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Dem Geld nach auf dem Weg in die Finsternis

Falls überlebende Philosophen und Historiker nach dem Ende der gegenwärtig unaufhörlich kulminierenden Weltkrise überhaupt noch Gelegenheit haben sollten, späteren Generationen ihrer Spezies darüber Gedanken zu hinterlassen, werden die Klügsten und Gebildetsten unter den Überlebenden sich fragen, wie die Menschen nur so einfältig handeln konnten.
Daraufhin werden sie von den Wissenschaftlern, die sich der Erforschung der Evolution verschrieben haben, erfahren, daß sie gar nicht anders konnten und daß sie ihre Dummheiten auch so lange wiederholen werden, wie sie dazu in der Lage sind.

Denn die Evolution sieht gar nicht das größte Glück der größten Zahl vor, sondern das Überleben der Stärksten, Gerissensten und Brutalsten. Überleben der Art ist das Ziel, nicht Überleben aller Vertreter/innen der Art. Die Mehrzahl ist dazu nur Mittel zum Zweck. Wer das erst einmal begriffen hat, kann vom grausamen menschlichen Weltzirkus gar nicht überrascht sein. Er ist einfach nur praktizierte nackte Natur.

Was die Menschen – oder wenigstens einige von ihnen – von allen anderen Lebewesen unterscheidet, ist aber die Erkenntnis, daß es so ist. Kein anderes Lebewesen weiß, daß es nur Mittel zum Zweck ist – dem Zweck des Überlebens seiner Art ist. Und mehr noch: Menschen können sogar erkennen, wie sie das Überleben ihrer Art effektiver und effizienter erreichen als es ihnen die Natur vorspiegelt – wenn sie es erkennen können und wenn die, die es erkennen, die Macht haben, ihre Erkenntnis in entsprechend zielgerichtetes Handeln umzusetzen.

Prof. Querulix, Zeitlos-zeitkritische Beobachtungen und Kommentare, Bd. 6 „Menschenwelt im Umbruch“ (ISBN 978-3-943788-42-6), eBook, 9,95 Euro

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Und genau da liegt die Crux.

In der bisherigen Geschichte der Menschheit hat immer das Tier gesiegt, der Instinktmensch, angeführt von den Stärksten, Rücksichtslosesten, Gemeinsten, von den Macht- und den Beutegierigsten. Die Masse hat dabei entweder als nützliche Idioten mitgeholfen oder sich einfach ausbeuten lassen. Selten und letztlich immer vergeblich haben Minderheiten aufgemuckt. Im Laufe der zivilisatorischen Entwicklung wurden die Macht- und Herrschaftsmittel verfeinert. Die Keule wird heute in vielen Weltteilen durch Gesetze und politische Manöver ersetzt. Das Ziel ist das gleiche geblieben: Sieg und Überleben derer, die sich am besten durchsetzen können – mit welchen dem jeweiligen Zeitgeist mehr oder weniger angepaßten Mitteln und Methoden auch immer.

Gegenwärtig herrschen weltweit diverse polit-ökonomische Klüngel mehr oder weniger gesetzestreu auf der Grundlage der beutekapitalistischen Marktwirtschaft. Sogar zahlreiche ehemalige kommunistische Funktionäre haben sich überzeugen lassen, daß der Kapitalismus die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen sehr viel effizienter ermöglicht, und sind heute vielfache Milliardäre. Die große Mehrheit der Menschen in den Heimatländern dieser Großkapitalisten ist allerdings bettelarm und nicht wenige Alte sehnen sich nach der Zeit der kommunistischen Diktatur zurück, in der es ihnen besser ging als heute.

In den heutigen Industriestaaten regiert inzwischen allein das Geld. Raffen, was das Zeug hält, scheint die Devise der Privilegierten zu sein, und das Zusammengeraffte möglichst dahin zu verschieben, wo es der Fiskus nicht zwecks Besteuerung finden kann. Die heutigen Alphatiere handeln so, als ob sie die Bedürfnisse des übrigen Menschenrudels eigentlich gar nicht zu interessieren brauchten – abgesehen natürlich von den nützlichen Idioten, die ihnen die „Meute“ verfügbar und gefügig machen. „Moderner Sozialstaat: Umverteilung von unten nach oben, von den Armen zu den Reichen, von den Versorgten zu den Unversorgten, von den Krisengewinnlern zu den Krisengeschädigten, von den Rechtschaffenden zu den Ausbeutern“, hat einmal ein Unbekannter definiert, und man müßte schon vollkommen blind und taub sein, um ihm widersprechen zu können. „Die Likedeeler, Seeräuberbanden des 14. Jahrhunderts, waren hinsichtlich der Gleichbehandlung ihrer Mitglieder sozialer als sämtliche heutigen demokratisch verfaßten Gesellschaften.

