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Pressemitteilung:

Tumorzentrum Berlin findet einen Weg, Jugendliche vom Rauchen abzuhalten

09.02.2009 11:22:57

(PA) Über 100.000 Menschen sterben jährlich in Deutschland an den Folgen des Tabakkonsums. Fast alle Raucher haben als Jugendliche mit dem Rauchen begonnen. In der Jugend ist der Mensch besonders anfällig, in die Suchtfalle Tabak zu geraten. Und wer als Jugendlicher nikotinabhängig geworden ist, bleibt in der Regel 20 Jahre und länger dabei – bis es zu spät ist!

Das Tumorzentrum Berlin hat daher am vorletzten Weltnichtrauchertag (31. Mai 2007) ein Projekt gestartet, das Jugendliche vom Einstieg in das Rauchen abhalten soll: „Schüler in der Klinik“. In Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, der Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin und dem Nichtraucherbund Berlin hat die Projektgruppe Lungen­karzinom des Tumorzentrums Berlin ein spezielles pädagogisches Konzept für eine Unterrichtseinheit ausgearbeitet, das in acht Berliner Lungenkliniken bzw. –abteilungen für Schüler und Schülerinnen der Mittel- und Oberstufe (12 bis 19 Jahre) aus ärztlicher Hand angeboten wird. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Auswertung liegen jetzt vor. Jugendliche, die an dieser Unterrichtseinheit teilnahmen, haben signifikant weniger im Nachbeobachtungszeitraum angefangen zu rauchen im Vergleich zur Kontrollgruppe! Die Eindeutigkeit der Ergebnisse ist beispiellos im Vergleich zu ähnlichen Präventionsprojekten anderenorts.

Zwei Gruppen mit jeweils über dreihundert Jugendlichen wurden vor der Unterrichtseinheit und sechs Monate später nach ihrem Rauchverhalten gefragt. Eine Gruppe besuchte die Veranstaltung in der Klinik, die andere tat dies nicht und diente als Kontrollgruppe. In der „Klinikgruppe“ fingen signifikant weniger Jugendliche mit dem Rauchen an als in der Kontrollgruppe. Es stellte sich weiterhin heraus, dass die Altersgruppe der zwölf- bis vierzehnjährigen Schüler am meisten von der Präventionsmaßnahme profitiert hat. Nicht beeinflusst werden konnten allerdings die Jugendlichen, die bereits rauchen. Initial war die Raucherquote mit 40,8% vergleichsweise sehr hoch. Dies ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass fast 80% der rauchenden Jugendlichen Wasserpfeife rauchen.

Das Tumorzentrum Berlin e.V. ist die Dachorganisation der lokalen Berliner Tumorzentren und arbeitet aktiv in mehreren interdisziplinären Projektgruppen (Lungenkrebs, Darmkrebs und andere) an Verbesserungen von Diagnose und Behandlung, an Maßnahmen zur Prävention und an einer landesweiten Erfassung von Informationen zu Diagnostik, Therapie und Verlauf von Tumorer­krankungen (Klinisches Krebsregister).

Internet: http://www.schueler-in-der-klinik.de , http://www.tzb.de

 

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