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DANONE, NESTLÉ & CO. GEFÄHRDEN 800.000 KINDERLEBEN PRO JAHR – NEUER BERICHT VON AKTION GEGEN DEN HUNGER BELEGT ZAHLREICHE VERSTÖSSE GEGEN DEN MILCHKODEX DER WHO

Aggressives Marketing für Muttermilchersatz führt dazu, dass weniger gestillt wird.
In Ländern des globalen Südens hat dies gravierende Folgen für die Gesundheit von Säuglingen und Kleinkindern. Aktion gegen den Hunger startet in Deutschland und Frankreich eine Unterschriftenaktion, die sich an Nestlé und Co richtet.

Berlin, 17. Mai 2018. Die weltweit größten Hersteller von Muttermilchersatz gefährden pro Jahr rund 800.000 Kinderleben. Fast 40 Jahre nach der Verabschiedung des Milch-Kodex der Weltgesundheitsorganisation WHO verstoßen sie weiter gegen internationale Vereinbarungen. Das geht aus dem neuen Bericht „Gegen Profitgier, für Kinderleben – Let them choose“ der humanitären und entwicklungspolitischen Organisation Aktion gegen den Hunger hervor.

„Es ist ein Skandal, wie aggressives Marketing ein falsches Bild zeichnet: Müttern wird suggeriert, dass Muttermilchersatzprodukte besser und gesünder seien als zu stillen.

©Aktion gegen den Hunger/Fabien Touzard

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Dabei kostet die Ernährung mit Milchersatz viele Babys in Schwellen- und Entwicklungsländern das Leben!“, kritisierte Jan Sebastian Friedrich-Rust, Executive Director bei Aktion gegen den Hunger. Der Grund: Dort, wo es keinen Zugang zu sauberem Wasser gibt, Kühlmöglichkeiten fehlen und es um die Hygiene generell schlecht bestellt ist, führen falsch verwendete Muttermilchersatzprodukte oft zu Durchfallerkrankungen – eine der häufigsten Todesursachen bei Kindern.

Der Milch-Kodex der WHO wurde 1981 ins Leben gerufen, um Kinderleben zu schützen. 135 Länder der Welt haben ihn teilweise oder ganz übernommen. Allerdings wird die Einhaltung kaum kontrolliert. Der Bericht „Let them choose“ listet beispielhaft zahlreiche Verstöße in Kamerun, Burkina Faso und Bangladesch auf:
• Krankenhauspersonal und Apotheken erhalten Geld, Geschenke oder technische Hilfen, damit sie Muttermilchersatzprodukte empfehlen.
• Vertreter großer Hersteller gehen in Gesundheitsstationen ein und aus.
• Werbeanzeigen machen falsche Gesundheitsversprechungen („health claims“).
• Idealisierende Darstellungen auf den Verpackungen reizen zum Kauf an.
• Produkte und Gebrauchsanweisungen sind nicht in Landessprache verfasst.

Aktion gegen den Hunger fordert die sechs größten Hersteller von Muttermilchersatz, Nestlé, Danone, FrieslandCampina, Kraft Heinz, Abbott und Reckitt Benckiser, dazu auf, sich öffentlich von aggressiven Marketingmethoden zu distanzieren und den Milch-Kodex endlich vollständig in allen Punkten umzusetzen.

Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, startet die Organisation in Deutschland und Frankreich eine Unterschriftenaktion: „Wir hoffen, dass der Druck der Öffentlichkeit Wirkung zeigt“, so Friedrich-Rust weiter. „Es ist nicht hinnehmbar, dass aggressive Marketingstrategien, die wiederholt von allen Mitgliedsstaaten der WHO verurteilt wurden, Säuglingsmilch weiterhin als bessere Wahl idealisieren, dadurch das Stillen verunglimpfen und damit gleichzeitig zu einer höheren Säuglingssterblichkeit und einer schlechteren Gesundheit von Millionen von Kindern beitragen.“

Über Aktion gegen den Hunger:

Aktion gegen den Hunger ist die deutsche Sektion von Action contre la Faim. Die internationale entwicklungspolitische und humanitäre Organisation unterstützt 14,7 Millionen Menschen in 49 Ländern. Seit 38 Jahren kämpft Aktion gegen den Hunger gegen Mangelernährung, schafft Zugang zu sauberem Wasser und gesundheitlicher Versorgung. Mehr als 7.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten Nothilfe und unterstützen Menschen beim Aufbau nachhaltiger Lebensgrundlagen.

Weiterführende Links:

Bericht „Gegen Profitgier, für Kinderleben – Let them choose“
Bericht „Le marketing abusif des laits infantiles“ (Langfassung)
Petition unterzeichnen: http://www.gegen-profitgier-fuer-kinderleben.de
Auf Social Media mitdiskutieren unter #LetThemChoose

Bilddateien:


©Aktion gegen den Hunger/Fabien Touzard
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17.05.2018 14:42

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