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Eurokrise: Erinnerung an die Ehrung der Sturzgeburt

Vor nicht viel länger als 15 Jahren, am 01.01.2002 wurde die drei Jahre zuvor schon als Buchgeld etablierte neue Europawährung, er Euro, auch als Bargeld in Scheinen und Münzen eingeführt.
Damit wurde der schon 1972 geschaffene europäische Wechselkursverbund in einen Währungsverbund verwandelt.

Heute wissen wir, daß es eine Sturzgeburt war. Die arglosen Deutschen mußten erleben, daß sich einige Beteiligte offensichtlich von Anfang an in der Absicht beteiligt haben, abzukassieren so gut es geht. Schon aus dem Vorgänger, dem Wechselkursverbund schieden bis Ende 1978 mehrere Staaten wieder aus, weil ihre Geldpolitik den Anforderungen an die Stabilität des Verbundes nicht gewachsen war. Die Auseinandersetzungen waren die gleichen wie heute. Industrieländer wie Deutschland und Großbritannien waren sogenannte Nettozahler; landwirtschaftlich geprägte Länder wie Frankreich, Spanien und Portugal waren Nettoempfänger. Es paßte einfach nicht zusammen, was zusammengehören sollte.

Daß man vor der Einführung des Euro diese Problematik bedacht und entsprechende Vorkehrungen geschaffen hätte – damit waren die Politiker offensichtlich überfordert.

Prof. Querulix, „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“, eBook (ISBN 978-3-943788-43-3), 264 S., 9,95 Euro

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Man hat aus den Problemen mit dem Wechselkursverbund nichts gelernt und ist sehenden Auges in die Euro-Katastrophe gerannt Heute befinden wir uns mittendrin und ein Ausweg ist nicht in Sicht. Allein der gesunde Menschenverstand konnte schon in den Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts erkennen, daß eine Gemeinschaftswährung nicht gut gehen konnte. Gemeinsame Währungen funktionieren nur mit einheitlicher Geld- und Fiskalpolitik. Diese aber werden maßgeblich von den Mentalitäten und Lebensgewohnheiten der Völker bestimmt und den dadurch unterschiedlich geprägten Politiken. Nur Traumtänzer können glauben, daß der Euro in der gegenwärtigen Fassung eine Überlebenschance hat. Die (nahe) Zukunft wird zeigen, wie turbulent die Abwicklung sein wird.

Weil es kaum gelingen wird, die Deutschen auszuplündern und zum Dauerzahlmeister für eine Club-Med-Währungspolitik zu machen, ohne enorme Risiken für den sozialen Frieden und die politische Stabilität in Europa zu riskieren, müssen (möglichst kluge) Entscheidungen getroffen werden, um zu retten, was vielleicht noch zu retten ist. Jetzt schon hat Deutschland auf der Ebene der Zentralbanken eine gigantische Gläubigerposition. Beim Auseinanderbrechen der Währungsunion in den kommenden 1-2 Jahren könnten die damit verbundenen Verluste bereits mehr als eine Billion Euro betragen. Denn es ist nicht damit zu rechnen, daß die Südstaaten ihre Schulden bezahlen (können).

Daß in den Südländern der Währungsunion solide Haushaltspolitik einkehrt, kann nach den Erfahrungen der Vergangenheit ausgeschlossen werden. Um den Euro zu retten, müßte sich Deutschland anpassen und entweder die Südländer dauerhaft alimentieren oder selbst vom Sparen zum Geldausgeben übergehen. Die TARGET2-Forderungen der Bundesbank betragen inzwischen mehr als 830 Milliarden (830.000.000.000) Euro. Deutschland kann überhaupt kein Interesse daran haben, daß sie auf dieser astronomische Höhe verweilen oder sogar noch weiter steigen. Denn das Geld wird mit dem Scheitern der Währungsunion verloren sein.

