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Interviews
Kampf gegen Kinderschänder an mehreren FrontenInterview mit Michael KappePresseAnzeiger: Das Thema Kindesmissbrauch ist durch die Vorfälle im Jesuitenkolleg leider wieder aktuell.Wieso kommt es gerade in der Institution Kirche immer wieder zu solchen Fällen? Michael Kappe: Da spielen viele Faktoren zusammen. Es gibt gerade in der Kirche (ungewollt) besondere Anreize für Pädophile. Der Beruf des Pfarrers ist gesellschaftlich hoch angesehen. Die Bereitschaft über "Vorfälle" zu reden ist in der Vergangenheit gleich Null gewesen. Die Kirche hat stets versucht, solche "Angelegenheiten" intern zu regeln - und es damit immer schlimmer gemacht. Es bringt auch herzlich wenig, einen pädophilen Pfarrer zu versetzen, wenn dieser in der neuen Stelle auch wieder mit Kindern arbeiten darf. Ich persönlich vermute, dass auch der Schutz durch die Kirche für nicht wenige eine grosse Rolle spielt. Kindesmissbrauch ist auch in den Augen der Kirche Sünde, aber der Sünder fällt in der Kirche doch eher weich. Ob andere Begleitumstände ebenfalls eine Rolle spielen (Zölibat etc.) vermag ich nicht zu beurteilen. PresseAnzeiger: Von wie vielen Betroffenen von Kindesmissbrauch kann man insgesamt sprechen und wie hoch ist die Dunkelziffer? Michael Kappe: Allein in Deutschland ca. 16.000 Fälle jährlich, die der Polizei bekannt werden. Die Dunkelziffer schätzen wir als mindestens 10-15 Mal so hoch ein. PresseAnzeiger: Das Internet bietet mit seinen Angeboten von sozialen Netzwerken etc. viele Möglichkeiten für Pädophile, mit potenziellen Opfern in Kontakt zu treten.Wie kann man die Kinder speziell hier schützen, wo viele leichtsinnig mit Daten und Bildern umgehen? Michael Kappe: Ganz wichtig ist die frühzeitige Aufklärung der Kinder durch die Eltern, die Schule etc. Solche Themen gehören bereits in die Grundschule. Kinder sind immer etwas unbedarft, was die Erkennung von Gefahren und das Einschätzen von Risiken angeht. Daher ist der sorglose Umgang mit persönlichen Daten nicht verwunderlich. Für bereits auffällig gewordene Pädophile würden wir einen kontrollierten Internetzugang und ein Nutzungsverbot sozialer Netzwerke befürworten, ähnlich wie in den USA. Der Begriff "soziales Netzwerk" müsste dann allerdings erst einmal vernünftig definiert werden.
Seite 1 von 2 - lesen Sie weiter > Datum: 04.03.2010
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Pressemitteilung von:
CareChild e.V.
CareChild ist eine 1997 gegründete, als gemeinnützig anerkannte und spendenfinanzierte, Kinderschutzorganisation mit Sitz in Münster. Zu den satzungsgemässen Aufgaben gehört das aktive Vorgehen gegen Kinderpornografie / sexuelle... mehr »
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