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Vorbild Amerika: Mit effizienter Auftragsvergabe die Baukosten reduzieren

Die Baukosten für Wohn- und Gewerbeimmobilien könnten in Deutschland deutlich sinken.


Im Gespräch mit Berthold Moosmann, Vorstand der LV AG Ingenieurdienstleistungen, erläutert Helge Wildschütte von der Aurea Projektmanagement GmbH die Vorzüge des Vergabewesens in den USA.

Hamburg, den 4. November 2009. Durch effizientere Vergabeverfahren und bessere Kommunikation auf den Baustellen – wie in den USA – lassen sich Baukosten spürbar reduzieren. „In den USA reichen nur die tatsächlich an einem Auftrag interessierten Unternehmen ein Angebot ein. Das spart Zeit und Kosten – für den Bauherren wie für den Anbieter“, sagt Helge Wildschütte von der Aurea Projektmanagement GmbH im Interview mit Berthold Moosmann, Vorstand der LV AG Ingenieurdienstleistungen. Helge Wildschütte war drei Jahre für die Turner Construction Company in Washington tätig, u. a. auf der Baustelle des Dulles International Airport. Das komplette Interview lesen Sie auf den Seiten 2 und 3.

Die LV AG arbeitet seit 2001 an Methoden zur Optimierung von Baukosten, Ausschreibung und Bauleitung im Hochbau. Im Auftrag von Bauherren, Projektentwicklern und Investoren hat die LV AG zahlreiche Wohn- und Geschäftshäuser sowie Industrie- und Verwaltungsgebäude optimiert. Prominente Referenzprojekte sind der Othmarschen Park, das Westend Ottensen, das Brahms-Kontor sowie der Snow-Fun-Park in Wittenburg.

„In Deutschland bieten Firmen oft nur an, damit sie nicht von der Bieterliste rutschen“
Interview mit Helge Wildschütte, Aurea Projektmanagement GmbH

Moosmann: Was ist auf einer Baustelle in den USA anders als in Deutschland?

Wildschütte: Die Kommunikation auf der Baustelle ist in Amerika sehr viel offener als in Deutschland, und zwar über alle Gewerke hinweg. Es gibt beispielsweise alle zwei bis drei Monate ein Arbeitsessen aller Beteiligten eines Projekts – auch der Bauherr ist dabei –, um sich auszutauschen. Zudem wird jeder für den Erfolg des Projekts gleichermaßen gelobt. Deshalb sind Motivation und Leistung der Arbeiter höher als bei uns.

Moosmann: Wie unterscheidet sich das amerikanische Vergabeverfahren für Bauaufträge von dem hierzulande?

Wildschütte: Der erste Schritt des Vergabeverfahrens ist ähnlich wie in Deutschland: Interessierte Firmen bewerben sich mit den entsprechenden Unterlagen über ihr Unternehmen auf eine Ausschreibung. Von da ab läuft es in den USA anders als bei uns: Der Bauherr filtert die drei bis fünf interessantesten Unternehmen heraus. Diesen erläutert er im persönlichen Gespräch das Projekt und die Rahmenbedingungen. Nur wer dann noch ernsthaft interessiert ist, muss kalkulieren und ein Angebot abgeben. Das führt dazu, dass nur wirklich interessierte Unternehmen sich bewerben. In Deutschland bieten viele Firmen nur noch an, damit sie nicht von der Bieterliste rutschen.

Moosmann: Inwieweit senkt das die Kosten für den Bauherren?

Wildschütte: Weil nur ernsthaft interessierte Unternehmen anbieten, sind alle Angebote präzise auf den speziellen Auftrag zugeschnitten. Der Bauherr befasst sich nur mit wenigen, sehr qualifizierten Angeboten. Das spart Zeit und damit Kosten. Auf der anderen Seite müssen Bauunternehmen nicht für jede Ausschreibung qualifizierte Angebote abgeben. Das reduziert ihren Aufwand für das Angebotswesen – was sich auf das einzelne Angebot kostensenkend auswirkt.

Moosmann: Welche anderen Faktoren wirken kostendämpfend?

Wildschütte: Im Hochbau schreiben amerikanische Auftraggeber die Leistung fast ohne detaillierte Vorgaben wie z. B. Mengenangaben aus. Das hat zur Folge, dass sich die Anbieter ausführlich und oft kreativ mit Kostenoptimierungspotentialen beschäftigen.

Moosmann: Was lässt sich in Deutschland davon übernehmen – ohne Änderung der rechtlichen Rahmenbedingungen?

Wildschütte: Es ließe sich in Deutschland problemlos alles, was ich genannt habe, umsetzen. Es gibt keine rechtlichen Hürden, die dies verhindern könnten – zumindest bei der Vergabe nicht-öffentlicher Baumaßnahmen.

Moosmann: Haben Sie bereits Elemente des amerikanischen Systems eingeführt?

Wildschütte: Wir vergeben im Prinzip sämtliche Leistungen nach dem amerikanischen Vorbild.

Moosmann: Herr Wildschütte, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Helge Wildschütte war von 1999 bis 2002 für die Hochtief Construction AG in den USA tätig: Das Unternehmen hatte 1998/99 die Turner Construction Company übernommen. Herr Wildschütte arbeitete zwei Jahre in der Niederlassung Arlington, Washington D.C., u. a. in der Kalkulation und im Einkauf. Anschließend war er technischer Ingenieur auf der Baustelle des Dulles International Airport.

04.11.2009 16:16

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LV AG Ingenieurdienstleistungen AG

LV AG Ingenieurdienstleistungen
Aktiengesellschaft
Berthold Moosmann
Am Stadtrand 60a, 22047 Hamburg
Telefon: 040-682 836-60
Telefax: 040-682 836-89
Email: info@lv-ag.com


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