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Politik
Bonn: Unseriöser Wahlkampf und WCC Baustopp bedrohen OB Kandidat Jürgen Nimptsch (SPD)Trotz des Investorendesasters beim hochgejubelten "World Conference Center" und den seit Monaten ausstehenden 30 Millionen Euro, von denen auch SPD Oberbürgermeisterin Dieckmann nicht weiß, ob sie jemals überwiesen werden , verlief der Wahlkampf bisher eher verhalten.
Mit dem Griff des SPD Vorsitzenden in die Schlammtonne, ändert sich in der beschaulichen Rheinprovinzstadt Bonn jedoch plötzlich die Atmosphäre, und bekam "amerikanische Dimensionen". Keiner hatte erwartet, dass nach dem eigentlich schon erfolgten Abgang von Bärbel Dieckmann auf den letzten Metern ein heftiges Fingerhakeln einsetzen würde, teilweise mit unsauberen Mitteln, und mit Manieren, die schlechter sind als die, welche die OB im Rat schulmeisterlich gerügt hatte. Zunehmend entsteht der Eindruck, dass direkt und indirekt erst CDU - OB Kandidat Christian Dürig und nun - als möglicher SPD - Stimmenabsauger - der Politiker Peter Finger (Die Grünen) in die Maschinerie eines unsauber geführten Wahlkampfes geraten, der vor persönlicher Häme und Diffamierung nicht zurückschreckt. In Runde eins waren die Fronten noch klar: plötzlich kam der parteiintern gescheiterte OB Kandidat und Bonner SPD Vorsitzende Ernesto Harder auf die Idee, die Managerqualitäten von Christian Dürig anzuzweifeln, die man als OB Kandidat wohl haben sollte. Die ehemalige Gymnasiallehrerin Dieckmann war allerdings auch niemals danach gefragt worden und sie gesteht selbst ein, dass ein fehlender männlicher SPD Kandidat bei ihrer überraschenden Wahl zur OB eine große Rolle gespielt habe. Auch die jahrelange Kritik, dass sie die Verwaltung nicht im Griff habe, wurde eher negiert als Ernst genommen, sie kam nämlich hauptsächlich von den Grünen.
Damit ist es aber jetzt vorbei, denn nun ist angesichts der desaströsen Situation beim WCCB nach dem Urteil des Bonner Landgerichts, nicht "weises Aussitzen", sondern verantwortliches Handeln gefragt. Der Schuss des SPD Vorsitzenden Harder ging allerdings, wie kurz danach auch der von "Münte" nach hinten los. Nach diesem "Mobbing auf hohem Niveau", so die Einschätzung von Christian Dürig, wurde noch ein bisschen nachgesetzt, dummerweise indirekt von der überparteilichen Lokalpresse selbst.
Pikante subjektive Einschätzung: Manager ja, aber eben nicht Top!
Das Eigentor des SPD Vorsitzenden besteht darin, vergessen zu haben, dass einmal provozierte Denkprozesse womöglich weiterlaufen: die Frage taucht nämlich auf, ob ein Manager eines kleinen Tochterunternehmens eines Global Players nicht besser geeignet ist für die Aufgabe eines Verwaltungschefs als der Rektor einer Gesamtschule, dessen Qualitäten als Laienschauspieler unbestritten sind.
Genosse Jürgen Nimptsch, wird zwar als "Profi für Bonn" auf den SPD Wahlplakaten gehandelt, allerdings ohne Nachweis, was damit gemeint ist. Was unterschwellig alles noch so mitspielen könnte hat eine Frau gemerkt, die sich dem vermuteten Wahltrend ihrer Geschlechtsgenossinnen in Richtung Jürgen nach der dimap - Umfrage wohl verweigern wird. Auch eine straffbusige Brünette, der sich Herr Nimptsch auf den SPD - Wahlplakaten zuwendet, ist kein Beweis für Qualifikation, und passt so gar nicht ins Emanzipationsbild der SPD! Alle anderen Parteien hatten auf solche Mätzchen verzichtet (man ahnt schon die Erklärung: das Foto wurde selbstverständlich anlässlich der Gender Scheck - Unterzeichnung des SPD - Gymnasiallehrers aufgenommen!)
