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Gesellschaft & Kultur
OKER ART – Zeitgenössische Kunst aus Norwegen im Art Center Berlin / 14. Mai 2009 – 14. Juni 2009Berlin, den 20.04.2009
Die Ausstellung OKER ART wird am 14. Mai um 19:30 Uhr durch den norwegischen Botschafter Sven Erik Svedman eröffnet.
Knapp zwanzig Künstler, knapp zwanzig verschiedene Stile, künstlerische Ausdrucksformen und Techniken - von der Malerei, Grafik und Skulptur bis hin zur Fotografie, Objektkunst, Keramik und Installation: „Grenlandskunstnerne Oker” ist eine Gruppe von 19 Künstlern, die alle im Bezirk Grenland in der südnorwegischen Provinz Telemark leben und arbeiten - mit gut 100.000 Einwohnern Norwegens siebtgrößtes Siedlungsgebiet inmitten bezaubernder Landschaft. Als etablierte bildende Künstler, die zum größten Teil in Norwegen geboren wurden, haben sie schon umfangreich ausgestellt und etliche private und öffentliche Aufträge erhalten. Einige von ihnen unternahmen ausgedehnte Auslandsreisen. Die Vielfalt der Persönlichkeiten und ihrer Stile wird geeint durch den individuellen Charakter der Gruppe, die alle Facetten der bildenden Kunst für sich ausbeutet und dabei diverse Stadien der kunstgeschichtlichen Entwicklung der Moderne zwangsläufig reflektiert. „Grenlandskunstnerne Oker” - das ist ein hintersinniger, zum Teil verspielter und humorvoller, zum Teil höchst poetischer Umgang mit der Realität und den Bildern, die über sie entstehen, sowie mit den Möglichkeiten von Kunst generell - übertragen in eine frische moderne visuelle und haptische Sprache. Anfang der 1980er Jahre wuchs international das Interesse für norwegische zeitgenössische Kunst, was teilweise auf das Erscheinen relativ vieler guter norwegischer Künstler zurückzuführen war. Optimismus, Energie und Aktivität in der norwegischen Kunst nahmen zu. Die Künstler bekamen in zunehmendem Maße staatliche Unterstützung , was auch bildnerische Experimente förderte. Dennoch kamen und kommen für die norwegische bildende Kunst wesentliche Einflüsse aus dem Ausland - die periphere Lage des Landes ist dafür zum Teil mitverantwortlich. Unter anderem mussten die norwegischen Künstler - wie einst Edvard Munch (1863-1944) oder Johan Christian Dahl (1788-1857) - ins Ausland reisen, um sich technische wie thematische Anregungen zu holen. Doch haben sie immer einen neugierigen Blick auf die Außenwelt und auf außernorwegische Kunst geworfen. Er wird auch sichtbar bei jenen zeitgenössischen Künstlern, die das Art Center in einer Gruppenausstellung zeigt. Die meisten Kunstwerke der Gruppe kann man als figurativ-symbolisch bezeichnen: in Sølvi Strands zarttoniger Fotografie ”Haus” steht eine durchsichtige Schilfrohrhütte vor einer verschneiten Stadtlandschaft, die ”Durchblicke” gewährt auf das, was ”hinter ihr liegt” auf die Urbanisierung von Landschaft durch Menschenhand und die damit zwangsläufige Zerstörung der Natur. Jörn Roeim fotografiert auf einem öden Acker einen alten Stuhl, dem er Hemd und Regenschirm als Attribute beigegeben hat. Die Leere seiner Fotografie steht in Kontrast zum urbanen Realismus des Nordamerikaners Roman Scott, der schon länger in Norwegen lebt und in seinem von bunten Neonreklamen schimmernden Ölbild „Chinatown” einen Aspekt amerikanischer Großstädte beleuchtet. In Unni Spakmos Acrylbild „By the Lighthouse” („Am Leuchtturm”) verschwimmen dagegen figürliche Elemente zu abstrakten, während die Farben die glühende Intensität von Bleiglasfenstern erreichen. ”Palmdance“ von Margrete Reiten Danielsen beleuchtet den Akt des Malens an sich, während die Autodidaktin Lise Sondbø Hansen leuchtende Farben bei ihrer expressiven Schilderung der norwegischen Insel Gammelgard einsetzt. Der Mensch steht im Mittelpunkt in Nina Reschs Acrylbild „Don’t ask“, dessen Farbauftrag die Künstlerin durch graffitiartige Strukturen aufgebrochen hat, und wird in Gullveig Irene Herres „Dashing Forward”, das auf dekorativen Linien und Farbflächen basiert, zur stilsierten Körpersprache einer vorwärts preschender Figur. Kristin Hostvedts lässt den weiblichen Akt als frivole Rückenansicht in „Shady Lady“ gleich -zigfach vor dem Betrachter Revue passieren, während Kari Gishold Noddelands expressiv stilisiertes Kopfporträt einer „Inderin“ an etruskische Vasenmalerei erinnert und in seiner expressiven Stilisierung archaisch und moderne zugleich wirkt. Aud Gisholt hingegen hat die männliche Figur in einer Holzskulptur zum kubischen „Torso“ abstrahiert, in Günter Winkelmanns Acrylbild „Break way“ bricht sie als urzeitliches Geschöpf aus einem grellroten Rahmen. Auch der gebürtige Duisburger Manfred Evertz , der seit dreißig Jahren in Norwegen lebt, bleibt figurativ in seinem Objekt „Baugen“. Tone Aasland Bakkes mit kreidigen Tönen arbeitende informelle Malerei evoziert Erinnerungen an einen Sommertag, so der Titel ihres großen quadratischen Acrylbildes, zum gestisch-expressiven Ausdruck tendiert auch Elin Mofossbakkes „Good-bye“. Turid Schelvers „Debütanten“ erweckt mit der verspielt-naiven Wiedergabe zweier Klavier spielender Hände aus der Vogelperspektive Assoziationen an die dekorative fauvistische Malerei von Raoul Dufy und Henri Matisse, während die mit Armreifen behängte Hand von Torunn Myranns Steinskupltur an die ironischen anspielungsreichen Objekte der Surrealisten erinnert. Nicht minder surreal wie witzig ist Kristin Eidems Keramik „Migration“: hier hält ein Paar Hände den Globus, über den sich geduckt eine Menschenkette bewegt. Meta Norheim benützt wiederum ein eingedelltes Ei vor tiefrotem Grund, um dem Zustand „Powerless“ („machtlos“) bildlichen Ausdruck zu verleihen. Bilddateien:
20.04.2009 17:17 Diese Meldung Kollegen, Freunden oder Bekannten mitteilen: Kurz-URL: http://www.presseanzeiger.de/s_279298 weitere Meldungen zum Thema: Norwegen: Vernissage: Ausstellung: Zeitgenössisch:
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