(PA) Berlin / Bonn, 06. Februar 2009
Kollagen: In fast jeder Werbung für Anti-Falten-Cremes taucht dieses Zauberwort auf. Doch was ist eigentlich Kollagen und wie kann es – wirksam – gegen Falten eingesetzt werden?
Kollagen ist ein ganz natürlicher Stoff im Bindegewebe von Menschen und Tieren. Es ist das am meisten verbreitete Struktureiweiß im menschlichen Körper und sowohl in der Haut als auch in Sehnen, Knorpel, Knochen und Zähnen enthalten. In der Lederhaut – der „mittleren“ Hautschicht – erzeugen Kollagenfasern ein dichtes dreidimensionales Netz und bilden damit den Rahmen für alle anderen Bestandteile der Haut, bestimmen letztlich auch Struktur und Optik. Denn Hauptfunktion des Kollagens ist es, für Festigkeit und Elastizität sowie einen ausgeglichenen Feuchtigkeitsgehalt zu sorgen.
Was können Kosmetika mit Kollagen?
Wie fast alle Bausteine des menschlichen Körpers unterliegt auch das Kollagen einem natürlichen Regenerationsprozess: In jungen Jahren stellt unser Körper stetig neue Fasern her, alte werden abgebaut. Mit dem Älterwerden aber ändert sich dieser Prozess: Die Kollagenproduktion nimmt ab – Menge und Qualität der Fasern damit ebenso. So gehen Elastizität und Feuchtigkeit verloren, Falten entstehen.
An dieser Stelle kommt die Kosmetikindustrie ins Spiel: Mit Cremes und Lotionen soll der Haut von außen Kollagen zugeführt werden, um den natürlichen Verlust auszugleichen. Doch dieses Ziel scheitert an den hervorragenden Abwehrmechanismen unserer Haut: Die Kollagenmoleküle sind schlicht und einfach zu groß und haben keine Chance, die hauteigene Schutzbarriere zu durchdringen, bereits entstandene Kollagenschäden können nicht „repariert“ werden. Dennoch sind kollagenhaltige Cremes nicht wirkungslos: Sie bilden an der Hautoberfläche einen Film, der Wasser bindet und so für einen optimierten Feuchtigkeitshaushalt und damit ein glattes, gepflegtes Erscheinungsbild der Haut sorgt.
Unter die Haut: Neue Methode fördert körpereigene Kollagenproduktion
Bereits bestehende Falten können mit äußerlich zugeführtem Kollagen also nicht bekämpft werden – hier muss man im wahrsten Sinne des Wortes „tiefer gehen“. Und genau das tut ein hochmodernes Verfahren, das so genannte „Chirurgische Needling“. Dr. Olaf Kauder und Dr. Stefan Schill, Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie der Clinic im Centrum-Standorte Berlin und Bonn erklären, wie das Needling den Körper anregt, vermehrt eigenes Kollagen zu produzieren: „Zahlreiche kleine Nadelstiche erzeugen mikroskopisch kleine Verletzungen unterhalb der obersten Hautschicht. Diese winzigen Verletzungen regen das Gewebe an, sich zu regenerieren, was wiederum eine vermehrte Neubildung von körpereigenem Kollagen und damit einen Ausgleich des altersbedingten Mangels zur Folge hat.“
Die Wirksamkeit dieses innovativen Verfahrens wurde bereits in mehreren Studien nachgewiesen. So wird in einer Veröffentlichung des „Plastic and Reconstructive Surgery Journal“(1) beschrieben, dass Patienten ihr Hautbild durchschnittlich um ca. 60 bis 80 Prozent verbessert einschätzen. Auch Proben, die sechs bzw. zwölf Monate nach dem Eingriff entnommen wurden, zeigten eine deutliche Zunahme des Kollagenanteils der Haut. Und: Die Technik zeigt nicht nur bei Falten Erfolg – auch bei hartnäckigen Schwangerschaftsstreifen und Narben kann das Chirurgische Needling helfen.
Minimale Verletzung, maximale Wirkung
Die fachlich korrekte Bezeichnung der Methode – „Perkutane Kollageninduktion“ – beschreibt gleichzeitig ihren wichtigsten Vorteil, so Dr. Kauder: „Perkutan bedeutet »durch die gesunde Haut hindurch«: Die Epidermis – als oberste Hautschicht die eigentliche Schutzhülle des Menschen vor schädlichen Umwelteinflüssen – bleibt anders als bei Laserbehandlungen oder chemischen Peelings intakt und wird nicht geschädigt.“ Damit fallen auch die entsprechenden Risiken – schmerzhafte Wundheilphase sowie dauerhaft erhöhte Lichtempfindlichkeit – weg. „Daher kann das Verfahren im Gesicht, am Körper und auch bei allen Hauttypen angewendet werden“, ergänzt Dr. Schill.
Für die gute Verträglichkeit spricht auch, dass das Needling unter örtlicher Betäubung durchgeführt wird – erst bei sehr großen Hautarealen wird eine Vollnarkose nötig. Doch egal ob örtliche oder Vollbetäubung: Eine anschließende Schmerzbehandlung ist in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle nicht nötig, schon wenige Stunden nach dem Eingriff kann der Patient wieder nach Haus. Und auch unerwünschte Nebenwirkungen halten sich deutlich im Rahmen: Unmittelbar nach dem Eingriff kann der behandelte Bereich anschwellen, im Gesicht gelegentlich stärker als an anderen Körperstellen. „Diese Schwellung nimmt aber nach vier bis fünf Tagen ab, nach etwa sieben Tagen sind in der Regel die letzten Rötungen abgeklungen, so dass die Patienten wieder ihren normalen Alltag bestreiten können“, weiß Dr. Schill.
Neben Verträglichkeit und Ergebnissen spricht auch der Preis klar für das Needling, denn mit rund 3.000 € sind die Kosten beispielsweise für das ganze Gesicht deutlich geringer als für andere ähnlich effektive Behandlungen – eine Laserbehandlung des gesamten Gesichts kostet vergleichsweise 4.000 bis 5.000 €, ein Face-Lifting z.B. liegt bei etwa 7.000 €.
Vor dem optimalen Ergebnis stehen Geduld, Vorbereitung und Pflege
Das Endergebnis der Needling-Behandlung lässt allerdings etwas länger auf sich warten: Im Anschluss an den Eingriff produziert der Körper ca. drei Monate lang neues Kollagen, erst dann ist das Ergebnis voll und ganz sichtbar. Um eben dieses Endergebnis zu optimieren, ist eine entsprechend gute Vorbereitung und Nachsorge nötig, wie Dr. Kauder betont: „Im Vorfeld des Eingriffs muss die Haut vier bis sechs Wochen lang mit einem hochkonzentrierten und individuell auf den Patienten abgestimmten Vitamin-A- und C-Präparat gepflegt werden. Und auch nach dem Eingriff wird die Haut durch die äußerliche Anwendung von Vitamin A und C bei der Kollagenproduktion unterstützt.“
Das Verfahren, das in den Clinic im Centrum-Standorten Bonn seit rund drei bzw. zwei mit äußerst positiver Resonanz angeboten wird, hat seinen Ursprung übrigens in Südafrika: Der international renommierte Chirurg Dr. Desmond Fernandez entwickelte es als Reaktion auf die steigende Nachfrage nach hocheffektiven aber schonenden Eingriffen zur Verjüngung der Haut.
(1) © 2008 American Society of Plastic Surgeons – „Percutaneous Collagen Induction Therapy: An Alternative Treatment for Scars, Wrinkles and Skin Laxity“