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Berufliche Fahrten: Wie Sie die Bahncard steuergünstig nutzen

Die Deutsche Bahn AG bietet die Bahncard in den Variationen „Bahncard 25“, „Bahncard 50“ und „Bahncard 100“ an. Wer eine solche Bahncard erworben hat, kann je nach Bahncard 25, 50 oder 100 Prozent des normalen Fahrpreises sparen.

Können die Kosten für die Bahncard steuerlich berücksichtigen?

In vielen Fällen lautet die Antwort ja. Hierzu gibt es drei Modelle:

1. Arbeitnehmer zahlt die Bahncard selbst

Wenn Sie eine Bahncard für die regelmäßige Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsstätte und/oder dienstliche Fahrten erwerben, können die Kosten für die Bahncard als Werbungskosten berücksichtigt werden.
Dies gilt allerdings nur, so die Oberfinanzdirektion Hannover, wenn sich die Kosten für die beruflichen Fahrten mindestens um den Preis der Bahncard verringern.

Meine Empfehlung ist, dass die Kosten für die Bahncard als Reisekosten und nicht als Werbungskosten im Zusammenhang mit Fahrten zwischen und Arbeitsstätte geltend gemacht werden. Wenn sich der Abzug als Reisekosten wie im folgenden Beispiel lohnt, ist die Möglichkeit der privaten Nutzung ohne Bedeutung, da die Kosten ohne Bahncard höher wären.

Beispiel (keine Originalpreise):
Falko Flüchtig aus Berlin kauft sich eine Bahncard 50 in Höhe von Euro 230,00. Er muss im Jahr 2011 5-mal nach München zum Firmentreffen in der Hauptfiliale. Die Kosten für eine normale Bahnfahrt hin und zurück belaufen sich auf Euro 200,00. Dieses ergibt bei 5 Fahrten à Euro 200,00 = Euro 1.000,00 abzüglich Bahncard Rabatt 50% = entstandene Kosten in Höhe von Euro 500,00.

Ergebnis:
Die Bahncard kann voll als Reisekosten geltend gemacht werden, da die Ersparnis durch die Bahncard höher ist als die Kosten für die Anschaffung der Bahncard.

2. Arbeitgeber erstattet die Bahncard für den Arbeitnehmer

Wird die Bahncard ausschließlich für dienstliche Reisen verwendet, ist die Erstattung der Bahncard gemäß § 3 Nr. 13 EStG steuerfrei. Allerdings muss auch hier wie beim Werbungskostenabzug für den Arbeitnehmer die Kostenreduzierung mindestens die Kosten der Bahncard betragen, ansonsten handelt es sich beim Mehraufwand um Arbeitslohn des Arbeitnehmers, der steuer- und sozialversicherungspflichtig ist.

Wird die Bahncard für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte genutzt, ist die Erstattung steuerpflichtiger Arbeitslohn. Dieser kann als so genannter Fahrtkostenzuschuss vom Arbeitgeber mit 15% pauschal versteuert werden. Der pauschal versteuerte Betrag wird sozialversicherungsfrei.
Die Pauschalversteuerung erscheint auf der Lohnsteuerbescheinigung und muss in der Einkommensteuer-Erklärung angegeben werden, damit die Kosten für die Bahncard für den jeweiligen Veranlagungszeitraum „Werbungskosten mindernd“ berücksichtigt werden.

Eine Nutzung der Bahncard für Fahrten zur Arbeit und für Auswärtstätigkeiten ist steuerfrei, solange die Kosten für die Bahncard gespart werden.

3. Die Bahncard wird vom Arbeitgeber überlassen

Für dienstliche Reisen und Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte sind die gleichen Regelungen anzuwenden, wie bei der Erstattung der Kosten durch den Arbeitgeber.

Anders ist es allerdings, wenn der Arbeitnehmer die Bahncard für private Fahrten erhält. In diesem Fall handelt es sich um einen sogenannten Sachbezug in Form eines geldwerten Vorteils. Dieser ist steuer- und sozialversicherungspflichtig. Sachbezüge sind bis Euro 44,00 im Monat steuerfrei.
Da die Bahncard eine Jahreskarte ist, lassen sich (laut Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz) die Kosten nicht auf das Jahr verteilen, um die „Steuerfreigrenze“ von Euro 44,00 einzuhalten.

25.05.2012 13:37

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