Nach dem Harderschen Eigentor verhielt sich die CDU ruhig, machte wenig bis nichts und vertraute auf die Intuition der BonnerInnen. Die darauf folgenden Zuschriften in einer Leserbriefseite des GA gaben ihr Recht. Mit großer Mehrheit wurde der Einfall des SPD - Parteichefs als unkorrekt gewertet und auch die anderen Parteien distanzierten sich von der provinziellen "Schlammschlacht", wobei vergessen wurde, dass nur eine Partei, nämlich die des SPD - Oberbürgermeisterkandidaten Jürgen Nimptsch mit Lehm geworfen hatte.
Dies könnte eine verspätete Reparaturmaßnahme für die WDR Einschätzung "Jürgen Nimptsch - OB Kandidat ohne Partei?" sein und ein "cooler" Trick Herrn Dürig zumindest visuell unter den Tisch fallen zu lassen: wer nicht präsent ist, kann auch nicht gewählt werden.
"Die Bonner CDU hat ihren Kandidaten im benachbarten Meckenheim gefunden. Post - Manager Dürig war in der Endphase der Ära Kohl von 1997 bis 1999 Bundesgeschäftsführer der CDU.
Vor einem klassischen Eigentor im Wahlkampf hat ihn das allerdings nicht bewahrt. So kündigte er an, im Fall seiner Wahl den Dienstsitz vom pittoresken Alten Rathaus in das nur wenige hundert Meter entfernte Stadthaus zu verlegen, wo die kommunale Verwaltung sitzt. Nach seiner Einschätzung bleiben auf dem Weg zwischen beiden Häusern zu viele Informationen auf der Strecke. Damit machte sich Dürig ungewollt die Argumente derjenigen zu eigen, die einen Komplettumzug der Bundesregierung von Bonn nach Berlin fordern. Denn auch von Ihnen wird der mangelnde Informationsfluss zwischen beiden Dienstsitzen gerügt. In Bonn kam die Forderung Dürigs jedenfalls nicht gut an". Gerüchte ("kam nicht gut an") als Tatsachen getarnt, haben in der seriösen Presse nicht zu suchen, und die Analogiebildung mit dem Umzug als "Tertium Comparationis" ist völlig unlogisch, weil Herr Dürig mehr als deutlich gemacht hat, aus welchem Grund der OB ins Stadthaus gehört:
Der Umzug vom Altstadtrathaus - das sowieso gründlichst instandgesetzt werden muss - ins gleichermaßen marode Stadthaus am Berliner Platz, bedeutet den zweifellos bestehenden Mangel an Information beheben zu wollen, die Arbeit zwischen OB und Verwaltung effizienter zu machen und den Pleiten und Pannen der Genossen Referenten und Dezernenten und "hineinregierenden" Ratsmitgliedern entgegenzuwirken.
Das "Baggern vor Ort", die harte Verwaltungsarbeit, hatte Bärbel Dieckmann eher der Verwaltung selbst überlassen, und dafür, völlig unbestritten für Bonn viel positive PR - Arbeit geleistet. Nicht immer jedoch waren die Auftritte der reiselustigen Oberbürgermeisterin, die u.a. auf der MIPIM im Cannes Dauergast war, von Erfolg gekrönt. Die dringende Notwendigkeit im Stadthaus nach dem Rechten zu sehen, ist leider keine Fiktion und nach 15 Jahren Regentschaft von Bärbel Dieckmann besteht dringendster Handlungsbedarf Teilen der Verwaltung klarzumachen, dass man geltendes Recht nicht auf dem Altar falsch verstandener Genossentreue opfern darf. Bestes Beispiel ist der auch im Stadthaus allseits beliebte SPD - "Gebäudemanager", der mit seinem SGB notfalls alle Fünfe gerade sein lässt, wenn es um Recht und Gesetz und um die Personengefährdung in Schulen geht.
