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„Neues Paradigma zur Behandlung von bösartigen und gutartigen Prostatatumoren – Oncothermie.“

Das 3. Internationale Prostata Symposium trägt einen ambitionierten Titel: „Overcome Challenges for Future Innovation”. Entsprechend stellen Mediziner und Wissenschaftler neue Therapien, Ansätze zur Grundlagenforschung aber auch Praxisberichte vor.
Prof. Dr. András Szász, Head, Department of Biotechnics, St. Istvan University, Ungarn sowie Begründer der Oncothermie, der lokal ausgerichteten Form der Hyperthermie leitet als Chairman das wissenschaftliche Programm. Dabei führt er in die Thematik ein mit dem Vortrag: „New Paradigm to Treat Malignant and Benign Prostate Tumors – Oncothermia“.

Prof. Dr. Szász: „Operative Eingriffe bei Prostatakrebs führen oft zu Komplikationen und Nebenwirkungen. Der komplementärmedizinische Einsatz der lokal ausgerichteten Hyperthermie mit anderen onkologischen Therapien zielt ab auf eine schonende, begleitende Behandlung. Das Ziel ist, co-medikativ die Wirkung von Chemo- oder Strahlentherapie zu erhöhen, deren Dosierung zu mindern, Krebszellen aber auch durch Hitze zu attackieren und das subjektive Wohlbefinden der Patienten zu erhöhen.“
Prostatakrebs ist die Krebsart, die Männer am häufigsten trifft. Unter den tödlich verlaufenden Krebserkrankungen nimmt sie mit 10,2 Prozent Rang 4 ein. Die Deutsche Krebsgesellschaft registriert pro Jahr bundesweit etwa 63.400 Neuerkrankungen. Das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, liegt bei 13; das Sterberisiko bei 3 Prozent. Damit ist Prostatakrebs zwar die häufigste Krebsform, aber nicht die häufigste Todesursache. Die Wahrscheinlichkeit, 5 Jahre nach der Diagnose noch am Leben zu sein, ist mit 93 Prozent die zweithöchste unter allen Krebserkrankungen.

„Bei etwa der Hälfte der Behandlungen des Prostatakrebses wird das Organ entfernt. Viele Patienten leiden unter Komplikationen, Nebenwirkungen und Spätfolgen wie Impotenz, Harninkontinenz. Eine hyperthermische Therapie kann konventionelle Verfahren co-medikativ unterstützen - aber auch postoperativ Abwehrkräfte stärken und die Lebensqualität nach konventionellen Eingriffen steigern. Denn gerade Prostatakrebs belastet den Patienten, physisch und psychisch.“

Im Rahmen der loko regionalen Hyperthermie wird von außen Wärme zugeführt.

Das Verfahren nutzt elektrophysikalische Eigenschaften der Tumorzellen. Hier ist - anders als bei gesunden Zellen - die Ionenkonzentration höher. Dies führt zu geringerem elektronischen Widerstand und erlaubt, