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Der FLV-Markt Österreich fällt im fünften Jahr in Folge

• Weiterer Rückgang bei Einmalbeiträgen und Zukunftsvorsorge-Produkten • Leichter Anstieg bei laufenden Beiträgen

Wien, 11. Mai 2016 — Das Neugeschäftsvolumen in der fondsgebundenen Lebens- und Pensionsversicherung (FLV) in Österreich betrug 2015 rund 194 Mio. EUR und fiel damit um rund 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Laut der Umfrage „FLV-Update 2015“, die die Unternehmensberatung Willis Towers Watson für Österreich seit 1997 jährlich durchführt, war der Rückgang im Wesentlichen von erneut stark sinkenden Einmalbeiträgen beeinflusst. Das Neugeschäftsvolumen, welches vor fünf Jahren die Milliardenmarke noch deutlich überschritten hatte, ist nach dem Rekordtief im Vorjahr erneut gesunken (Abb. 1).

Rückgängiger Trend bei Einmalbeiträgen setzt sich fort
Beim Blick auf die Produktkategorien verloren im Jahr 2015 die fondsgebundenen Produkte gegen Einmalerlag und gingen um 30 Prozent auf 113 Mio. EUR zurück (2014: 160 Mio. EUR). Die laufenden Prämieneinnahmen (inkl. Zukunftsvorsorge) lagen mit 81 Mio. EUR knapp über dem Vorjahresniveau (80 Mio. EUR). Die Gesamtprämieneinnahmen – die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge (ZV) nicht eingerechnet – beliefen sich auf rund 182 Mio. EUR (-17 Prozent).

Anteil der fondsgebundenen Produkte ohne Garantie steigt wieder
Auf Garantieprodukte, ebenfalls exklusive ZV, entfielen innerhalb der fondsgebundenen Lebensversicherung 48 Prozent (2014: 50 Prozent) der neu eingelösten Polizzen. Dagegen stieg laut des FLV-Updates der Anteil fondsgebundener Produkte mit Garantien von 25 auf 35 Prozent (Abb. 2).
„Die Zukunftsvorsorge konnte den generell rückläufigen Trend der letzten Jahre nicht stoppen und verzeichnete 2015 einen Rückgang der Jahresprämie um 44 Prozent“, erklärt Dr. Markus Orasch, Leiter der Versicherungsberatung bei Willis Towers Watson in Österreich und Autor der Studie. „Grund dafür ist unter anderem, dass viele Anbieter zurück zu traditionellen Versicherungsprodukten oder zu anderen Alternativen übergegangen sind.“ Anbieter von ZV-Produkten, die zusätzlich keine anderen fondsgebundenen Produkte anbieten, sind in der Studie nicht inkludiert.

Markt der Einmalerläge nach wie vor deutlich konzentrierter
Der Anteil der vier führenden Gesellschaften am Neugeschäft lag mit 55 Prozent leicht über dem Vorjahresniveau von 54 Prozent (nach Anzahl der Verträge). Bei Produkten gegen laufende Prämien betrug ihr Anteil 50 Prozent (55 Prozent), bei Einmalprämien 58 Prozent.

Ungebundene Strukturvertriebe und Makler gewinnen wieder an Bedeutung


Über den Ausschließlichkeitsvertrieb und gebundenen Strukturvertrieb wurden 2015 in Summe 47 Prozent und damit die meisten Verträge im österreichischen Fondspolizzenmarkt abgeschlossen (Abb. 3). Der ungebundene Strukturvertrieb lag laut der Umfrage mit 35 Prozent auf dem zweiten Platz, gefolgt vom Bankvertrieb mit 18 Prozent. „Die Anteile der wichtigsten Vertriebswege haben sich im Vergleich zu den Vorjahren ein wenig verschoben, und ungebundene Strukturvertriebe und Makler konnten wieder etwas zulegen“, kommentiert Orasch.

Fazit
Das FLV-Update zeigt, dass der FLV-Markt bereits seit längerem rückläufig ist. Vor fünf Jahren wurde die Milliardenmarke im Neugeschäft geknackt. Die Zukunftsvorsorge, welche über Jahre hinweg einen guten Beitrag zum FLV-Neugeschäft geleistet hatte, ist bei manchen Marktteilnehmern durch alternative Produkte ersetzt worden. Etliche Versicherer und Versicherungskunden haben im anhaltenden Niedrigzinsumfeld die klassischen Produkte wieder für sich entdeckt.

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11.05.2016 11:41

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