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Mögliche Bankenpleite erhöht Ausfallrisiken von HSH Nordbank-Zertifikaten

Hamburg, den 11.07.2017 Nach aktuellen Online-Berichten der Welt, Süddeutschen Zeitung und Frankfurter Allgemeine Zeitung wird eine Abwicklung der hochverschuldeten Landesbank immer wahrscheinlicher.
Kürzlich soll einer der wenigen Kaufinteressenten, ein chinesischer Investor, verhaftet worden sein.

Die ungewisse Zukunft der HSH Nordbank erhöht bestehende Ausfallrisiken von HSH Nordbank-Zertifikaten. Die Papiere wurden laut Süddeutscher Zeitung unter eher kurios anmutenden Bezeichnungen als „Sommeranleihe“, „Winterzauber“ oder „Winteranleihe“ verkauft.

„Tatsächlich handelt es sich bei Zertifikaten um hochriskante Inhaberschuldverschreibungen mit intransparenten Konditionen“, erklärt die auf Bankrecht spezialisierte Hamburger Rechtsanwältin Dr. Ina Becker.
„Viele Anleger glauben, sie investierten in einen Börsenindex. Dies ist jedoch nicht der Fall. Sobald die Emittentin der Papiere insolvent ist, verliert der Anleger sein komplettes Geld. Anders als bei Spareinlagen gibt es keine Einlagensicherung, d. h. keinen Rechtsanspruch auf Entschädigung“, führt die Bankrechtsspezialistin weiter aus.

Nach Berichten der Süddeutschen Zeitung soll die HSH Nordbank hochspekulative Zertifikate im Wert von mindestens neun Milliarden Euro emittiert und durch diverse Banken verkauft haben; weitere fünf Milliarden stünden noch aus. Im Vergleich mutet das Volumen von Lehmen-Zertifikaten, in die etwa 40.000 deutsche Sparer circa 600 Millionen Euro investiert hatten, geradezu harmlos an. Wie bereits zur Zeiten der Finanzkrise stehen aktuell insbesondere Sparkassen wegen des Verkaufs von Zertifikaten in der Kritik.

Sofern Risiken beim Verkauf der HSH Nordbank-Zertifikate bewusst verschleiert oder verharmlost wurden, können Anleger Schadensersatzansprüche wegen fehlerhafter Anlageberatung geltend machen. „Insbesondere wenn privaten Kleinanlegern empfohlen wurde, einen Großteil ihres Vermögens in die Risikopapiere zu investieren, ist eine Haftung der beratenden Stelle äußerst wahrscheinlich. Käufer von HSH Nordbank-Zertifikaten sollten daher unverzüglich anwaltlichen Rat dazu einholen, welche rechtlichen Möglichkeiten bestehen“, empfiehlt Anwältin Dr. Becker aus Hamburg.

11.07.2017 10:50

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