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Ein Zuhause auf Zeit: 1000. Nutzerin in der Notübernachtung für Frauen in Berlin

(Berlin, 31.08.2010). Die ganzjährig geöffnete „Notübernachtung für Frauen“ Berlin, die bisher einzige derart konzipierte, niedrigschwellige Einrichtung der Berliner Wohnungslosenhilfe, hat die 1.000 Nutzerin aufgenommen.



Die 44-Jährige Klara B. musste die eheliche Wohnung verlassen, weil das Zusammenleben mit ihrem alkoholkranken Mann für sie unerträglich geworden war. Eigenes Geld zum Leben hat die Frau nicht zur Verfügung, weil nur ihr Mann Zugang zum gemeinsamen Konto hat. Die Unterbringung in der Notunterkunft ist für die Berlinerin kostenfrei.
„Die Nachfrage nach diesem Schutzraum für Frauen ist riesig, wir müssen inzwischen ebenso viele Anfragen von Frauen in Not abweisen, wie wir aufnehmen können“, sagt Martina Krägeloh, Sozialpädagogin in der Notübernachtung, die von der gemeinnützigen GEBEWO –Soziale Dienste- betrieben wird.

„Bei vielen unserer Nutzerinnen ziehen sich Gewalterfahrungen, Armut, Wohnungslosigkeit sowie psychische und körperliche Erkrankungen wie ein roter Faden durch das Leben“.
Selbst wenn Frauen es schaffen, ihr von Gewalt geprägtes Leben hinter sich zu lassen, dauert es oft Monate und Jahre, bis sie sich an eine Beratungsstelle wenden. Das Berliner Hilfesystem sei immer noch vor allem an den Bedürfnissen allein stehender wohnungsloser Männer orientiert. „Frauen benötigen eigene Hilfen, die ihren Bedürfnissen nach Schutz und Intimität Rechnung tragen“, so die Sozialpädagogin weiter.

In Gesprächen mit den beiden Sozialpädagoginnen der Einrichtung können die Frauen ihre Probleme in einer angstfreien Atmosphäre besprechen und neue Perspektiven entwickeln. „Wir helfen zum Beispiel dabei, sozialhilferechtliche Ansprüche zu klären, Dokumente zu beschaffen und die Frauen in einfache Unterkünfte, sozialpädagogisch betreute Wohnprojekte aber auch, wenn nötig, an medizinische und psychiatrische Hilfsangebote zu vermitteln“, sagt Krägeloh.

Die Sozialpädagoginnen werden Klara B. in den nächsten Wochen unterstützen, eine eigene Wohnung zu suchen sowie den Umzug und die finanzielle Absicherung ihres Lebens sicher zu stellen. Bis es soweit ist, hat die 44-Jährige Berlinerin in der „Notübernachtung für Frauen“ einen sicheren Ort zum Schlafen gefunden, wo sie frei von Gewalt und psychischem Druck durchatmen und ein neues Leben aufbauen kann.

Die „Notübernachtung für Frauen“ Berlin wurde am 11. Dezember 2003 eröffnet. Trägerin der Einrichtung ist die gemeinnützige GEBEWO –Soziale Dienste- Berlin. Finanziert wird die Notübernachtung, in der es acht Übernachtungsplätze und zwei Notbetten gibt, von der Stadt Berlin.

Ansprechpartner für Presseanfragen:
Notübernachtung für Frauen
Martina Krägeloh, Eva-Maria Heise
Tieckstraße 17
10115 Berlin-Mitte
Tel. 030 / 283 29 39
wwww.gebewo.de

31.08.2010 11:55

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