund 60 Prozent in England in Problemen stecken. Viele von ihnen sind in England bereits gelöscht. Ist die Firma erst einmal gelöscht, darf auch eine selbstständige Zweigniederlassung in Deutschland nicht weiter arbeiten. Sie wird als Einzelfirma mit allen Konsequenzen behandelt. Und dann entstehen genau die Probleme, die der Unternehmer gar nicht wollte. Die englische Krone kann obendrein pfänden und den möglichen Besitz der Firma ohne Schadensersatzleistung konfiszieren. PresseAnzeiger: Werden wirklich hohe Strafen gegen die Unternehmen verhängt? Rainer von Holst: Ja. Und zwar bereits einen Tag nachdem eine Frist verstrichen ist. Eine Verschonung, Stundung oder Nachverhandlung ist nicht möglich. PresseAnzeiger: Was bedeutet die Löschung einer Firma für die Kunden? Und wie können diese sich schützen? Rainer von Holst: Wir bei Firmenwelten haben ermittelt, dass mehr als 90 Prozent aller Firmengründungen zumindest ein ernsthaftes Problem haben, das schnell behoben werden muss. Wir arbeiten täglich an solchen Problemlösungen und wissen, dass es ein anderes grundsätzliches Manko in Deutschland gibt. Deutsche Steuerberater, Notare und Rechtsanwälte haben die Limited bewusst schlecht geredet, weil sie finanziell unattraktiv ist. Viele haben keine Kenntnis über die rechtlichen Fragen und genießen ihre Vorurteile. Das ist sehr einfach. Also ist auch die fachliche Beratung entsprechend schlecht. Die Folge: Die deutschen Limited-Unternehmer wissen oft gar nicht, an wen sie sich wenden sollen. Firmenwelten übernimmt diese Beratungen und wird ab Herbst bundesweit Limited-Aktionstage mit der Limited- Akademie durchführen. Einen wirklichen Schutz gibt es nur, wenn die deutschen Limited-Besitzer sich von unfähigen Gründungsagenturen sofort trennen und endlich Qualität, Service und gute Beratung in den Vordergrund stellen. PresseAnzeiger: Wie schätzen Sie die Entwicklung in den nächsten Jahren ein? Rainer von Holst: Die schlechte und unnötige GmbH-Reform wird der Limited nicht schaden. Wir benötigen aber endlich Standards für die Gründung und Führung von Limiteds in Deutschland. Firmenwelten arbeitet an diesen Standards. Deshalb haben wir die Premium-Limited eingeführt, die einzige Limitedgründung in Deutschland, die allen Rechtsanforderungen gerecht wird. Wir benötigen Partner, die nicht sagen, was nicht geht, sondern die begreifen, dass die Limited ein Stück gemeinsames Europa ist. Sie ist eine der ältesten Firmenformen der Welt. Ihr gebührt Respekt. Von denen, die eine Gründung anbieten, von denen, die sie gründen und von allen, die unmittelbar und mittelbar damit zu tun haben. Das Potenzial der Limiteds in Deutschland liegt nach unserer Einschätzung mittelfristig - insbesondere nach der GmbH-Reform - bei 250.000 Gründungen.
< zurück - Seite 2 von 2 Datum: 20.06.2007 Rainer von Holst ist Partner des Beratungsunternehmens von Holst & Kollegen. Das Unternehmen ist als "Company Solution Provider" spezialisiert auf die Lösung komplexer Problemstellungen von Unternehmen jeder Art. Die in dem Netzwerk tätigen Juristen, Rechtsanwälte, Steuerberater, Analytiker und Unternehmensberater sind auch für das Unternehmen Firmenwelten Limited tätig. Von Holst veröffentlicht im Herbst das Fachbuch: "Die Limited in deutscher Hand", in dem umfassend Fallbeispiele von Limited-Gründungen durch deutsche Unternehmer beschrieben werden. Er nimmt Gründungsagenturen unter die Lupe und wird einen kompletten Überblick über das richtige Gründen und Führen von Limiteds geben. Daneben sind aktuelle Urteile und Gesetze verfügbar. Von Holst leitet auch den "Arbeitskreis Limited" zur Zertifizierung der Gründung und Führung von Limiteds in Deutschland in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Normung (DIN).
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Firmenwelten Limited
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