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Recht & Gesetz
Präsident der Wachtturm-Gesellschaft verstorbenSelters ― Am 21. Februar 2008 verstarb der in Hamburg geborene langjährige Präsident der Wachtturm Bibel- und Traktat-Gesellschaft, Willi Karl Pohl, in seinem 89. Lebensjahr. Willi Pohl, Präsident der Wachtturm-Gesellschaft verstarb im Alter von fast 89 Jahren ![]() [Großes Bild anzeigen] Er gehörte seit 1976 zum Zweigkomitee, das die geistliche Aufsicht der Zeugen Jehovas in Deutschland innehat; darüber hinaus war er Mitglied der Watch Tower Bible and Tract Socie-ty of Pennsylvania (USA). Jahrzehntelang war er als Koordinator für die in vielen ehemals kommunistischen Ländern unter Verbot agierenden Gemeinden der Zeugen Jehovas tätig.
Willi K. Pohl wurde aufgrund seiner religiösen Überzeugung als Zeuge Jehovas bereits in jungen Jahren von den Nationalsozialisten diskriminiert: Weil er den Hitlergruß verweigerte, verwies man ihn am 30. September 1933 als 14-jährigen Schüler der Oberrealschule in Eil-beck (Hamburg) von der Schule; als 19-Jähriger wurde er im Februar 1938 von einem Son-dergericht in Hamburg zu 8 Monaten Haft verurteilt, die er in dem als Polizeigefängnis die-nenden ehemaligen KZ Fuhlsbüttel verbrachte. Die Urteilsbegründung lautete: ?Vergehen ge-gen die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 wegen Betätigung als Bibelforscher?. In der Verbotszeit hatte er seine Frau Editha kennengelernt. Auch sie musste eine 8-monatige Haft im Konzentrationslager aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu den Zeugen Jehovas verbüßen. Von ihrem Pflichtverteidiger erfuhren beide, dass das Gericht eine Propagandaschau plante. Editha sollte einen SS-Mann heiraten und Willi ein Mädchen der Hitlerjugend. So sollten aus beiden ?brauchbare Volksgenossen? werden. Ihren Glauben aufzugeben war für sie jedoch undenkbar. So beschlossen sie, sich noch vor dem Prozess zu verloben, um zu bekunden, wie sie darüber dachten. Sie heirateten am 26. März 1940 und waren bis zum Tod von Willi K. Pohl über 67 Jahre verheiratet. Nach dem Krieg konnten Jehovas Zeugen in Deutschland ihren Glauben wieder völlig frei ausleben. Willi und Editha Pohl gehörten mit zu den Ersten, die erneut öffentlich tätig wur-den: ?Ein Leben ohne Gott und ohne anderen Menschen die gute Botschaft der Bibel näher-zubringen war für uns nach den Erlebnissen der Verfolgungszeit überhaupt nicht denkbar.? Gemeinsam absolvierten sie 1950 die 15. Klasse der internationalen Wachtturm-Bibelschule Gilead in den USA, wo sie eine Ausbildung als Auslandsmissionare erhielten. Willi K. Pohl stand seit 1947 gemeinsam mit seiner Frau im Sondervollzeitdienst der Religi-onsgemeinschaft. Sie waren in Wiesbaden und Berlin, eine Zeit lang in den USA, später auch noch in acht osteuropäischen Ländern tätig. Seit 1984 dienten und lebten sie im Zweigbüro der Religionsgemeinschaft in Selters/Taunus. Er wäre im März 89 Jahre alt geworden. Seinen Mitarbeitern und all denen, die mit ihm zu tun hatten, wird er für seinen unermüdli-chen Eifer im gottesdienstlichen Werk und seine tiefe Hingabe Gott gegenüber stets in Erin-nerung bleiben. Fotolegende: Willi Pohl (Foto: JZ) Kontaktadresse für Medien und Forschung: Telefon 06483 413110 ? Telefax 06483 413100 Bilddateien:
18.03.2008 20:26 Diese Meldung Kollegen, Freunden oder Bekannten mitteilen: Kurz-URL: http://www.presseanzeiger.de/s_248079
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Hans-Joachim Schalies
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