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Malerei mit Nadel und Faden - Stickerinnen halten ein jahrhundertealtes Handwerk lebendig

Stickerinnen halten ein jahrhundertealtes Handwerk lebendig - Gute Berufsmöglichkeiten


Sie sind die Künstler hinter den prächtigen Motiven auf Fahnen oder dem aufwändigen Schmuck der Messegewänder: Stickerinnen verwandeln einen einfachen Stoff mit Nadel und Faden in ein wertvolles Kunstwerk. Es ist eine Kunst, die schon in der Antike bekannt war und heute immer noch aktuell ist. Fahnen Kössinger in Schierling bei Regensburg ist einer der wenigen Betriebe, die immer noch Stickerinnen ausbilden und sie damit auf einen modernen, kreativen und zukunftsträchtigen Beruf vorbereiten. "Es ist ein sehr vielseitiger Beruf, deswegen habe ich mich für die Ausbildung entschieden", sagt Cindy Schöps, Auszubildende bei Fahnen Kössinger. In ihrer dreijährigen Ausbildung lernt sie alles rund um Stoffe, Motive und Sticktechniken, um selbst eine Fahne sticken zu können.

Die korrekte Bezeichnung des Berufs ist Textilgestalter im Handwerk Fachrichtung Sticken.

Kordelstickerei

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Seit einer Reform 2011 werden die Sticker an der Berufsschule gemeinsam mit Webern, Strickern, Klöpplern, Filzern und Posamentierern ausgebildet. "Damit konnten wie die Ausbildung retten und zugleich auf eine breitere Basis stellen", sagt Alfred Licht, Obermeister bei der Textilgestalter-Innung Süd. Gemeinsam mit anderen Textil-Handwerkern lernen die Sticker nun alles, was es rund um das Thema Stoffe, Garne oder Verarbeitungsmöglichkeiten zu wissen gibt. Die praktische Ausbildung findet im Betrieb statt. "Unsere Auszubildenden kennen nach den drei Jahren die verschiedenen Sticharten - Plattstich, Steppstich oder Kettstich, die je nach Motiv und Material zum Einsatz kommen", sagt Meisterstickerin Doreen Heidemüller. Die Auszubildenden lernen den Umgang mit unterschiedlichen Stickmaschinen. Auch das Sticken mit der Hand gehört zum Beruf. "Ich kann mir durch sehr erfahrene Mitarbeiter ein großes Wissen aneignen", sagt Auszubildende Schöps. "Dabei lerne ich den richtigen Umgang mit den unterschiedlichsten Materialen wie Stoffen, Garnen oder Fransen, die ganze Farbpalette von Stoffen kennen."

Die Sticker sind bei der Produktion einer Fahne von Anfang an eingebunden, von der Motivgestaltung bis hin zu den letzten Handgriffen, bis aus dem Rohmaterial eine fertige Fahne geworden ist. Besonders wichtig ist für sie ein Gefühl für Farben, Materialien und Strukturen. Denn sobald das Motiv auf den Fahnenstoff aufgepaust ist, liegt es allein in der Verantwortung der Sticker, die passenden Farben auszuwählen und als Stickerei umzusetzen. Aus einer Vielzahl von Farben werden feinste Schattierungen gearbeitet, mit unterschiedlichen Stichen Strukturen geschaffen, so dass am Ende ein lebendiges, plastisches Bild auf dem Stoff erscheint und den Betrachter in seinen Bann zieht. Dabei ist äußerste Genauigkeit gefragt - denn eine Stickerei kann nur schwer wieder aufgetrennt werden, ohne dass es zu sichtbaren Schäden kommt. Zudem zahlt sich ein langer Atem aus: Je nach Motiv kann es durchaus 200 Arbeitsstunden dauern, bis ein Motiv fertig gestickt ist. Dafür entsteht jedes Mal ein Unikat. "Es ist eine abwechslungsreiche Arbeit, weil jeder Auftrag ganz neue Anforderungen an die Sticktechnik, Farbauswahl und Gestaltung im Detail stellt", sagt Meisterstickerin Heidemüller.

Eine zunehmende Bedeutung für die Sticker hat inzwischen die Restaurierung von wertvollen alten Fahnen oder Paramenten. Hier kommt es darauf an, schadhafte Stellen in genau der Technik und mit dem Material auszubessern, welche schon bei der Fertigung des Originals zum Einsatz kamen - bei Fahnen Kössinger lernen daher die angehenden Textilgestalter auch, mit der mehr als 100 Jahre alten von Hand angetriebenen Kurbel-Stickmaschine umzugehen, um auch die größten Herausforderungen bei der Restaurierung zu meistern. Auch die Pflege von Fahnen gehört zum Ausbildungsinhalt und späteren Arbeitsalltag. Die Computerstickerei ist zwar eigentlich die Domäne der "Produktgestalter Textil Fachrichtung Sticken“. Die Auszubildenden bei Fahnen Kössinger erhalten aber auch in diese Technik einen Einblick, die etwa bei der Veredelung von Bekleidung zum Einsatz kommt.

Ein bestimmter Schulabschluss ist für die Ausbildung zum "Textilgestalter Fachrichtung Sticken" nicht vorgeschrieben. Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet im Betrieb und in der Berufsschule in Plauen statt. Nach der Gesellenprüfung und ein paar Jahren Berufserfahrung ist der Besuch der Meisterschule möglich, der Meisterbrief wiederum qualifiziert für ein Studium. "Gerade im Modebereich ergeben sich hier interessante Möglichkeiten", sagt Innungsmeister Licht. Beschäftigt werden Sticker vor allem bei mittelständischen Betrieben wie Fahnen Kössinger. "Es ist der richtige Beruf für alle, die das Familiäre in kleinen Unternehmen schätzen", sagt Licht. Die Berufsaussichten seien sehr gut, zumal viele Unternehmen auf der Suche nach einem Nachfolger seien und es damit Möglichkeiten gebe, sich selbstständig zu machen. Auch bei Fahnen Kössinger erhalten die Sticker langfristige Perspektiven: "Wir geben unseren Auszubildenden eine Übernahmegarantie", sagt Meisterstickerin Heidemüller.

Bilddateien:


Maschinenstickerei
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Stickerei Feuerwehrfahne
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Stickerei Musikverein
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10.04.2017 13:00

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