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„Mehr Engangement für verfolgte Christen“

„Drei Viertel aller Fälle religiöser Verfolgung betreffen Christen“. Darauf machte Prof.


Dr. Thomas Schirrmacher in einem Seminar im Rahmen des „GemeindeFerienFestival SPRING“ aufmerksam. Etwa 200 Millionen Christen seien dabei so schwerer Verfolgung ausgesetzt, dass sie selbst beim Gottesdienstbesuch um ihre Sicherheit fürchten müssten.

Zu den Staaten mit der schlimmsten Christenverfolgung gehören laut Schirrmacher Saudi-Arabien und Nordkorea. In China seien momentan alle Religionen am wachsen, das Christentum sei dort fast schon „in“. Schirrmacher, der auch Sprecher für Menschenrechte der Weltweiten Evangelischen Allianz ist, zeigte sich erfreut darüber, dass sich die chinesische Führung religiösen Gruppen gegenüber nachgiebiger zeige als noch vor zehn Jahren. Bei allen Zahlen und Statistiken dürfe man eines aber nicht vergessen: „Hinter jeder Zahl steht ein persönliches Schicksal, eine Person mit Freunden und Angehörigen“. Schirrmacher appellierte an die Besucher: „Als Christen sollten wir im Gebet, aber auch politisch für unsere verfolgten Glaubensgeschwister einstehen“.

Während Christen bisher vor allem in islamisch und kommunistisch geprägten Staaten verfolgt würden, sei heute auch eine neue Art von Benachteiligung durch den „Pluralismus westlicher Gesellschaften“ zu vernehmen. Als Beispiel hierfür nannte Schirrmacher die Gesetze zur „Antidiskriminierung“ der Europäischen Union und einzelner europäischer Staaten. In Großbritannien habe beispielsweise eine katholische Adoptionsagentur schließen müssen, weil sie sich unter anderem weigerte, Kinder an homosexuelle Paare zu vermitteln. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit habe die Agentur zwar mittlerweile wieder öffnen dürfen, der Vorfall zeige aber, dass die Glaubens- und Gewissensfreiheit auch in westlichen Staaten herausgefordert werde. Die deutsche Bundesregierung, erklärte Schirrmacher, halte sich beim Umsetzen der EU-Regelungen noch sehr zurück. „Keine einflussreiche Größe in Deutschland“, berichtete er, „will den Glaubensgemeinschaften Probleme bereiten“.

Anders sei es mit den deutschen Medien. Hier sieht Thomas Schirrmacher eine „ungeheuerliche Diskriminierung“ von evangelikalen Gruppen. Viele Beiträge über so genannte „christliche Fundamentalisten“ seien „desinformierend“. Schirrmacher rät hier zur „Nüchternheit“: Christen sollten es als Chance verstehen, Freunde und Bekannte etwa auf Fernsehbeiträge anzusprechen und positive Erfahrungen aus ihrem Glaubens- und Gemeindeleben weiterzugeben.

08.04.2010 10:31

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