Der große Brandbeschleuniger der gegenwärtigen kulturellen (und evolutionären) Krise der Menschheit ist die Banken- und Staatsschuldenkrise. Sie konnte nur entstehen, weil die Raffgier einer Minderheit ausgeufert ist. Unter der Herrschaft von Bankstern wurden Banken zu Glücksspielbetreibern und die Börsen zu Spielsälen. Inzwischen sind viele von ihnen faktisch bankrott, werden aber von den Notenbanken am Leben gehalten, die dafür mit Nullzinsen der unschuldigen Bevölkerung ihre Ersparnisse rauben, ihre Altersversorgung vernichten und Private Krankenversicherungen schon mittelfristig für die meisten unbezahlbar machen.

Geld ist heute alles, und Geld vernichtet letztlich alles: die Wirtschaft, den Wohlstand der Massen, den sozialen Frieden – und nicht zuletzt: die Moral. Bereits im Jahre 1900 hat Georg Simmel, Philosoph und Soziologe, in seinem Buch „Philosophie des Geldes“, aufgezeigt, wie sich das Geld vom nützlichen Diener der Menschen zu ihrem brutalen Herren aufschwingt.

Simmel schrieb: „Die subjektiven Tendenzen der Persönlichkeiten könnten sich dann nicht anders in äußeres Tun umsetzen, als in der Beschränkung auf eine der einseitigen Funktionsweisen, in welche die notwendige gesellschaftliche Gesamtaktion zerlegt, fixiert, objektiviert ist. Die Qualifizierung des Tuns der Persönlichkeit wäre damit von dieser als dem terminus a quo völlig auf die sachliche Zweckmäßigkeit, den terminus ad quem, übergegangen; und die Formen des menschlichen Tuns stünden dann über der vollen psychologischen Wirklichkeit des Menschen, wie das Reich der platonischen Ideen über der realen Welt. Ansätze zu einer solchen Gestaltung sind … vielfach vorhanden, oft genug hat sich die arbeitsteilige Funktion als ein selbständiges ideelles Gebilde ihren Trägern gegenübergestellt, sodaß diese, nicht mehr voneinander individuell unterschieden, nun gleichsam nur durch sie hindurch passieren, ohne in dieser fest umschriebenen Einzelforderung das Ganze ihrer Persönlichkeit unterbringen zu können oder zu dürfen; die Persönlichkeit ist vielmehr als bloßer Träger einer Funktion oder einer Stellung so gleichgültig, wie die des Gastes in einem Hotelzimmer. In einer nach dieser Richtung hin ganz vollendeten Gesellschaftsordnung würde der Einzelne unendlich abhängig sein; die einseitige Bestimmtheit der ihm zugewiesenen Leistung würde ihn auf die Ergänzung durch den Komplex aller anderen anweisen, und die Befriedigung der Bedürfnisse würde nur sehr unvollkommen aus dem eigenen Können des Individuums, sondern würde aus einer ihm gleichsam gegenüberstehenden, rein sachlichen Gesichtspunkten folgenden Arbeitsorganisation hervorgehen. Wenn es je einen seiner Grundidee adäquaten Staatssozialismus geben könnte, so würde er diese Differenzierung der Lebensform ausprägen.“ (Georg Simmel, Philosophie des Geldes, S. 452f.)

Beim Lesen dieser Zeilen werden wir uns unwillkürlich Politik der drei großen Notenbanken bewußt. Konsequent zu Ende gedacht würden die Notenbanken, vor allem die EZB und die Bank von Japan, bei Fortsetzung ihrer gegenwärtigen Politik letztlich zu autokratischen Herrschaftsinstitutionen, denen das gesamte Volksvermögen gehört und die den Bürgerinnen und Bürgern das notwendige Geld zum Leben nach Gutdünken zuteilen würden. Als Maß für die Zuteilung drängt sich neben der personellen Nähe der Menschen zur Herrschaftsclique ihre Nützlichkeit für die Erhaltung des Systems auf.
„Das Geld ist der absolut geeignete Träger eines derartigen Verhältnisses; denn es schafft zwar Beziehungen zwischen den Menschen, aber es läßt die Menschen außerhalb derselben, es ist das genaue Äquivalent für sachliche Leistungen, aber ein sehr inadäquates für das Individuelle und Personale an ihnen . . .“ (Georg Simmel, Philosophie des Geldes, S. 464)