Anstatt hunderte Milliarden zu verschwenden, sollten sie für Zukunftsinvestitionen ausgegeben werden, an denen die deutschen Regierungen immer viel zu viel gespart haben, obwohl es investive Ausgaben sind, für die unbedenklich Schulden gemacht werden dürften. Niedrige Steuern für Reiche sind unseren Politikern aber – wie übrigens auch US-Präsident Trump – offensichtlich wichtiger als eine Zukunft, die auch noch für unsere Kinder lebenswert ist. Auch der Exportfetischismus könnte zugunsten einer Stärkung der Binnennachfrage zurückgedämmt werden, indem nach der Wahl nur die niedrigsten Einkommen steuerlich (deutlich) entlastet und alle geringen Renten so erhöht werden, daß sie nicht mehr durch Sozialhilfe aufgestockt werden müssen, um die nötigsten Ausgaben für den Lebensunterhalt zu decken.

Leider ist zu befürchten, daß die Politiker nichts dergleichen zustande bringen werden. Es ist weder eine intelligente Lösung für die Rettung des todkranken Euro zu erwarten, noch die Aufbesserung der ramponierten sozialen Gerechtigkeit. Aus der Eurokrise könnte schneller als erwartet eine große europäische Krise werden und anhaltende soziale Deprivation könnte die innere Sicherheit gefährden.
Im Jahre 2002 erhielt der Euro und erstmals keine Person oder Gruppe den Karlspreis für besondere Verdienste um die europäische Einigung. Heute müssen wir erkennen, was damals nur wenige erkannt (oder offen zu bekennen gewagt) haben: Der Euro war ein Experiment mit ungewissem Ausgang. Ihm den Karlspreis zu verleihen, war verwegen. Aber man gönnt sich ja sonst nichts, wenn es gilt die Realität mit Wunschdenken zu vernebeln. Der Euro, so die damalige Begründung, fördere die Identifikation der europäischen Völker mit Europa. So blauäugig können Menschen sein, die das Schicksal in hohe politische Ämter gespült hat. Wer sich in der Geschichte auskennt, ist darüber allerdings nicht überrascht.

Der damalige Laudator, der italienische Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi, sprach von einem "historischen Moment". Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Wim Duisenberg, nahm die Preis-Urkunde und die Medaille entgegen. In seiner Dankesrede sprach er von einem „kühnen Schritt“, die Gemeinschaftswährung als Mittel eines umfassenderen Prozesses einer nicht nur wirtschaftlichen, sondern auch politischen Vereinigung Europas zu konzipieren. Der studierte Ökonom, der sich ein unabhängiges Urteil erhalten hatte, war wohl von Anfang an skeptisch.

Wie sich gezeigt hat, war die Einführung des Euro nicht nur ein kühner Schritt, sondern ein sträflich leichtsinniger Schritt, bei dem die absehbaren Probleme mit den unterschiedlichen Mentalitäten der der Mitgliedsvölker ganz außer Acht gelassen wurden. Aber am verhängnisvollsten erwies sich die erschummelte Aufnahme Griechenlands und der Verzicht auf den Hinauswurf nach der Entdeckung. Spätestens danach war klar, daß die Südländer ihre notorisch laxe Haushaltspolitik fortführen und die Gemeinschaftswährung permanent gefährden würden.

Ganz gleich, welches Schicksal dem Euro in den kommenden Jahren widerfahren wird: Eine Rarität ist zur Erinnerung geblieben: Eine Kassette mit den Kursmünzensätzen der Gründungsmitglieder der Gemeinschaftswährung. Sie wurde anläßlich der Verleihung des Karlspreises an den Euro in einer Auflage von nur 2002 Exemplaren geschaffen. Sie ist auf der WebSite http://www.sammlerfreund.de zu sehen, ist allerdings unverkäuflich.

Seit Jahren beobachtet und kommentiert Prof. Querulix das fragwürdige Treiben der Menschentiere. In der eBook-Reihe „Tacheles“ dokumentiert er seine Beobachtungen. 7 Bände sind bis heute erschienen. Der jüngste: Band trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine 6 Vorgänger ist er im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (http://www.read.ruedenauer.de ) erschienen und dort sowie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro erhältlich.

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Prof. Querulix, „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“, eBook (ISBN 978-3-943788-43-3), 264 S., 9,95 Euro
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Prof. Querulix, "Tacheles - zeitlos-zeitkritische Beobachtungen und Kommentare", eBooks, bisher 7 Bände, je 9,95 Euro
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23.05.2017 08:15

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