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Korn-Ferry-Untersuchung: Europa abgeschlagen – Big Data & KI in der Personalrekrutierung spielen bei einem Drittel der Unternehmen keine Rolle

Drei von vier Unternehmen weltweit setzen heute Big Data und Künstliche Intelligenz (KI) bei der Rekrutierung von Fach- und Führungskräften ein.
In Nordamerika ist nur jedes fünfte Unternehmen (22 Prozent) bei der Talentauswahl noch nicht digital, in Asien knapp jedes vierte (23 Prozent). Auf dem letzten Platz: Europa. 32 Prozent der Unternehmen nutzen Big Data und KI bei ihrer Suche nach Mitarbeitern bisher nicht. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Befragung von weltweit 770 Personalverantwortlichen weltweit durch die Executive-Search- und Organisationsberatung Korn Ferry Futurestep.

- Mehrheit weltweit ist überzeugt davon, durch digitale Rekrutierung schon heute bessere Kandidaten zu erreichen
- Rund die Hälfte gibt an, mehr Zeit für Fokussierung und Konzentration auf die besonders potenzialträchtigen Kandidaten zu erhalten
- 86 Prozent der europäischen Befragten geben an, Schwierigkeiten im Umgang mit Big Data zu haben
Jan Müller, Korn Ferry Futurestep

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„Zuerst die gute Nachricht: Weltweit ist es der Mehrheit der großen Unternehmen gelungen, ihre Rekrutierung an die digitale Lebenswirklichkeit ihrer Kandidaten anzupassen“, sagt Jan Müller, Managing Director EMEA und Spezialist für Lösungen rund um die Talentrekrutierung bei Korn Ferry Futurestep. „Was mich als Deutscher und Europäer nicht zufrieden stimmt: Sowohl Nordamerika als auch die Industrie- und Schwellenländer in Asien sind schon weiter. Dadurch sinkt die Wettbewerbsfähigkeit unserer europäischen Industrien insbesondere bei der Rekrutierung aus internationalen Märkten. Und daran werden wir in Zukunft aufgrund des weiter zunehmenden Fachkräftemangels nicht vorbeikommen.“

68 Prozent der weltweit Befragten haben angegeben, dass durch die (Teil-)Digitalisierung ihrer Rekrutierungsprozesse es gelungen sei, heute qualitativ noch bessere Kandidaten zu finden. 18 Prozent sind sogar davon überzeugt, dass diese Kandidaten deutlich besser seien als bisher. Jan Müller sagt: „Unternehmen haben in der Vergangenheit oft zu viel Zeit mit den falschen Kandidaten verbracht. Zum einen, weil sie die richtigen Kandidaten bisher nicht kannten. Zum anderen, weil die manuelle Auswahl der Lebensläufe von Bewerbern nicht immer die richtigen Kandidaten in Assessment Center und Vorstellungsgespräche gebracht hat. Firmen wussten vor dem Erstkontakt häufig nichts über ihre Kandidaten abseits der beruflichen Biographie. Wenn man bedenkt, dass aber Erfahrungen nur einen Teil der Auswahlkriterien ausmachen, wird schnell deutlich, dass man viel zu oft mit den falschen Kandidaten zusammengesessen oder sich auf die falschen Gesprächsthemen konzentriert hat.“

Fokussierung auf relevante Kandidaten und Gesprächsbestandteile

Denn Big Data und KI ermöglichen abseits der Nutzung eines größeren Kandidatenpools vor allem die Fokussierung auf die Bewerberinnen und Bewerber mit den größten Potenzialen sowie eine genauere Vorbereitung der Gespräche. 48 Prozent der Befragten haben angegeben, durch den Einsatz von digitalen Tools jetzt mehr Zeit für die wirklich relevanten Fragestellungen zu haben und 40 Prozent sind der Meinung, dass sie einen zusätzlichen Nutzen durch neue wichtige Einschätzungen zu den Kandidaten erhalten.

„Neben der Einschätzung eines Lebenslaufs können zum Beispiel psychologische Online-Assessments schon frühzeitig feststellen, ob ein Kandidat grundsätzlich zu der von ihm gewählten möglichen Rolle sowie zur Unternehmenskultur passt“, sagt Jan Müller. „Denn nach wie vor gilt: Eingestellt werden Kandidaten wegen ihrer Kompetenz, die Trennung erfolgt aber zumeist aufgrund persönlicher oder kultureller Differenzen. Wenn frühzeitig klar ist, dass zwei Parteien nicht zueinander finden werden, ist es in beidseitigem Interesse, kein Gespräch miteinander zu führen. Auch wenn der Lebenslauf noch so sehr für eine Person spricht. Am Ende würden Kandidat und Arbeitgeber nicht glücklich miteinander.“



Umgang mit Big Data und KI muss noch erlernt werden – vor allem in Europa

Die Untersuchung verdeutlicht jedoch auch, dass es nach wie vor nicht einfach ist für Mitarbeiter in Personalabteilungen weltweit die neuen digitalen Tools auch adäquat zu nutzen. Zwar haben 87 Prozent der Befragten angegeben, dem Einsatz mehr digitaler Tools in der Zukunft positiv gegenüber zu stehen. Auf der anderen Seite wissen 53 Prozent gar nicht, wie sie mit den neuen vielfältigen Daten umgehen sollen. In Europa haben sogar 86 Prozent der Befragten angegeben, zu viele Daten zu erhalten, mit denen sie nicht zielgerichtet arbeiten können.

„Das technische Digitalisieren von Prozessen ist nicht ausreichend, um echte Effizienz- und Effektivitätssprünge zu erreichen“, sagt Jan Müller. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Personalabteilungen müssen intensiv in der Nutzung der neuen Werkzeuge geschult werden. Und die Werkzeuge müssen sich noch weiterentwickeln: Jeder erhebt heute ein Vielfaches an Daten. Die Analyse, entsprechende Aufbereitung und der gezielte Einsatz dieses zusätzlichen Wissens wird heute von vielen Organisationen noch nicht ausreichend beherrscht. Unternehmen können sich heute Wettbewerbsvorteile erarbeiten, indem sie genau diese Probleme schnell lösen. Unsere Zahlen zeigen erneut: Die Affinität in der Nutzung von Big Data und KI ist in Europa deutlich weniger stark ausgeprägt im Vergleich mit dem Rest der Welt. Europäische Unternehmen müssen hier dringend aufholen.“

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Jan Müller, Korn Ferry Futurestep
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03.05.2018 09:28

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