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„Grünes Gold“ – Algen-Projekt „Advanced Biomass Value“ startet aussichtsreich ins dritte Projektjahr

München/Ottobrunn, 27. Juli 2015 – Vor vielen Millionen Jahren sanken nebst allerlei Getier auch Algen auf den Grund des Meeres.
Im Laufe der Zeit und durch die richtigen Umgebungsbedingungen wandelte sich diese Biomasse zu unserem heutigen „schwarzen Gold“, dem Erdöl. Das kennen wir noch aus der Schule. Doch Erdöl kann nicht mehr unumstritten und endlos als Ausgangsstoff für unsere alltäglichen (Wegwerf-)Produkte und unseren steigenden Energiebedarf verwendet werden. Alternativen müssen her – und auch dabei spielen Algen eine wichtige Rolle: aber jetzt in der frischen Form des „grünen Goldes“. So sind Algen zusammen mit Ölhefen im BMBF-geförderten Verbundprojekt „Advanced Biomass Value“ die Hauptakteure.

Algen und Ölhefen dienen in „Advanced Biomass Value“ als Rohstoff für biobasierte Schmierstoffe, Biokerosin und CO2-bindende Baumaterialien. Damit greift das Projekt gleich mehrere Herausforderungen unseres modernen Lebens auf:
 Flächennutzungskonkurrenzen: Algen können auf Flächen kultiviert werden, die nicht in Konkurrenz zur Produktion von Nahrungsmitteln stehen.
 Funktionierendes Bioraffinerie-Konzept: Durch die stoffliche als auch energetische Nutzung der eingesetzten Algen und Ölhefen entstehen keine Abfälle.
 Umwelt- und Klimaschutz: Bei der Nutzung von Algenbiomasse werden keine zusätzlichen Treibhausgase ausgestoßen, im Gegensatz zum Erdöl, welches bei seiner Verwendung, vor allem als Kraftstoff, seit Jahrmillionen gebundene Treibhausgase freisetzt.

Diesen Monat startete nun das dritte Projektjahr von Advanced Biomass Value und die Projektpartner können bereits wichtige Erfolge vorweisen: Die gefundenen Algenstämme, Ölhefen und Methoden zu deren Kultivierung erzielen gute Ergebnisse auf dem Weg zur Herstellung biobasierter Flugkraft-, Schmier- und Baustoffe. Nächster Meilenstein ist nun die Kultivierung von Algen im industriellen Maßstab, daher geht Mitte August ein Flachplatten-Photobioreaktor in Betrieb. Damit setzte sich die positive Entwicklung von Advanced Biomass Value auch im zweiten Jahr fort und lässt die Partner zuversichtlich auf die restliche Projektlaufzeit blicken: Schmier-, Bau- und Flugkraftstoffe aus Algen und Ölhefen sind inzwischen zum Greifen nah.

Hintergrund zu „Advanced Biomass Value“
In der Flug- und Schmierstoffindustrie ist im Hinblick auf die immer knapper werdenden fossilen Rohstoffe ein Umdenken notwendig. Um den Bedarf auch weiterhin zu decken, müssen alternative Ressourcen herangezogen werden. Kraftstoffe aus Algen werden den Standards heutiger Flugkraftstoffe gerecht. Zudem konkurriert die Nutzung von Algen als Rohstoffquelle nicht mit der Nahrungsmittelproduktion. Weitere Vorteile sind, dass Algen beim Wachsen das Treibhausgas CO2 fixieren und im Vergleich zu Landpflanzen einen 10-100-fach höheren Biomasseertrag pro Anbaufläche aufweisen.

Die Projektpartner sind: Fachgebiet Industrielle Biokatalyse der Technischen Universität München (Koordinator), die Lehrstühle für Chemie Biogener Rohstoffe, für Technische Chemie II und für Bioverfahrenstechnik der Technischen Universität München, der Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Airbus Group Innovations, Bauhaus Luftfahrt e.V., BBSI UG, Fuchs Europe Schmierstoffe, NATECO2 und Speetect GmbH. Die IBB Netzwerk GmbH hat das Projektkonsortium in der Partnerfindung und Antragseinreichung begleitet und ist in dem Projekt zuständig für die Netzwerkpflege und die Außendarstellung.

27.07.2015 11:20

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