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Kinder brauchen Väter „Vaterlose Kinder sind anfälliger für Gewalt, Kriminalität und Selbstmord“

10.04.2010 10:09:22


Dirk Lüling, Leiter von TEAM.F
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(PA) (Willingen/Hessen) „Kinder brauchen Väter, die ihre Rolle ernst nehmen“, befürwortet der Leiter der Familienarbeit TEAM.F, Dirk Lüling, und kritisiert damit gleich-zeitig den Rückzug vieler Väter aus ihrer Verantwortung. Bei einem Seminar im Rahmen des GemeindeFerienFestivals SPRING zeigte Lüling die negativen Folgen für die Gesellschaft anhand von Statistiken auf. Aus diesen ging hervor, dass vaterlose Kinder um ein Vielfaches anfälliger für Gewalt, Kriminalität, Süchte und Selbstmord sind. Doch nicht nur der vollkommene Rückzug eines Vaters aus dem Familienleben, sondern auch der emotionale Rückzug, „die Passivität“, sei gefährlich, warnte der Pädagoge.

Kinder – Jungen wie Mädchen – bedürften eines aktiven, „greifbaren“ Vaters, der sich für sie interessiert und an sie glaubt, der ihnen Grenzen setzt und sie fördert. Bei dem Seminar wurde festgestellt, dass viele Teilnehmer selbst einen solchen Vater nicht erlebt hatten. In der Diskussion berichteten die Teilnehmer von vielen negativen Erinnerungen an ihre Väter, so z.B. die häufige „Abwesenheit“, „keine Zeit“, „Ungeduld“ und „zu hohe Erwartungen“.

Lüling sprach auch von der Schwierigkeit, mit diesen übernommenen Rollenbildern zu brechen: „Wir sind es so gewohnt, als Väter für Materielles und Sachliches, für Geld, Handwerk und Verdienst zuständig zu sein und überlassen Frauen den Beziehungspart. Das hat sich auch nicht dadurch geändert, dass immer mehr Frauen
arbeiten gehen.“ Lüling berichtete darüber, wie er selbst durch dieses Verhalten einst der Beziehung zu seinem heranwachsenden Sohn sehr geschadet hatte – bis er sich bewusst wurde, dass er seinen Sohn „verlieren“ würde, wenn er sich nicht mehr mit ihm beschäftigt: „Gerade Jungen brauchen die Identifikation mit einem männlichen Vorbild. Hier ist der Vater gefragt, sich aktiv mit seinem Sohn auseinanderzusetzen. Dazu gehört auch das Kräftemessen im Teenageralter“.

In Zeiten, in denen Erzieher in Kindergarten und Schule oft weiblich seien, kämen Jungs oft erst sehr spät in Kontakt mit Männern. Dies wirke sich negativ auf ihr männliches Selbstverständnis aus, denn „die Mutter kann diesen Part nicht übernehmen“, erklärte der TEAM.F-Leiter. Von ihren Vätern vernachlässigte Mädchen würden sich im Jugendalter oft die fehlende Bestätigung von anderen Männern holen, so der Pädagoge. Dann helfe auch keine Zurechtweisung mehr, „weil sie emotional mit dem Vater nicht angedockt sind“. Mädchen bedürften einer besonderen Art von Bestätigung ihrer Weiblichkeit, „was nichts damit zu tun hat, die Tochter stolz zu machen oder zu verhätscheln – wie viele Väter zu Unrecht fürchten“.

Lüling machte auch alleinerziehenden Müttern Hoffnung; ein fehlender Vater könne teilweise dadurch kompensiert werden, dass die Kinder frühzeitig in Kontakt zu vertrauenswürdigen männlichen Bezugspersonen kämen, etwa in Kirchengemeinden oder im Bekanntenkreis.

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TEAM.F - Neues Leben für Familien e. V. ist eine christliche Organisation, die Ehen und Familien durch Seminare und Seelsorge unterstützt.

 

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