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Gesundheit & Medizin
Welt-Parkinson-Tag 2009: Leben mit Parkinson - Neue PerspektivenFortschritte in der Parkinson-Therapie ermöglichen über immer längere Zeit ein weitgehend normales Leben
„Leben mit Parkinson: Neue Perspektiven“ lautet das Motto der deutschen Parkinson-Vereinigung Baden-Württemberg und der Parkinson-Klinik Wolfach zum 254. Geburtstag des englischen Arztes James Parkinson. Dieser beschrieb 1817 erstmals ausführlich die Symptome der sogenannten „Schüttellähmung“, die meist mit einem leichten Zittern der Hände begann und langfristig zu massiven Bewegungseinschränkungen führte. Ursache für die Beschwerden ist der schleichende Untergang der Dopamin produzierenden Nervenzellen in der Substantia nigra (schwarzen Substanz) des Mittelhirns. Das dadurch bedingte Ungleichgewicht der Botenstoffe Dopamin, Acetylcholin und Glutamat verursacht die charakteristischen Symptome: verlangsamte Bewegung, eingeschränkte Feinmotorik, Zittern, Muskelsteifheit und Standunsicherheit. Fast immer beginnen die Beschwerden einseitig. Warum die Zellen absterben, ist nach wie vor weitgehend ungeklärt. „Bislang lässt sich das Parkinson-Syndrom nur symptomatisch behandeln, obgleich die Therapie effizienter geworden ist wie bei kaum einer anderen neurologischen Erkrankung. Ein großes Problem stellen aber immer noch Langzeitkomplikationen wie Schwankungen der Beweglichkeit mit sogenannten off-Phasen und Phasen mit „Überbewegungen“ dar. Diese sind überwiegend eine Folge der fortschreitenden Degeneration der Nervenzellen. Es wäre daher ein enormer Fortschritt den Zellverlust verlangsamen oder sogar aufzuhalten zu können. In kleinen Schritten scheint die Forschung diesem Ziel näher zu kommen“, erklärt Dr. Gerd Fuchs, Chefarzt der Parkinson-Klinik Wolfach. Entsprechende Hinweise auf ein verlangsamtes Fortschreiten der Erkrankung ergaben sich in einer groß angelegten Studie mit dem Monoaminooxidase-B-Hemmer Rasagilin. Ein besonderes Augenmerk gilt derzeit den Dopaminagonisten. Ihr Einsatz kann motorische Komplikationen hinauszögern und reduzieren. Insbesondere bei Patienten unter 70 Jahren gilt die Behandlung mit dieser Substanzgruppe daher als Therapie der ersten Wahl. Dopaminagonisten docken direkt an den Rezeptoren an und ahmen so die Wirkung des Dopamins nach. Schwankungen der Beweglichkeit mit on-off-Problematik sind vor allem eine Folge schwankender Dopaminspiegel. Eine kontinuierliche Wirkstoffzufuhr, wie sie das Rotigotin-Pflaster, die retardierte Form des Dopaminagonisten Ropinirol, die Duodopa-Pumpe oder die Apomorphinpumpe ermöglichen, bieten gegenüber herkömmlichen Darreichungsformen deutliche Vorteile. Wann und in welcher Form eine spezifische medikamentöse Therapie eingeleitet wird, kann nur im Einzelfall entschieden werden. Denn jede Maßnahme muss individuell auf den Patienten abgestimmt und physio-, ergo- und psychotherapeutisch begleitet werden. Neue Perspektiven kann auch die Tiefenhirnstimulation eröffnen, die sich bei fortgeschrittenem Parkinson-Syndrom hilfreicher erwiesen hat als Medikamente. Der implantierte Hirnschrittmacher verbessert nachweislich nicht nur die Mobilität und Alltagsaktivität der Patienten, sondern auch deren emotionale Ausgeglichen- heit. Der operative Eingriff ist allerdings mit Risiken verbunden und wird derzeit nur bei Patienten eingesetzt, bei denen die Medikamente trotz optimaler Einstellung nicht mehr ausreichend helfen. „Die Diagnose Parkinson ist für Betroffene und Angehörige immer mit einem Schock und großen Unsicherheiten und Ängsten verbunden. Umso wichtiger ist die umfassende Information über Behandlungsmöglichkeiten, aktuelle medizinische Fortschritte und Hilfsangebote. Ebenso wichtig ist es aber für die Krankheitsbewältigung, neue Lebensperspektiven zu entwickeln“, sagt Renate Hofmeister, Landesvorsitzende der deutschen Parkinson-Vereinigung Baden-Württemberg (dPV). Denn die meisten Parkinson-Patienten weisen über viele Jahre hinweg nur gering aus-geprägte Krankheitszeichen auf und sind bei entsprechender Lebensführung in ihrer Leistungsfähigkeit nur wenig beeinträchtigt. Wissen, ein konstruktiver Umgang mit der Erkrankung und ein unterstützendes Netzwerk aus Freunden, Bekannten und professionellen Helfern, wie Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Psychologen, wirken sich positiv auf den Krankheitsverlauf aus. Hilfestellung finden Betroffene und Angehörige auch in dem dPV-Ratgeber „Diagnose Parkinson … und doch geht es weiter“. Weitere Informationen zur Behandlung des Morbus Parkinson erhalten Interessierte unter 07834/971-0 oder im Internet unter http://www.parkinson-klinik.de 09.04.2009 10:40 Diese Meldung Kollegen, Freunden oder Bekannten mitteilen: Kurz-URL: http://www.presseanzeiger.de/s_278352 weitere Meldungen zum Thema: Welt-Parkinson-Tag: Schüttellähmung: Selbsthilfe:
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Die Parkinson-Klinik Wolfach ist ein neurologisches Akut-Krankenhaus mit diagnostisch-therapeutischem Schwerpunkt. Gegründet wurde sie im Jahre 1953. Seitdem haben mehr als 30.000 Patienten, die an Morbus Parkinson und verwandten... mehr »
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Katja Schepers
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