Ob die Notenbanken ihr Spiel bis zur faktischen Übernahme der Regierungsmacht als Alleineigentümer sämtlicher Produktionsmittel und Liegenschaften spielen können, ist allerdings zweifelhaft. Denn erstens läuft die ganze Weltwirtschaft schon unrund und etliche Banken „wackeln“ schon gefährlich. Dieser Zustand kann schneller als gedacht aus dem Ruder laufen. Zweitens sind jetzt schon problematische soziale und wirtschaftliche Begleiterscheinungen der Notenbankpolitik unübersehbar und werden künftig auch politische Konsequenzen haben.

Simmel weist auch darauf hin, daß Börsenkursentwicklungen sehr stark von Einflüssen bestimmt werden, die überhaupt nichts mit realen Gegebenheiten zu tun haben, sondern aus einer weitgreifend beeinflussenden Gestimmtheit der Spekulanten herrühren. Das sehen wir derzeit, unter dem Einfluß des Ponzi-Spiels der drei großen Notenbanken der Welt auch: Es schafft tramhafte Profitchancen für die Insider und Windfallprofits für den einen oder anderen Outsider; aber es ist doch nichts als heiße Luft, Spekulationsblasen, die sich nicht endlos ausdehnen können, ohne zu platzen. Selbst die Unbedarftesten Zeitgenossen spüren, daß alles schließlich katastrophal enden wird.

Grenzenlose Macht und Beutegier zersetzt sich selbst, und das nicht allein durch die Zerstörung ihrer stabilisierenden Grundlagen. Georg Simmel beschreibt den Prozeß der Zersetzung so; „Die Habgier . . . offenbart ihre Sinnlosigkeit in der Unbefriedigung, die selbst ihrer Erfüllung eigen ist, ja in der gelegentlichen Bindung und Beengung, mit der das Übermaß des Besitzes in das Gegenteil seines eigentlichen Charakters und Zweckes umschlägt. Das ergibt Erscheinungen, wie die des unfruchtbaren Besitzes, weil die Tätigkeit des Besitzers nicht ausreicht, ihn zu befruchten; des Despoten, der es müde wird, über Sklaven zu herrschen, weil an der unbedingten Unterwerfung unter seinen Willen auch der Wille zur Macht endet und ihm der Reibungswiderstand fehlt, an dem er sich seiner erst eigentlich bewußt wird; des Eigentümers, der weder Zeit noch Kraft für den Genuß seines Eigentums übrig hat, weil dessen Verwaltung und Fruktifizierung beide bis zu ihrer äußersten Grenze verbraucht.“ (Georg Simmel, Philosophie des Geldes, S. 511 f.)

Die drei großen Notenbanken der Welt werden ihr gefährliches Ponzi-Spiel weiter spielen bis zum – wahrscheinlich gar nicht mehr fernen – bitteren Ende, ganz einfach, weil ihnen nichts anders übrig bleibt. Das Bild vom Ritt auf dem Tiger drängt sich auf: Man wird so oder so gefressen, ob man sich noch eine Weile auf seinem Rücken festhalten kann oder nicht. Leider geht es bei dieser großen Luftnummer der Notenbanken um das Schicksal der gesamten Welt(finanz)wirtschaft und damit um das Wohlergehen einiger hundert Millionen Menschen.

Prof. Querulix‘ beobachtet und kommentiert das fragwürdige Treiben und die Verirrungen des Menschentiers und seiner Alphas seit vielen Jahren. Seine Befunde sind in bisher sechs Bänden der Serie „Tacheles“ gesammelt erschienen. Ein siebter Band ist für Ende des Jahres geplant. Die eBooks im Umfang zwischen ca. 180 und 280 Seiten kosten je 9,95 Euro. Der jüngste Band trägt den Titel „Menschenwelt im Umbruch“ (ISBN 978-3-943788-42-6). Alle Bände sind im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (http://www.read.ruedenauer.de ) erschienen und dort sowie in allen gut sortierten (Internet-)Buchhandlungen erhältlich.

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Prof. Querulix, Zeitlos-zeitkritische Beobachtungen und Kommentare, Bd. 6 „Menschenwelt im Umbruch“ (ISBN 978-3-943788-42-6), eBook, 9,95 Euro
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Prof. Querulix, Zeitlos-zeitkritische Beobachtungen und Kommentare, bisher 6 Bände eBooks, je 180-280 S., je 9,95 Euro
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07.10.2016 08:31

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