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Studie offenbart Schwächen der VerlagswebsitesInterview mit Christoph BursegPresseAnzeiger: Regieren in deutschen Verlagszentralen immernoch die berüchtigten Email-Ausdrucker? Christoph Burseg: Diese habe ich in meiner Verlagszeit nicht mehr in der Regierung erlebt. Man ist aufgeschlossen und gespannt auf das Internet - teilweise sogar mit tollen Ideen ausgerüstet. Diese Diskussion gehört mehr und mehr der Vergangenheit an. PresseAnzeiger: Ist das eigentliche Problem, dass die Verlage durch das Internet an Relevanz eingebüßt haben? Im Zeitungskiosk haben die großen Verlage über 90 Prozent Anteil, bei Google Ihrer Studie zufolge nur 5 Prozent... Christoph Burseg: Ja - man erwartet quasi die Übertragung einer Markenstärke von Offline nach Online. Diese Garantie gibt es im Internet aber nicht. Jeder gute Inhalt - nahezu egal wo veröffentlicht - hat das Zeug zu einer "Display-Positionierung" in Google. Ein Teil davon bestimmt der Inhalt - aber einen großen Teil macht auch die (technische) Erreichbarkeit und Optimierung der Veröffentlichungsquelle aus.) PresseAnzeiger: Ein gutes Viertel der Zugriffe auf deutschen Nachrichtenwebsites kommen von Google-Objekten, drei Viertel der deutschen Internetnutzer suchen mit Google. Können die Verlage es sich überhaupt leisten, ihre Inhalte aus dem Google-Index zu entfernen? Christoph Burseg: In meinen Augen nicht. Es gibt einfach keine Alternative zu Gatekeepern wie Suchmaschinen. Hinzu kommt, dass mir noch nicht der richtige Grund untergekommen ist, warum man dies tun sollte. Dass kein Geld verdient werden kann mit Google ist falsch. Große Adsense-Kunden, dem Google-Dienst zum "Geldverdienen", können dies mit regelmäßigen beträchtlichen Schecks bestätigen. Wenn ich als Verleger ein gutes Viertel meiner Besuche über eine Suchmaschine bekomme, ist anzunehmen, dass diese Besucher auch Banner-Anzeigen sehen/klicken und damit qualitativ nicht gerade unerwünschter sind als andere Besucherquellen. Wer sich jedoch gegen Google stellt, verpaßt die Chance, sich sauber und nachhaltig im Internet aufzustellen. Datenkraken gibt es auch ohne Google, Einsichten in Geschäftsgeheimnisse bekommt man wahrscheinlich einfacher über Soziale Netwerke, wenn man nach Mitarbeitern sucht, die in "ehemalige Firmen" den Mitbewerber als Namen tragen ... Der Respekt vor Google ist sicherlich sehr sinnvoll aber der Gedanke der Reaktion sollte ein anderer sein.
Seite 1 von 2 - lesen Sie weiter > Datum: 14.09.2009
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