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Eintracht und Gerechtigkeit gibt’s nicht geschenkt

Ein Richter in St. Louis soll einmal einen Mann, der zwei Dollar veruntreut hatte, zu 24 Minuten Gefängnis verurteilt haben.
Der Börsenspekulant Whiney, so seine Begründung, müsse für die Unterschlagung von 225.000 Dollar fünf Jahre sitzen, da wären die 24 Minuten für den Angeklagten gerecht. Nach dem Strafmaß im 28 Millionen-Fall Uli Höneß können „kleinere“ Steuersünder, die – sagen wir „nur“ hunderttausend Euro am Finanzamt vorgemogelt haben – unter Gerechtigkeitsgesichtspunkten eigentlich nur noch verwarnt werden. Gleiches Recht für alle, heißt es doch – oder ist das vielleicht gar nicht ernst gemeint?

Die Rudeltiergene des Menschentiers sprechen dafür. Der Mensch hat zwar die Moral und die Idee der Gerechtigkeit erfunden, sie liegen ihm aber nicht in den Genen und deshalb praktiziert er sie auch nur in Ausnahmefällen. Die Regel prägen der Macht- und der Beutetrieb. „Der Bildungsprozeß des Rechts ist keine Sache der bloßen Erkenntnis wie bei der Wahrheit, sondern Sache des Kampfes der Interessen.“ (Rudolf v. Ihering)

Prof. Querulix, „Tacheles“ bd. 7 „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“, eBook (ISBN 978-3-943788-43-3), 264 S., 9,95 Euro

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Wer Gerechtigkeit will, muß sie einfordern, dafür kämpfen. Rudeltiere kennen von Natur aus keine Gerechtigkeit; die Stärkeren beherrschen die Schwächeren und beuten sie aus so gut sie können. Wem das nicht gefällt, der muß sich wehren. Kann er es nicht allein, dann eben im Verein mit anderen. Diese Erkenntnis hat unter anderem die Gewerkschaften hervorgebracht. Sie haben einiges für die große Mehrheit der Schwächeren Gesellschaftsmitglieder erreicht. Soziale Gerechtigkeit herzustellen, ist ihnen allerdings bis heute nicht gelungen und es gelingt ihnen immer weniger.

Selberfressen macht fett. Das gilt auch im Verhältnis der Staaten zueinander. „Europa, ein bunter Völkerhaufen, der so lange zusammenhält, wie es Rosinen zu verteilen gibt, der aber sofort auseinanderläuft, wenn der Hof gekehrt werden muß“, urteilt Prof Querulix und fragt sich, wie die Politiker nur auf die absurde Idee gekommen sind, man könne aus dem Flickenteppich vollkommen unterschiedlicher Mentalitäten und Interessen mir nichts dir nichts eine homogene europäische Nation machen. Wir Deutsche haben doch schon zwischen den Bundesländern Diskrepanzen und Rivalitäten.

Zwietracht vermeidet man am besten, wenn man einander aus dem Wege geht. Wenn die Europäische Einigungsidee nicht vollends den sprichwörtlichen Bach hinuntergehen soll, wird man sich schnellstens auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen müssen. Die Verschiedenheit der Mentalitäten in den europäischen Staaten und daraus folgend mehr oder weniger große Unterschiede, zum Beispiel beim materiellen Wohlstand, beim Schuldenmachen, bei der Rechtssicherheit und der Gesetzestreue müssen hingenommen werden. Die lassen sich vielleicht in hundert Jahren etwas einebnen. Offene Grenzen zwischen den Mitgliedsländern sind nicht zwangsläufig. Zwecks Eindämmung von Wanderkriminalität müssen sie gegebenenfalls geschlossen werden.

Europa ist nicht einmal eine Wertegemeinschaft. Das zeigen die politischen Entwicklungen der letzten Zeit in den Staaten des ehemaligen Ostblocks. Demokratie ist dort offensichtlich noch nicht zuverlässig angekommen. Das zeigen aber auch die Südstaaten, die sich mit tatkräftiger Unterstützung der EZB und ihres Präsidenten Draghi fröhlich weiter verschulden. Die Inflation soll’s dann wohl richten. Daß durch diese Politik auch Millionen Menschen in den solide wirtschaftenden Nordstaaten ihre Ersparnisse verlieren, scheint niemanden zu interessieren.

Weniger Europa wäre mehr Europa. Gemeinsame Verteidigung, Freihandel und konsequenter Einsatz der Politiker für mehr soziale Gerechtigkeit könnten die Basis sein, auf der die Integration individuell jeweils von den Staaten vorangetrieben wird, die das wollen, weil sie in ihren Intentionen zusammenpassen. Grundsatz muß sein: Wer von europäischer Gemeinschaft profitieren will, der muß auch für sie arbeiten und zu ihrem Erfolg beitragen.

Wenn Europa als Gemeinschaftsprojekt überleben soll, muß es stärker werden. Und um stärker zu werden, muß es einiger sein und niemand darf die Europäische Gemeinschaft oder die Europäische Währungsunion mehr als Selbstbedienungsladen oder gar als zu eroberndes Gebiet betrachten. Gegenüber Menschen wie dem Türkischen Präsidenten Erdogan dürfte es am besten sein, dem Türkischen Volk die Entscheidung bewußt zu machen, die es bei dem anstehenden Referendum zu treffen hat: Entweder Annäherung an Europa mit der Konsequnez, die europäischen Werte zu achten, oder Abkehr von Europa mit allen politischen und wirtschaftlichen Folgen.

Eintracht und Gerechtigkeit gab’s noch nie in der Geschichte der Menschheit gratis. Das haben die Gene des Menschentiers zuverlässig verhindert und werden es auch weiter tun. Wenn die Menschheit künftig einigermaßen in Frieden weiterleben soll, braucht sie sowohl für Individuen wie auch für Völker und Ethnien möglichst viele Freiräume für ein „nach eigener Facon selig werden“, und die Freiräume der einen müssen von den anderen auch strikt geachtet werden. Aber es gibt darüber hinaus Menschen- und Völkerrechte, und über die darf nicht verhandlet werden. Das Menschentier muß konsequent daran arbeiten, zum Menschen zu werden und darf sich von nichts und niemanden davon abhalten lassen.

Prof. Querulix beobachtet und dokumentiert seit vielen Jahren das Treiben der Menschentiere. Seine Befunde erscheinen in der Reihe „Tacheles“. Bisher sind sieben Bände als eBooks erschienen. Der jüngste im Umfang von 264 Seiten trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3), 264 S. Er ist wie auch seine 6 Vorgänger im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (http://www.read.ruedenauer.de ) erschienen und dort wie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro erhältlich.

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Prof. Querulix, „Tacheles“ bd. 7 „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“, eBook (ISBN 978-3-943788-43-3), 264 S., 9,95 Euro
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Prof. Querulix, „Tacheles - zeitlos-zeitkritische Beobachtungen und Kommentare“, bisher 7 Bde 180-280 S., je 9,95 Euro
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24.03.2017 08:20

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