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Mobbing am Arbeitsplatz

Interview mit Axel Quandt

PresseAnzeiger: Das Thema Mobbing ist in letzter Zeit wieder sehr populär geworden. Woran liegt das?

Axel Quandt: Mobbing findet häufig statt, allerdings aller Wahrscheinlichkeit nach nicht deutlich häufiger als in früheren Jahren. Leider wird der Begriff teilweise inflationär verwendet, mitunter auch missbräuchlich. Längst nicht alle zwischenmenschlichen Probleme und Spannungen in der Arbeitswelt lassen sich diesem Begriff zuordnen, oft auch dann nicht, wenn sich destruktive, ungerechte und gehässige Verhaltensweisen damit verbinden. Diese Tendenz der inflationären Begriffsverwendung ist sehr schädlich, denn sie erschwert die Bemühungen, den wirklichen Mobbingopfern zu helfen. Wir legen daher in unseren Seminaren auch Wert auf den Tagesordnungspunkt "Was Mobbing nicht ist". Die Antwort auf Ihre Frage besteht also aus zwei Aspekten. Die zunehmende Popularität des Themas liegt also zum einen darin, dass der Begriff sich auch für missbräuchliche Instrumentalisierungen eignet. Und zum anderen führt gerade dieser Umstand auch dazu, dass sich ein verstärktes Bedürfnis nach objektiver Aufklärung entwickelt, denn es gibt auch in grossem Umfang "wirkliches Mobbing", und viele Menschen haben daher ein zunehmendes Interesse daran unterscheiden zu können bzw. unterscheiden zu lernen.

 

PresseAnzeiger: Ist Mobbing eher ein Problem in grossen oder in kleinen Firmen?

Axel Quandt: Mobbing kommt überall vor, im Zweifel aber eher häufiger in grösseren Firmen. Dafür gibt es zwei Gründe, einen positiven und einen negativen: Mobbingvorkommnisse sind den objektiven Organisationszielen insgesamt schädlich - ein betriebswirtschaftlicher Negativfaktor. In einer Atmosphäre der Angst sinkt das Leistungsniveau. Das ist unumstritten. Faktisches Controlling aber (und ich rede hier nicht von subtilen Managementprozessen, sondern vom subjektiven Überblick der Betriebseigentümer) ist in Kleinbetrieben leichter und viel wirksamer. Mobber kommen dann schlechter zum Zuge, werden wirksamer gestoppt. Negativ für potentielle Mobbingopfer in Kleinbetrieben ist jedoch folgendes: Ist nämlich der Unternehmer selbst der potentielle Mobber, dann kommt es häufig garnicht erst zur Entfaltung eines klassischen Mobbing-Geschehnisprozesses. Stattdessen erfolgt in der Mobbing-Vorphase eine Art "Axthieb" bzw. der Betroffene wird einfach entlassen. Die Hürden des Kündigungsschutzgesetzes gelten nur für Betriebe mit einer gewissen Grösse. Auch fehlen in Kleinbetrieben vglw. häufiger tarifrechtliche Bindungen und Betriebsräte. Dies alles führt -in negativer Kausalität- dazu, dass in Kleinbetrieben Mobbing eher weniger oft vorkommt als in grösseren Betrieben.Insofern geht es in Kleinbetrieben mitunter auch noch "härter" zu als in Grossbetrieben, und die dort geringeren Mobbingquoten sind z.T. nur ein indirektes Begleitphänomen.

 

PresseAnzeiger: Gibt es einen pauschalen Schutz, um nicht gemobbt zu werden?

Axel Quandt: Nein. Gäbe es diesen und würde ich ihn kennen, dann würde ich ein Patent anmelden. Der Friedensnobelpreis wäre in Griffnähe.

 

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Datum: 26.06.2007

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