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Des Kaisers neue Kleider Oder: vom Rausch zum Katzenjammer

Die FED scheint ratlos. Zu einer weiteren kleinen Zinserhöhung konnte man sich, obwohl es keine stichhaltigen Gründe dagegen gab – nicht durchringen.
Auch die vollmundige Ankündigung, man wolle die Bilanz durch Verkäufe des inzwischen riesigen Bestandes an aufgekauften Anleihen reduzieren, wurde stillschweigend kassiert. Die FED scheint ratlos. Vielleicht ist ihren Mitgliedern klar geworden, daß sie ihr Ponzi-Spiel nicht beenden kann, ohne den Totalcrash zu riskieren.

Die USA sind tatsächlich in einer schwierigen Lage. Die Konjunktur lahmt. Deutliche Anzeichen sind zurückgehende Autoverkäufe und stagnierende Restaurantumsätze. Die Schuldenobergrenze ist faktisch erreicht. Trump spaltet nicht nur die Nation, sondern auch seine eigene Partei. Politische Krisen und Naturkatastrophen häufen sich. Die Finanzwirtschaft befindet sich global weiter in der Krise und die Politiker verwalten nur noch die Mängel.

Währenddessen zeigt das Fieberthermometer Gefahr an. Der Goldpreis will nach oben. Aber wie ein Kranker, der nicht wahrhaben will wie es um ihn steht, schlagen die Notenbanken – allen voran die FED – mit Hilfe einer geldgierigen Bankstermeute seit langem wie toll mit Tonnen sogenannten Papiergoldes (Derivaten) auf ihn ein. Die Menge des Papiergolde übersteigt inzwischen die Menge physisch verfügbaren Goldes um ein Vielfaches.

Prof. Querulix, „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“, eBook (ISBN 978-3-943788-43-3), 264 S., 9,95 Euro

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Die Risiken dieses fragwürdigen – kriminell ist Kursmanipulation nur bei denen, die nicht selbst(herrlich) bestimmen können, was in solchen Fällen kriminell ist – Vorgehens sind immens. Denn es wird zum allergrößten Teil nur mit heißer Luft spekuliert. Echtes, physisch vorhandenes Gold ist nicht annähernd in der von den Spekulanten verwetteten Menge vorhanden. Nur ein Bruchteil der Spielchips (Terminkontrakte) ist tatsächlich mit jederzeit auslieferbarem Gold gedeckt. Die (für Laien kaum durchschaubaren, geschweige denn exakt berechenbaren) Hebel und damit die Gewinnaussichten – aber auch das Verlustrisiko – sind bei diesen Spielen extrem hoch und damit auch die Risiken der Spieler bzw. derer, die sie im Falles des Verlustes retten sollen.

Niemand weiß genau, wieviel physisches Gold weltweit tatsächlich zur Deckung der Goldkursspekulationen vorhanden ist; sicher ist nur, daß es bei weitem nicht ausreicht, um die offenen Verpflichtungen der Spieler abzudecken. Denn man kennt die insgesamt jemals geförderte Goldmenge genau genug, und man hat gute Anhaltspunkte dafür, wo der größte Teil von ihr geblieben ist. Im Ergebnis müßte sich der Goldpreis schon vervielfachen, um allein die Schulden der größten Industrieländer soweit zu decken, daß sie als noch seriös bezeichnet werden könnten.

Geheimniskrämerei der Zentralbanken über ihre tatsächlichen Goldbestände nähren den Verdacht, daß die Goldreserven der Notenbanken geringer, vielleicht sogar sehr viel geringer sind als veröffentlicht. Allerdings spielt das fast schon keine Rolle mehr. Denn auch wenn die Menge des Goldes in den Notenbanktresoren den veröffentlichten Statistiken entspräche und alles an die Spekulanten verleihen wäre, könnten diese überwiegend nur mit heißer Luft spekulieren. Es gibt einfach nicht so viel verfügbares Gold in der Welt, um damit die Derivate, die Spielchips zu unterlegen. Schätzungen gehen von ca. 190.000 Tonnen aus. Mindestens die Hälfte davon wurde zu Schmuck verarbeitet, die offiziell gemeldeten Bestände der Zentralbanken machen zusammen rund 35.000 Tonnen aus. Die privat gehorteten Bestände sind unbekannt, dürften aber mindestens eine ähnliche Größenordnung haben. Fazit: Den Spekulanten bleibt gar nichts anderes übrig als ihr riesengroßes Spekulationsrad mit Papiergold zu drehen.

In den vergangenen ca. 35 Jahren sind die Papiergoldmärkte zu einer mächtigen Zeitbombe geworden. Während sich arglose Privatspekulanten wundern, wenn ihnen nachgewiesen wird, daß sie mit den von ihnen erworbenen (virtuellen) Papierfetzen, die sie doch Gold wert erachtet haben, noch nicht einmal Anspruch auf die Auslieferung physischen Goldes haben, kassieren die Spielbetreiber Milliardengewinne. Ja, keineswegs alle Goldderivate sichern in ihren Bedingungen die Auslieferung physischen Goldes zu. Das wäre auch verwunderlich, da es so viel Gold wie zur Auszahlung aller Derivate erforderlich wäre, auf der ganzen Welt gar nicht gibt. Seit Mitte der Siebziger Jahre soll die Menge des Papiergoldes von ca. 3.000 Tonnen Gold auf über 38.000 Tonnen angestiegen sein. Das ist gut das 13fache der jährlichen Goldförderung der ganzen Welt.

