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GLASSISTANT – hohe Lebensqualität trotz Demenzvorstufe.

Berlin/Dortmund. Mit zunehmendem Alter verschlechtern sich die kognitiven Fähigkeiten von Menschen.
Im Zuge des Demografischen Wandels wird es immer mehr Menschen geben, die Unterstützung für ihren Alltag benötigen, gleichzeitig aber auch immer weniger jüngere Menschen die im Alltag unterstützen können. In der Forschung wird es daher immer wichtiger die technischen Möglichkeiten zu untersuchen, um kompatible und einfach zu integrierende Alltagslösungen zu entwickeln. In diesem Zuge entsteht in einem Verbundprojekt von Charité Berlin, Universität Augsburg sowie den Unternehmen Ascora und Otaris, das Projekt GLASSISTANT.

Im Fokus des Forschungsprojektes steht die Diagnose Mild Cognitive Impairment (MCI), die häufig eine Vorstufe von Demenz darstellt. Gekennzeichnet ist sie laut Experten durch Leistungseinschränkungen in Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Denkvermögen. Hierdurch kann es zu Schwierigkeiten bei der Bewältigung komplexer Alltagsaufgaben kommen. Die fortschreitende Alterung der Bevölkerung führt zu einer Steigerung der MCI Fälle und sieht deshalb dringenden Bedarf für alltagsunterstützende intelligente technische Assistenten. Das Verbundprojekt GLASSISTANT bietet Hilfestellungen für den Alltag, bei gleichzeitig aufrechterhaltener Selbstständigkeit im Alltag. Der Alltagshelfer wird durch Smart Glasses erlebbar, die zusammen mit am Körper getragenen Sensoren den Stresspegel des Trägers misst und mit der Datenbrille das Sichtfeld analysiert und hier Informationen zu der Situation oder einzelnen Gegenständen einblendet. So bietet er die Möglichkeit die Träger nach Hause zu navigieren, Informationen zu betrachtenden Gegenstände oder Informationen zum Tagesablauf darzustellen.

Ein längeres, selbstständiges Leben ohne Stigmatisierung kann das positive Ergebnis sein. Gerade in Bezug auf die ethischen und somit auch datenschutzrechtlichen Aspekte können Smart Glasses als kritisch betrachtet werden, da sie Informationen in ihrer Umgebung sammeln und Bewegungsprofile aufzeichnen können. Um den datenschutzrechtlichen und ethischen Standards innerhalb dieses Projektes gerecht zu werden, wurde ein ELSI-Advisory Board gebildet, welches mit Branchen-Experten besetzt ist. Neben Vertretern aus dem Dt. Ethikrat, ehrenamtlichen Vereinen, Universitäten und Unternehmen ist auch Herr Professor Thomas Jäschke, Institutsleiter des ISDSG als IT-Sicherheitsexperte berufen worden, um das Projektkonsortium zu unterstützen. „Die Erforschung der vielfältigen Möglichkeiten tragbarer Assistenzsysteme ist ein absolut spannendes und innovatives Feld. Aber gleichzeitig sind diese Systeme auch derart komplex, so dass die vielfältigen Datenschutzfragen für den Endanwender nicht transparent sind. Die Experten des Advisory Board übernehmen dabei die wichtige Rolle, diese Thematiken noch mal objektiv zu reflektieren, kritisch zu bewerten und die notwendige Transparenz herzustellen“, so der Institutsleiter des ISDSG. Das Datenschutz- und Ethikkonzept des Projektes wird von diesem Gremium jedes Jahr geprüft. Der erste Projektworkshop fand im Mai 2015 statt.

Weiterführende Projektinformationen sowie aktuelle Meldungen erhalten Interessierte unter http://www.glassistant.de

19.05.2015 17:11

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