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IPv6 kann Netzwerke vereinfachen

Interview mit Benedikt Stockebrand

PresseAnzeiger: Welche bekannten Dienste verändern sich durch die Umstellung - Ist damit beispielsweise DHCP Geschichte?

Benedikt Stockebrand: Eigentlich ändert sich auf der Anwendungsseite wenig. Gerade bei DHCP (Dynamic Host Configuration Protocol) stellt IPv6 aber für die Adressvergabe, die mit IPv4 immer wieder zu Problemen führt, eine deutlich robustere Alternative zur Verfügung. Auch andere Anwendungen, wie IP-Telefonie mit SIP und H.323, profitieren davon, dass sie auf aufwendige und störanfällige Mechanismen verzichten können, die in Verbindung mit IPv4 notwendig sind, um dessen Einschränkungen zu überwinden.

 

PresseAnzeiger: Müssen neue Router und Firewalls angeschafft werden?

Benedikt Stockebrand: Bei Firewalls sollte wenn notwendig ein Software-Update sicherstellen können, dass IPv6 unterstützt wird, aber nicht alle Hersteller stellen schon solche Updates zur Verfügung. Bei Routern gibt es ähnliche Zusammenhänge. Außerdem lässt sich bei sehr kleinen Routern im Consumer- und SoHo-Umfeld gelegentlich keine neue Soft- oder Firmware einspielen und bei sehr großen Routern, die spezielle Beschleuningungs-Hardware enthalten, müssen möglicherweise Komponenten ausgetauscht werden. Es ist damit unumgänglich, die IPv6-Fähigkeiten der vorhandenen Geräte möglichst frühzeitig zu überprüfen.

 

PresseAnzeiger: Ist es nicht für Unternehmen ein Sicherheitsrisiko, wenn nicht mehr eine IP-Adresse nach außen für ein Netzwerk steht, sondern jedes Gerät direkt ansprechbar ist?

Benedikt Stockebrand: Das ist ein Missverständnis: IPv6 bringt genug Adressen mit, um fast beliebige Mengen von Geräten direkt ansprechbar zu machen, es zwingt aber niemanden dazu, diese Möglichkeit zu nutzen. Auch mit IPv6 sollte in Unternehmen die Mehrheit aller Geräte hinter einer Firewall angeschlossen sein, die die Adressen der internen Geräte nach außen verbirgt.

 

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Datum: 07.04.2010


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