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Die Genossenschaft Green Value SCE über bislang gescheiterte Chancen beim Schutz des Regenwaldes

Suhl, 18.05.2018. „Man kann es nur als zynisch bezeichnen, wenn die EU auf der einen Seite erklärt, man wolle dem Raubbau am Regenwald ein Ende bereiten und auf der anderen Seite einer der größten Nutznießer genau dieses Raubbaus ist“, erklären die Verantwortlichen der europäischen Genossenschaft Green Value SCE.
Sie hat sich auf nachhaltige Projekte weltweit spezialisiert. Denn nach Expertenmeinung sind 70 Prozent der globalen Entwaldung der Produktion von Rindfleisch, Soja, Palmöl und Kakao geschuldet. Die EU ist beispielweise mit 60 Prozent der größte Importeur der Welt von Rohkakao, fernerhin der zweitwichtigste Importeur von Soja und Palmöl.

Immer mehr Rodungen durch Konsum
„Unser täglicher Konsum treibt also die weltweite Abholzung immer weiter voran“,
sagen die Fachleute der Green Value SCE. Denn Kakao, Rindfleisch, Soja und Palmöl sind wichtige Bestandteile unseres täglichen Konsums. Während sich der Bedarf an Kakao und Rindfleisch noch selbst erklärt, findet sich Palmöl in Tausenden von Fertigprodukten, in Kosmetika und im Dieselkraftsoff wieder. Und die Sojaproduktion wird insbesondere als Tierfutter benötigt - gerade bei Massentierhaltungen von Rindern und Hühnern. „So landen rund 70 Prozent der Sojaproduktion der Welt in den Trögen und Näpfen meist weniger glücklicher Tiere“, meinen die Experten der Green Value SCE Genossenschaft. Um die Flächen zu schaffen, wird gerodet. In einem atemberaubenden Tempo. Die Regenwälder an der Elfenbeinküste, in Indonesien, Argentinien, Brasilien, Paraguay und vielen anderen Ländern gehen dabei in Flammen auf. Oft verbunden mit Zwangsräumungen der lokalen Anwohner.

Menschen ohne Rechte und staatlichen Schutz
„Diese Enteignungen geschehen oft illegal, werden aber nicht geahndet“, so die Verantwortlichen der Green Value SCE. Beispielweise wurden laut der brasilianischen Pastoralen Landkommission (CPT) zwischen 1995 und 2014 knapp 4000 Menschen im Zusammenhang mit ländlichen Konflikten inhaftiert. Gegner der Regenwaldvernichtung werden auch in diesem demokratischen Land kriminalisiert, verfolgt und teilweise ermordet. So wurden laut Organisation Global Witness 2016 rund 200 Menschen getötet, die ihr Land gegen zerstörerische Industrien verteidigten. In schwarzafrikanischen Ländern fällt die „Leistungsbilanz“ noch dunkler aus. In Ländern, in denen Menschenleben nichts zählen, scheint der Umgang mit ihnen noch mehr „Möglichkeiten“ zuzulassen.

Plantagenarbeiter verarmen - Kinderarbeit an der Tagesordnung
„Denn werden die Menschen in solchen Ländern nicht vertrieben, nutzt man sie einfach als einfachste Arbeitssklaven aus “, erklären die Verantwortlichen der europäischen Genossenschaft Green Value SCE. Der Arbeit auf den Plantagen folgt meist die totale Armut. Laut der Plattform „Rettet den Regenwald e.V.“ ist die Armut der Kakaobauern die Wurzel der Kinderarbeit in Westafrika. Danach waren in 2013/2014 mehr als zwei Millionen Kinder alleine an der Elfenbeinküste und in Ghana unter gefährlichsten Bedingungen im Kakaoanbau beschäftigt. Auch in den Palmölplantagen gehören unzureichende Gesundheits- und Sicherheitsvorkehrungen, der Handel mit Arbeitskräften und die Schuldknechtschaft zum Alltag. „Wir leben also weiterhin in einem Kolonialismus, der eine moderne Form des Sklavenhandels betreibt, ohne uns die Finger schmutzig machen zu müssen“, erklären die Fachleute der Green Value SCE. Publikumswirksame Reden der EU-Verantwortlichen scheinen vor diesem Hintergrund scheinheilig und dienten offensichtlich nur dem einen Zweck, nichts an den tatsächlichen Bedingungen ändern zu wollen.

EU zum Handeln aufgefordert
„Dabei sind ja nicht nur die tropischen Regenwälder und deren Bewohner bedroht, sondern die Entwicklung bedroht uns alle. Und die EU hat es in der Hand, durch entsprechende Maßnahmenpläne eine Gegenentwicklung einzuleiten“, so die Experten der Green Value SCE. Wir halten es uns noch einmal vor Augen: Die EU ist der zweitgrößte Importeur von landwirtschaftlichen Erzeugnissen der Welt, die aus der Abholzung der Regenwälder stammen. Alleine zwischen 1990 und 2005 fiel eine Fläche der Größe von Portugal dieser Gier zum Opfer. Seitdem hat sich die Situation nicht verbessert. „Die EU ist also gefordert, nicht nur ein Lippenbekenntnis zum Ende des Raubbaus bis 2020 abzulegen, sondern endlich auch mal etwas zu unternehmen“, fassen die Verantwortlichen der Green Value SCE zusammen. „Rettet den Regenwald e.V.“ hat daher zu einer Petition aufgerufen, der man auf den Webseiten des Verbandes folgen kann.

18.05.2018 13:32

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