Das Spiel ist – sogar sehr zurückhaltend charakterisiert – ein Hazardspiel. Denn es ist nicht ausgeschlossen, daß Gewinner im Derivatepoker – aus welchen Gründen auch immer – einmal fordern, die Karten auf den Tisch zu legen und wenn es die Emissionsbedingungen zulassen die Auszahlung eines größeren Betrages in physischem Gold verlangen. Das hätte wahrscheinlich verheerende Folgen – nicht nur für die Betroffenen Mitspieler.

Zu allem Unglück für die Goldzocker wird Gold im Westen auch immer knapper. Der größte Teil des verfügbaren Goldes wandert seit Jahren nach Osten. Unter Führung von China und Rußland wurde dadurch den westlichen Spekulanten bereits der reale Boden unter den Füßen weggezogen. Sie können ihr Spiel fast ausschließlich nur noch mit ungedecktem Papiergold spielen, weil für die Einlösung in echtes Gold das Material fehlt. Diese Situation ist für die Outsider, die Amateure am Spieltisch vergleichbar mit der von arglosen Bankkunden, die nicht erfahren, was die Insider schon wissen, nämlich daß ihre Bank vor dem Zusammenbruch steht und die deshalb ihr Geld abziehen, bevor die Bank offiziell zusammenbricht. Die arglose Masse der Kunden – im Falle der Goldspekulanten die große Mehrheit der mit dem Derivat Papiergold Spielenden Amateure – wird vom Zusammenbruch ihrer (Spiel-)Bank überrascht und verliert alles.

Bedenkt man wie stark der aktuelle Goldpreis von den Papierspekulanten (im offensichtlichen Interesse und mit Rückendeckung der Notenbanken, vor allem FED) verzerrt wird, kommt man zwangsläufig zu der Frage, was geschieht, wenn das Ponzi-Spiel der Notenbanen platzt und der senkrecht Goldpreis in die Höhe schießt.

Angesichts des riesigen spekulativen Kartenhauses der Derivate, das die Finanzwelt übrigens keineswegs nur beim Gold, dort aber in extremster Ausprägung aufgebaut hat, ist eine solche Frage nicht banal. Halluzinationen raffgieriger Spieler enden immer plötzlich und unerwartet. Dann wird nicht nur in der Finanzwelt Heulen und Zähneklappern sein und die Notenbanken werden mit Rückendeckung durch demokratisch gewählte Politiker! wieder über Rettungsmaßnahmen durch die Unschuldigen durch die Schuldigen nachdenken. Wie können wir, wird dann hinter vorgehaltener Hand wieder gefragt werden, den soliden Arbeitern und Sparern in die Taschen greifen, um unsere Freunde zu retten?

Wir wollen natürlich gern hoffen, daß dies niemals geschieht. Aber wir sollten uns nicht von Wunschträumen von der Realität ablenken lassen. Der Zusammenbruch der Ponzi-Spiele der großen Notenbanken dürfte unvermeidlich sein. Es ist kein Fall von Ponzi-Spielen bekannt, der anders als katastrophal endete. Das haben solche Spiele nun einmal so ansich. Wäre es anders, würden ja nur die Allerdümmsten noch arbeiten. Schulden zu machen und auf Teufel hinaus zu spekulieren genügte ja nicht nur, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, sondern böte sogar die Chance reich zu werden.

Daß sie auf einem Tiger reiten, dürfte den allermeisten Spekulanten aber bewußt sein. Wenigstens die Profis unter ihnen wissen sicherlich, welches gewagte Spiel sie spielen. Aber erstens sind Menschen nun einmal so, daß sie im Rausch des Beutemachens jede Vorsicht vergessen. Und zweitens geistert ja auch die Annahme durch ihre Köpfe, daß die Notenbanken jeden retten, der mit einer größeren Schieflage in Not geraten ist. Echte Risiken gehen allenfalls die „kleinen“ Spekulanten, die Mitläufer ein – denken viele jedenfalls.

Bisher fanden solche Räusche aber immer ihr Ende. Das wird diesmal nicht anders sein. Die Folgen wären verheerend, vor allem auch für diejenigen, die an dem Spektakel überhaupt nicht teilgenommen haben. Denn vom Zusammenbruch der Finanzwelt wird auch die Realwirtschaft betroffen sein und viele unschuldige Menschen werden ihren Arbeitsplatz und ihr Einkommen verlieren. Daß einzige Gute an dem Schlamassel wird sein: Der Heilungsprozeß birgt neue Chancen für eine bessere Welt, die vielleicht von klügeren und moralisch weiter entwickelten Menschen beherrscht wird.

Prof. Querulix beobachtet und kommentiert regelmäßig das interessante, nicht selten sehr fragwürdige Treiben der Menschentiere, vor allem das ihrer „Eliten“. Seine Beobachtungen dokumentiert er in der eBook-Reihe „Tacheles“. 7 Bände sind bisher erschienen. Der jüngste trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine 6 Vorgänger ist er im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (http://www.read.ruedenauer.de ) erschienen und dort sowie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro zu haben.

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Prof. Querulix, „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“, eBook (ISBN 978-3-943788-43-3), 264 S., 9,95 Euro
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Prof. Querulix, „Rien ne vas plus - zeitlos-zeitkritische Beobachtungen und Kommentare", bisher 7 Bände, je 180-280 S., je 9,95 Euro
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13.09.2017 08:20

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