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Konfliktmanagement und Kommunikationstraining

Heiß oder kalt? Streit oder Schweigen? Knallende Türen oder eisige Stille? Konflikte sind so unterschiedlich wie die Menschen, die Auseinandersetzungen und Missverständnisse erleben, aber nicht damit umgehen können.
Denn nichts ist so schwer wie zuzugeben, dass es einen Konflikt gibt.

TIPP: „Der meint das nicht so“, „Das bildest du dir nur ein“, diese und andere gut gemeinte Ratschläge kommen von Kolleginnen oder Kollegen, denen Sie sich anvertraut haben. Glauben Sie diese Sätze nicht, denn Ihre Wahrnehmungen sind richtig. Gefühle lügen nicht.

Entstehen ungute Gefühle in Gesprächen oder in Arbeitssituationen empfiehlt es sich, diese sofort zu thematisieren und mit denen zu besprechen, die diese schlechten Gefühle ausgelöst haben. Natürlich kann etwas anders gemeint sein als es gesagt wurde; natürlich ist es möglich, etwas falsch zu verstehen und auch eine Geste oder eine Bewegung kann in einem anders interpretierten Kontext seltsam anmuten. Diese Missverständnisse anzusprechen bzw. für Klarheit zu sorgen, ist ein erster wesentlicher Schritt zur Konfliktlösung. Wird dieser ausgelassen, setzt sich eine Konfliktspirale in Gang, die verhängnisvoll endet. Sie beinhaltet

• Gerede und Schuldzuweisungen
• Neuorganisation von Aufgaben und Verantwortungen
• Koalitionen innerhalb des Teams bzw. der Abteilung
• Wahrung des eigenen Images versus Drohgebärden
• offene Auseinandersetzung, Schädigung, Sabotage.

Am Ende einer solchen Spirale bestimmen Krankheit, Arbeitsausfall, Kündigung, Klage und juristische Auseinandersetzung den Konflikt. Eine Lösung gibt es für beide Seiten nicht mehr, denn auch ein juristischer Freispruch verhindert nicht, dass persönliches Ansehen, die Gesundheit und ein gutes Arbeitsklima zerstört sind. In den meisten Fällen kommt eine Rückkehr an den Arbeitsplatz nicht in Frage, da das Vertrauen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht mehr existiert.
Sich persönlich von einem Konflikt zu erholen, braucht lange, denn sowohl Familie als auch Freunde haben die Auseinandersetzung erlebt und sich stets als ohnmächtig gesehen. Ein eskalierter Konflikt kann auch im Privatleben zu Verlusten führen, denn nicht jede und jeder hält es aus, wenn ein Partner oder ein Freund nur noch streitet und leidet. Dies ist ein weiteres Kriterium von ungelösten Konflikten: Ihnen gilt morgens der erste Gedanke und abends der letzte.

Das einfachste ist es, sofort auf Unstimmigkeiten zu reagieren. Dies gelingt, wenn klar ist:

• Fühle ich mich ungerecht behandelt?
• Stört mich irgendetwas?
• Worüber ärgere ich mich gerade?

Wer diese Fragen für sich selbst zulassen kann und Antworten findet, hat die notwendigen Inhalte, um Konflikte zu vermeiden. Mit diesem Wissen sind rechtzeitige Reaktionen möglich, indem in Gesprächen
• Wünsche geäußert werden
• Grenzen gesetzt werden.

Manches Mal zeigt sich bei intensiver Überlegung, dass eigentlich nur die persönliche Eitelkeit getroffen ist und nicht die Fach- und Sachkompetenz. Hier gilt es, über den eigenen Schatten zu springen, anderen zur Herausforderung zu gratulieren und die eigene Unterstützung anzubieten. Vielleicht ergibt eine solche Situation die Möglichkeit, sich im Unternehmen weiterzuentwickeln und nach neuen Aufgaben zu suchen. Vielfach sind es auch einfach nur die Eitelkeiten anderer, die manche Entscheidung getroffen haben. Dies gilt insbesondere bei Führungskräften oder in übergeordneten Hierarchieebenen. Sich in einem Konflikt mit diesen behaupten zu wollen, ist vergeblich, denn die Macht ist auf deren Seite.
Humor, innere Gelassenheit und Wertvolles außerhalb des Berufslebens helfen dabei, Konflikten mit Machthabern aus dem Wege zu gehen bzw. sie nicht zu befördern oder zu thematisieren. Ist die getroffene Entscheidung falsch, wird sie auf übergeordneter Ebene irgendwann korrigiert werden. Ist die Entscheidung lächerlich, wird sie eines Tages vergessen. Aller Ärger wäre vergeblich und schadet nur dem eigenen Wohlbefinden.

05.08.2016 11:02

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