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Frauen fürs Top-Management sind (noch) Mangelware

Aktuelle Hay Group-Studie zeigt: Eine feste Frauenquote von 30 Prozent quer durch alle Branchen ist derzeit (noch) nicht realisierbar.
Es fehlen die qualifizierten Frauen.
Statement von Hay Group-Experte Dr. Thomas Haussmann zur Frauenquote

Chancengleichheit, Geschlechtergerechtigkeit und die Tatsache, dass Unternehmen bessere Ergebnisse erzielen, wenn die Führungsspitze aus Männern und Frauen besteht – all das sind Argumente, die Verfechter einer Frauenquote ins Feld führen. Und diese Argumente sind gut und valide. Eine aktuelle Studie der internationalen Unternehmensberatung Hay Group zeigt jedoch: Noch fehlt es in vielen Branchen an qualifizierten Frauen für Top-Positionen auf den ersten beiden Führungsebenen.

Hay Group hat in einer repräsentativen Studie die Frage untersucht: Stehen auf den Nachwuchsführungsebenen genügend qualifizierte Frauen zur Verfügung, mit denen eine Frauenquote in Zukunft erfüllt werden kann? Die Antwort lautet: Nein. Denn: Über alle Branchen hinweg liegt der Frauenanteil im außertariflichen Bereich und im Bereich des unteren Managements bei ungefähr 20 Prozent. Im mittleren und oberen Management ist der Anteil noch niedriger; dort sind weniger als 10 Prozent weiblich.
Allerdings sind die Unterschiede zwischen den Branchen zum Teil erheblich: In Dienstleistungsunternehmen und in der Konsumgüterindustrie liegt der Frauenanteil im Management bei über 20 Prozent. In ingenieursgetriebenen Firmen hingegen sind höchstens 13 Prozent der Führungskräfte weiblich.
„Eine Frauenquote von 30 Prozent für Vorstands- und Geschäftsführungsfunktionen ist derzeit also nur dann umsetzbar, wenn man in Kauf nimmt, auch einen erheblichen Anteil nicht ausreichend qualifizierter Frauen in diese Top-Positionen zu bringen“, sagt Haussmann. Auch Frauenquoten von 20 Prozent und weniger seien nur in den Branchen realisierbar, in denen es genug qualifizierte Frauen gibt. „Man muss also genau hinschauen. Ein einheitlicher Prozentsatz für alle Unternehmen und Branchen ist kontraproduktiv“, so Haussmann. Eine starre Quote sei verfehlt. Die Anstrengungen sollten sich vielmehr vor allem darauf richten, die Frauen in den unteren Führungsebenen zu fördern. Außerdem müssten Schulen und Universitäten Frauen ganz gezielt für die MINT-Fächer begeistern. „Dann werden wir in ein bis zwei Jahrzehnten auch genug qualifizierte Frauen in Top-Positionen haben. Ganz ohne eine Quote“, so Haussmann.

Über die Studie
In die Studie sind 85.782 Datensätze eingeflossen.

04.11.2013 09:42

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