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Ein Jahr BTZ Leipzig am BFW – Notwendigkeit und Erfolg

Am 1. September 2017 besteht das Berufliche Trainingszentrum am Berufsförderungswerk Leipzig (BFW Leipzig) ein Jahr.
Die Gründung dieses Beruflichen Trainingszentrums (BTZ Leipzig) war eine Reaktion auf das stete Anwachsen von psychischen Beeinträchtigungen in der Arbeitswelt.

Der Anteil der psychischen Erkrankungen stieg in den letzten 40 Jahren von zwei auf 15,1 Prozent. Damit sind diese Diagnosen bei Krankschreibungen und Arbeitsunfähigkeit in den letzten 20 Jahren an dritte Stelle nach den Muskel- und Skelett- sowie Atemwegserkrankungen gerückt. Die durchschnittliche Dauer psychisch bedingter Krankheitsfälle ist mit 36 Tagen dreimal so hoch wie bei anderen Erkrankungen mit 12 Tagen.1 Psychische Erkrankungen sind außerdem die häufigste Ursache für krankheitsbedingte Frühberentungen. So stieg der Anteil zwischen 1993 und 2015 von 15,4 auf 42,9 Prozent.2 Das Durchschnittsalter liegt hier mittlerweile bei 48,1 Jahren.3

Vor diesem Hintergrund und der Tatsache, dass die Rehabilitanden mit psychischen Beeinträchtigungen in den Maßnahmen des BFW Leipzig mittlerweile die zweitgrößte Gruppe in der beruflichen Rehabilitation bilden, wurde am 1. September 2016 das BTZ Leipzig am BFW eröffnet. „Die verschiedenen Maßnahmen für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen sollen die Betroffenen beim Wiedereinstieg ins Arbeitsleben unterstützen“, erläutert der Leiter des BTZ Leipzig Marko Daubitz. „Im ersten Jahr hat unser kompetentes Team von Psychologen, Ärzten, Ergo- und Sporttherapeuten, Sozialpädagogen sowie Trainern und Bildungsbegleitern gut 100 Teilnehmer betreut.“

Erfahrene Trainer leiten die Teilnehmer an der Trainingsplätzen im BTZ Leipzig an. © A. Starke, BFW Leipzig

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Zu den Angeboten des BTZ Leipzig gehört als Einstieg die Berufsfindung und Arbeitserprobung. Hier wird mit den Teilnehmern in sechs Wochen eine berufliche Eignungsabklärung mit Berufsorientierung durchgeführt. Zur Vorbereitung auf eine Umschulung wurde eine sechsmonatige Stabilisierungs- und Vorbereitungsmaßnahme entwickelt. Durch eine Stabilisierung der psychischen Belastbarkeit und die Steigerung der Konzentrationsfähigkeit werden die Teilnehmer an die Bedingungen während einer anschließenden Umschulung herangeführt. Hospitationsmöglichkeiten und die betriebliche Lernphase in Unternehmen sollen einen Qualifizierungswunsch festigen helfen. In dem Beruflichen Basistraining werden die Menschen, deren Leistungsfähigkeit in der Regel zwischen drei und sechs Stunden beträgt, mittels eines allgemeinen Belastungstrainings schrittweise auf die Anforderungen in anschließenden Maßnahmen sowie des allgemeinen Arbeitsmarktes vorbereitet. Um die Teilnehmer auf ihre Rückkehr in die Erwerbstätigkeit vorzubereiten, erfolgt im zwölfmonatigen Beruflichen Training neben der Gewöhnung an Arbeitssituation und -umfeld die persönliche Stabilisierung mit kontinuierlicher Steigerung der Anforderungen. Dazu zählt auch ein arbeitsplatzbezogenes Training zur Belastungssteigerung und zum Umgang mit Stress und Krisensituationen.

„Besonders erfolgreich waren und sind wir mit unserem Angebot für psychisch beeinträchtigte junge Menschen“, weiß Marko Daubitz zu berichten. „Auch hier ist ein großer Bedarf spürbar, da junge Leute aufgrund von Krankheit oder Leistungsdefiziten immer öfter nicht mehr in der Lage sind, einen Schulabschluss zu erreichen. Das hat weitgehende Folgen für ihren weiteren Lebensweg, da sie ohne Abschluss keine Berufsausbildung beginnen können.“

In einer Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme können die jungen Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen in einem geschützten Raum ihren Bildungsabschluss erreichen und würden so auf eine Berufsausbildung vorbereitet werden. „Auch für die anschließende Lehre habe wir ein Angebot“, betont der Leiter des BTZ. „In der Inklusionsgestützten Erstausbildung für psychisch beeinträchtigte junge Menschen erfahren sie besondere Unterstützung. Die Theorievermittlung findet in der Berufsschule statt. Die praktische überbetriebliche Ausbildung führen wir im BFW Leipzig in Kooperation mit Wirtschaftsunternehmen durch.“

Als Beispiel für die erfolgreiche Arbeit erzählt Marko Daubitz über eine junge Frau, die durch lange Krankheit und mangelnde Unterstützung auf ihrem ehemaligen Gymnasium in der neunten Klasse die Schule abbrechen musste. „In der Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme hat sie ihre Motivation für das Lernen wieder zurück erhalten und den Hauptschulabschluss mit der Note 2,0 geschafft. Am 7. August begann sie ihre dreijährige Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau im BTZ Leipzig. Und auch hier bin ich sehr optimistisch, dass sie in der Inklusionsgestützten Erstausbildung ihren Abschluss mit einem guten Ergebnis erreichen wird.“

Pünktlich zum einjährigen Bestehen präsentiert sich das BTZ Leipzig mit einer eigenen Internetseite: http://www.btz-leipzig.de

4.765 Zeichen
Erstellt: Michael Lindner

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Erfahrene Trainer leiten die Teilnehmer an der Trainingsplätzen im BTZ Leipzig an. © A. Starke, BFW Leipzig
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01.09.2017 14:38

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