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Nds. Ministerpräsident besucht Notunterkunft in Sarstedt (Landkreis Hildesheim)

Stephan Weil im Dialog mit Flüchtlingen: "Ein Hauch von Zuhause schaffen"
Empfangen wurde Weil, der sich zum ersten Mal persönlich einen Eindruck von der Einrichtung bei Hildesheim machen konnte, durch Einrichtungsleiter Klaus Bruns und Heike Brenneke, Bürgermeisterin der Stadt Sarstedt. Beide zeigten sich erfreut über das Interesse des Ministerpräsidenten an der Arbeit vor Ort. "Wir freuen uns, Sie so kurz vor Weihnachten in Sarstedt begrüßen zu dürfen." Neben Landrat Reiner Wegner, Polizeipräsident Uwe Lührig, JUH-Landesvorstand Thomas Mähnert und JUH-Regionalvorstand Thorsten Müller befanden sich auch der Landtagsabgeordnete Markus Brinkmann und seine Frau Martina, die den Besuch ermöglicht hatten, unter den geladenen Gästen.

Bei seiner kurzen offiziellen Begrüßung bedankte sich Landesvorstand Thomas Mähnert ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit mit der Kommune, der Polizei und Feuerwehr. Den vielen freiwilligen Helfern und den in Sarstedt tätigen Johannitern sprach er seine besondere Anerkennung aus, da sie sich auf neue Ankommende auch an Heiligabend, dem ersten Weihnachtstag und Sonntag, den 27. Dezember, vorbereiten würden. "Zu den vielen Stunden, die sie bis jetzt geleistet haben, kommen jetzt noch die dazu, die die meisten Mitbürger unseres Landes im Kreise ihrer Lieben am Weihnachtsbaum verbringen. Ich möchte mich bei allen ehren- wie auch hauptamtlichen Helfern bedanken, dass sie der eigentlichen Botschaft des Festes so tatkräftig entsprechen", unterstrich Mähnert.

Ministerpräsident Weil entsprach dem Wunsch Thomas Mähnerts und nutzte die Gelegenheit, sich zunächst mit den Mitarbeitern der Johanniter-Unfall-Hilfe über ihre Arbeit und ihr Engagement in der Flüchtlingsarbeit auszutauschen. "Dank der unglaublich guten Arbeit und irrsinnigen Hilfsbereitschaft der Bevölkerung haben wir es geschafft hier in kürzester Zeit Großartiges zu leisten. Machen Sie weiter so!" Der anschließende Gang über das weitläufige Gelände des ehemaligen Edeka-Zentrallagers führte von Kleiderkammer, Erstausgabe und Sanitätsstation bis in die Freizeithalle der Unterkunft.

Besonders beeindruckt zeigte sich der Ministerpräsident über das umfangreiche Angebot der Kinderbetreuung in der umgebauten und teilweise mit Teppichboden versehenen Kinderhalle. Neben Fahrrädern, Rollern und Inlineskates stehen den Kinder hier Gesellschaftsspiele, Mal- und Bastelutensilien sowie ein Tischkicker zur Verfügung. Mit einem einstudierten Weihnachtslied bedankten sich die Kinder bei den Verantwortlichen und Helfern für ihre Mühen und die freundliche Aufnahme in Deutschland.

Die an den Rundgang anschließende Fragestunde zwischen Flüchtlingen und dem Ministerpräsidenten wurde in der geräumigen Medienhalle abgehalten, in der sich beim Eintreffen des Ministers bereits mehr als 150 interessierte Bewohner der Notunterkunft versammelt hatten. Eine Antwort auf ihre offenen Fragen zu bekommen, das lag ihnen besonders am Herzen. Von dem dringenden Wunsch nach dem Start der Verteilung auf die Kommunen über ihre Sorge, ob die Kinder in Zukunft zur Schule gehen können, schilderten die Bewohner dem Ministerpräsidenten ihre Anliegen. Weil verwies darauf, dass alle Anstrengungen darauf verwendet werden, die Verfahren zu beschleunigen und mit einem Start der Verteilung der Bewohner Mitte Januar zu rechnen sei. Der Ministerpräsident betonte, dass das Erlernen der deutschen Sprache die wichtigste und grundlegendste Voraussetzung für ein gemeinsames Zusammenleben in den kommenden Jahren sei: "Die Sprache ist der Schlüssel für jede neue Heimat!" Abschließend fand Weil erneut lobende Worte für die Arbeit der Johanniter vor Ort. "Es ist bemerkenswert, mit welchem Engagement hier unter schwierigsten und einfachsten Bedingungen in kürzester Zeit ein Hauch von Zuhause geschaffen wurde. Ich danke allen hauptamtlichen, ehrenamtlichen und freiwilligen Helfern für ihr großartiges Engagement und ihren Einsatz." Ministerpräsident Stephan Weil zeigte sich ernst, aber auch zuversichtlich angesichts der Bewältigung der Flüchtlingssituation in Niedersachsen. Von den Medien befragt, welche Schulnoten er dem Land für die Flüchtlingsarbeit geben würde, sagte Stephan Weil: "Die Welle der Hilfsbereitschaft ist sehr groß. Dafür würde ich eine glatte Eins geben. Beim Staat käme eine sehr viel schlechtere Note heraus."



Zurzeit leben rund 950 Einwohner in dem ehemaligen Zentrallager in Sarstedt. Für Heiligabend, den 1. Weihnachtstag sowie den 27. Dezember sind insgesamt 500 Neuzugänge angekündigt. Die Maximalkapazität der Einrichtung liegt bei ca. 1700 Personen.

Bildmaterial kann unter Medienservice-Kontakt angefordert werden.

23.12.2015 09:34

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