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Ausstellung: Berlershaut im Art Center Berlin / 2.4.-10.5.09

Berlershaut und seine Philosophie von der „Kunst vor der Kunst“ „Die Öffnung der geistigen Begrenztheit ist der Beginn und das Entstehen von Kunst im Allgemeinen“, sagt Berlershaut und setzt an zu einem seiner geistigen Höhenflüge, die aus dem Unternehmen Kunst das Abenteuer Utopia machen: „Der Künstler als Umwandler und Transporteur der geistigen, nicht wirklich greif- und sichtbaren Materien wird durch deren Materialisierung, also durch das Schaffen der eigentlichen Kunstobjekte, selbst Bestandteil und Inhalt dieser Objekte, die damit eine individuelle Leibhaftigkeit erhalten.“



Viel erzählt Berlershaut über seine Kunst und die Funktion des Künstlers an sich, wenig über sein eigenes Leben, seine künstlerische Laufbahn. Seine Gedanken zu Kunst und Künstler und natürlich vor allem seine Werke - die hier im Art Center gezeigten Mischtechniken - mögen somit für die sonst obligatorische Künstlervita stehen, die Kunstausstellungen in der Regel begleitet. Ihr Fehlen entspricht Berlershauts Vorstellung von der energetischen Wechselwirkung zwischen Kunstwerk und Künstler: auch ohne selbst präsent zu sein werden Kunstwerke allein in der Person des sie kreierenden Künstlers und der ihm wirkenden Energiefelder sichtbar. Umgekehrt inkarniert sich der Künstler selbst in seinen Kunstobjekten und wird durch sie sichtbar, ohne dass es seiner Anwesenheit bedarf. Berlershaut führt diese Betrachtung zeitdimensional noch weiter: so können Kunstobjekte, die bereits Hunderte von Jahren alt sind, einen lebendigen Bezug zwischen ihrem gegenwärtigen Betrachter und zum Künstler der Vergangenheit herstellen. Ein entsprechend mental offener Künstler von Heute vermag die Energien der künstlerischen Vergangenheit zu reflektieren und durch deren Aufnahme in seine Werke die heutige Kunst zu beeinflussen.
Doch nicht nur zeitlich, sondern auch örtlich will Berlershaut seinen Kunstbegriff ausgedehnt wissen: so sei die bisher auf unserem Planeten entstandene Kunst einschließlich der noch zukünftig entstehenden Objekte im Vergleich zu der tatsächlich entstandenen Kunst in anderen Planetensystemen mindestens 44 Lichtjahre (oder 418 Billionen Kilometer) von uns entfernt und daher fast nicht erwähnenswert. Man müsse daher die Kunst unseres Planeten in Bezug setzen zu den in Größe und Bedeutung unendlichen Objekten der fernen Planeten, die hinsichtlich Farbe, Material, Form, hinsichtlich ihrer energetischen Schwingungen „wie das Leben selbst“ sind. Als Künstler sieht Berlershaut sich jedoch in der Lage, ein Abbild dieser jenseits unseres Planeten und unseres Vorstellungsvermögen liegenden Kunst zu liefern, Distanzen wie 418 Billionen Kilometer spielen dabei keine Rolle: „Die geistige Grundvoraussetzung für die Öffnung zur Unendlichkeit muss aber jeder Interessierte in Form der inneren geistigen Auseinandersetzung und in der meditativen Hingabe und Hinwendung zum erforschenden Objekt nach Möglichkeit erst erlangen.“
Der Künstler also als kosmischer Mittler zwischen Zeit und Raum, Vergangenheit und Zukunft, dem Planeten Erden und anderen Galaxien, zwischen Endlichem und Unendlichem. Der Künstler als Philosoph, der von einer neuen Kunst kündet und, da er die zeitlich oder räumlich ferne (Kunst)-Energie aufnimmt, speichert und zu Kunst werden lässt, selbst zur Energiequelle wird. Doch kann auch er wie der ungeübte Betrachter die Unbegrenztheit räumlicher und zeitlicher Dimensionen nur erfassen, wenn Ratio und logische Denkbemühungen verlassen werden. Berlershaut plädiert in diesem Sinn für eine neue Kunst, eine, die in ihren vielfältigen Ausformungen schon immer da war, bevor sie vor Jahrhunderten, Jahrtausenden als „Kunst“ existentiell, institutionell und intellektuell dingfest gemacht wurde. Diese „Kunst vor der Kunst“ ist für ihn die eigentliche Kunst.

Elementarteilchen von ihr, entstanden in den letzten Jahren, sind im Art Center zu sehen: spiralige und verschlungene Gebilde, die sich scheinbar ziellos über große, bunt bemalte Leinwände hinwegbewegen, graffitiartige Strukturen auf weiten Farbfeldern, plastische Formen, die aus der Leinwand eine Spielzeugarchitektur machen. Fröhliche Primärfarben, die Signalwirkung haben, dominieren.
Nicht zuletzt betrachtet Berlershaut Kunst als Allgemeingut: denn allein durch das Betrachten eines Kunstwerks geht dessen Energie, unabhängig von seinem Eigentümer, über in den Besitz des Beschauers - so wie eine Melodie, die sich einmal dem Gehör eingeprägt hat, derart in den Geist des Hörers eingeht, dass dieser sein Leben lang die Melodie behalten und an die nächste Generation weitergeben wird.. „Airport safety check - capital international“ steht auf einem von Berlershauts Bildern. Kunst als internationales Kapital - Sicherheitskontrolle geboten.

Die Ausstellung läuft vom 2. April bis 10. Mai 209 im Art Center Berlin. Berlin, 02.04.2009

05.04.2009 17:11

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