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SODI fordert den Beitritt aller Staaten zum StreubombenabkommenBerlin, 27.07.2010:
Das internationale Abkommen zum Verbot von Streubomben tritt am 1. August in Kraft. Ein breites Bündnis aus Nichtregierungsorganisationen, darunter auch der Solidaritätsdienst-international e. V. (SODI) fordert an diesem Tag in einer öffentlichen Aktion in Berlin alle Staaten auf, diesem völkerrechtlichen Abkommen beizutreten.
Obwohl das Abkommen bereits von 107 Ländern unterzeichnet und von 37 ratifiziert wurde, haben sich die größten Produzenten von Streubomben, wie die USA, China und Russland, bisher nicht bereit erklärt, dem völkerrechtlichen Abkommen beizutreten. Mit dem internationalen Abkommen gegen Streubomben, das im Rahmen des Oslo-Prozesses – eine Initiative der norwegischen Regierung für ein Verbot von Streumunition – entstand, wird nicht nur der Einsatz, sondern auch die Produktion, Weitergabe und Lagerung von Streumunition verboten. „Der größte Erfolg dieses Abkommens liegt vor allem in der Verpflichtung der Mitgliedsstaaten, betroffene Gebiete von den explosiven Kampfmittelrückständen zu befreien und die Opfer von Streumunition und ihre Angehörigen zu unterstützen. Leider werden noch immer nicht annähernd ausreichende finanzielle Mittel für die Opfer-hilfe zur Verfügung gestellt“, betont Marion Gnanko, SODI-Projektmanagerin für humanitäre Kampfmittel-räumung. Anlässlich des Inkrafttretens der Streubomben-Konvention am 1. August rufen die Cluster Munition Coalition – eine internationale zivilgesellschaftliche Initiative, die sich für das Streubomben-Verbot einsetzt – und das Aktionsbündnis Landmine.de, darunter auch SODI, zu einer großen öffentlichen Aktion in Berlin auf. Unter dem Motto „Beat the drum to ban cluster bombs“ beginnt die Aktion um 13 Uhr in der Ebertstraße/Ecke Behrenstraße (gegenüber der US-Botschaft). So soll Druck auf die Nicht-Unterzeichner der Konvention ausgeübt werden, damit sie endlich ihre Verantwortung anerkennen und ihren Teil zur Lösung dieses humanitären Problems beitragen. Noch immer werden in zahlreichen Ländern Streubomben produziert und in Kriegsgebieten eingesetzt. Weltweit sind bisher zigtausende Menschen Streubomben zum Opfer gefallen. Laut Untersuchungen sind 98 Prozent der Opfer Zivilisten, rund ein Drittel davon sind Kinder. Die besondere Gefahr von Streubomben besteht darin, dass sie wenig zielgenau sind und eine hohe Blindgängerquote aufweisen, die bis zu 40 Prozent betragen kann. In vielen Gebieten besteht noch Jahrzehnte nach Beendigung des Krieges ein hohes Risiko für die Menschen verletzt, verstümmelt oder getötet zu werden. Gleichzeitig stellt diese Verseuchung durch Blindgänger ein extremes Entwicklungshemmnis dar, da große Teile landwirtschaftlicher Nutzfläche verloren gehen. „Aufgrund der Jahrzehnte lang anhaltenden explosiven Gefahr von Streumunition sind Projekte zur Blindgängerräumung und zur Entwicklung in den betroffenen Regionen besonders wichtig“, so Marion Gnanko. Die Berliner Nichtregierungsorganisation SODI verwirklicht seit 1998 in Vietnam ein Integriertes Programm zur Minen- und Blindgängerräumung mit anschließenden Entwicklungsprojekten und seit 2009 auch in Laos. Bis heute konnten mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amtes über 2250 Hektar Land von Minen und Blindgängern befreit und nutzbar gemacht werden. Im Anschluss werden auf den geräumten Flächen Dörfer wieder aufgebaut, die soziale und öffentliche Infrastruktur – durch den Bau und die Ausstattung von Kindergärten, Schulen und Gesundheitseinrichtungen sowie durch Straßen, Strom- und Wasserversorgung – gefördert. Zudem werden die Bewohner durch Einkommen schaffende Maßnahmen wie Kleinkredite und einer Anschubfinanzierung für den Anbau von Obst und Feldfrüchten unterstützt. - Spenden für Entwicklungsprojekte können auf das Konto von SODI überwiesen werden: SODI-Spendenkonto: 10 20 100, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 100 205 00 - Ihre Ansprechpartnerin ist: Marion Gnanko, Projektmanagerin für humanitäre Kampfmittelräumung, und unter 030 928 6177, Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.sodi.de - Der Solidaritätsdienst-international e. V. (SODI) ist eine Nichtregierungsorganisation, die Selbsthilfeprojekte der Entwicklungszusammenarbeit in Asien, Afrika und Lateinamerika realisiert sowie humanitäre Hilfe in Osteuropa leistet. Seit 1990 hat SODI über 900 Projekte im Wert von 63 Millionen Euro auf vier Kontinenten verwirklicht. Der Verein bekommt seit 1994 das Spenden-Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen verliehen.
27.07.2010 14:16 Diese Meldung Kollegen, Freunden oder Bekannten mitteilen: Kurz-URL: http://www.presseanzeiger.de/s_370683 zur Pressemappe von: Solidaritätsdienst-international e.V. (SODI) Email Benachrichtigung aktivieren | RSS Feed abonnieren weitere Meldungen zum Thema: Streubomben: Abkommen: SODI:
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