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Interviews
Hälfte der Deutschen frühjahrsmüdeInterview mit Prof. Dr. Werner HaberboschPresseAnzeiger: Herr Professor Haberbosch, müssten Sonne und sprießende Gräser nicht eher Kräfte und Aufbruchstimmung freisetzen? Prof. Dr. Werner Haberbosch: Vielen Menschen geht es ja so: Sie freuen sich auf die warme Jahreszeit, auf ihren Garten und über jede Knospe am Baum. Die ersten Sonnenstrahlen erzeugen ein wohliges Gefühl, man sieht Leute mit geöffnetem Kragen auf Parkbänken sitzen, das Gesicht der Sonne zugewandt in Vorfreude auf den Sommer. Aber die Freude wird oft getrübt, über die Hälfte der Deutschen klagt über Frühjahrsmüdigkeit. Viele Experten sehen die Ursache der Beschwerden im Hormonhaushalt. Es ist aber nicht sicher, ob das Schlafhormon Melantonin und das Glückshormon Serotonin an der Frühjahrsmüdigkeit Schuld sind. Es gibt noch wesentlich mehr Veränderungen, die in Betracht gezogen werden können. Im Winter begibt sich der Mensch in eine Art Mini-Winterschlaf, die durchschnittliche Körpertemperatur sinkt im Mittel leicht ab, und steigt im März wieder an. Und dieser Temperaturanstieg benötigt Energie. Außerdem werden wegen der längeren Tage Endorphine freigesetzt (auch "Glückshormone" genannt) und es kommt zur vermehrten Produktion von Sexualhormonen - deshalb spricht man augenzwinkernd von "Frühlingsgefühlen". Diese Veränderungen brauchen Energie, das erzeugt bei manchen Menschen das Gefühl von Müdigkeit. PresseAnzeiger: Wurde in der angesprochenen Studie auch abgefragt, wie abgeschlagen und antriebslos sich die frühjahrsmüden Menschen in den anderen Monaten des Jahres fühlen? Prof. Dr. Werner Haberbosch: Es existieren wenig seriöse Studien, die den Einfluss des Wetters auf die Stimmungslage untersucht haben. Es ist in der Tat so, dass es diesbezüglich sehr starke individuelle Schwankungen gibt. Der durchschnittliche Effekt des Wetters auf die Stimmungslage scheint eher gering zu sein. Essgewohnheiten, Gewicht und durchschnittliche körperliche Aktivität scheinen hier wesentlich wichtiger zu sein, auch der soziale Status, Familie usw. PresseAnzeiger: Verstärkt die Umstellung auf die Sommerzeit die Symptome? Prof. Dr. Werner Haberbosch: Diese Frage kann nur theoretisch beantwortet werden. Klar ist, dass Hormone den Schlaf-Wach-Rhythmus steuern und dass eine erzwungene Änderung dieses Rhythmus Auswirkungen auf die "innere Uhr" hat. Es dauert Tage bis Wochen, bis sich der Körper an die Veränderungen angepasst hat. Das kann Müdigkeit oder Trägheit durchaus steigern.
Seite 1 von 2 - lesen Sie weiter > Datum: 20.04.2010
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Pressemitteilung von:
Nils Birschmann
SRH Bildung & Gesundheit Die SRH ist ein führender Anbieter von Bildungs- und Gesundheitsdienstleistungen. Sie betreibt bundesweit private Hochschulen, Bildungszentren, Schulen und Krankenhäuser. Mit 7.600 Mitarbeitern... mehr »
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