Der Fraktionsgeschäftsführer der Grünen, Tom Schmidt, hat bereits für die nächste Vorwahlwoche "Rabatz" angekündigt, wenn die pünktlich zum Schulanfang und zur Wahlkampunterstützung von Jürgen Nimptsch wieder aufgetauchte Oberbürgermeisterin nicht mit hinreichenden Informationen rüberkommt, wie es nun mit dem "World Conference Center" weitergehen soll. Nicht ganz unerwartet erfreut sich nun aber auch auch OB - Kandidat Peter Finger (Die Grünen) einer gewissen Sympathie Andersdenkender.
Rücksicht ist nicht jedermanns Sache und mit dem fröhlich technischen Hantieren auf dem Twitter Miniblog, während der noch nicht abgeschlossenen Wahl des CDU - Bundespräsidentin Köhler, wurde Ulrich Kelber bundesweit bekannt.
Aus dem Blauen heraus wird mit dem Beitrag: "Amtierender OB in Bonn" Peter Finger gemobbt, der auf der freien Enzyklopädie Wikipedia nicht als Bürgermeister, sondern als Oberbürgermeister geführt wurde.
Die Verbalrüpelei und die arrogante Abwertung der neuen Medien durch den Gastschreiber ("Bis dahin erinnern wir uns daran, dass man im Internet so ziemlich alles finden kann: interessante Informationen - und jede Menge Quatsch.") zeugen von wenig Augenmaß und erinnern daran, dass gerade im Zusammenhang mit dem WCCB bis heute auch in anderen Medien viel Meinungsmache und Desinformatives in Umlauf gebracht wurde. Ganz putzig wird es, wenn man feststellt, dass die gelöschte Wikipedia Seite von Peter Finger folgenden Text enthält:
Der freie Journalist Meurer hätte erkennen müssen, dass, wer immer da gelöscht hat, dies nach den strikten Regeln von Wikipedia einen eklatanter Verstoß darstellt und der Gescholtene zwar nicht Oberbürgermeister, aber immerhin Bürgermeister ist.
Im Übrigen hätte - wie auf Wikipedia üblich - eine schlichte Korrektur mit Anmerkung ausgereicht.
Unbestritten ist, dass die benannten unseriösen Strickmuster, aus welcher Ecke sie auch kommen, dem SPD Mann Jürgen Nimptsch, der nach ersten Umfragen die Nase leicht vorn haben soll, eher schaden als nützen.
Seine Unterstützer, wie der SPD Sprecher Martin Schilling, der plötzlich mit Solaranlagen auf Schulgebäuden winkt, für die bereits - huch geht das in Bonn schnell - eine Baugenehmigung vorliegt, sollten begreifen, dass es Eltern gibt, denen diese zeitgleiche Mixtur aus Schul - und Parteipolitik missfällt. Mit den Spenden von Solarworld sollten zunächst längst überfällige personengefährdende Maßnahmen, wie die immer noch nicht zugelassene Konstruktion der Aula des Konrad - Adenauer - Gymnasiums, in einen bauaufsichtlich eindeutigen Zustand "nach Recht und Gesetz" gebracht werden.
Die Oberbürgermeisterin sollte bei Schuleinweihungen (im Beisein von Jürgen Nimptsch) nicht nur auf der NRW Landesregierung ("Machtspielchen") rumhacken, sondern lieber dem SGB Betriebsausschussvorsitzenden Wilfried Klein (SPD) und dem SPD - Mann Naujoks die KAG - Akten wegnehmen und diese selbst studieren um die Gefahr erkennen, die Jürgen Nimptsch droht:
Diese Selbstverständlichkeit ist offensichtlich in den letzten Jahren in Bonn unter SPD Einfluss verloren gegangen und wird auch nicht durch Schlammwerfen und Tricksereien der eigenen Parteifreunde besser.
Wenn "Bonn uns gehören soll" so der Anspruch von Jürgen Nimptsch und seiner SPD, dann sollten die Verantwortlichen endlich damit anfangen ihre Altlasten zu beseitigen...
21.08.2009 04:00 Diese Meldung Kollegen, Freunden oder Bekannten mitteilen: Kurz-URL: http://www.presseanzeiger.de/s_295205
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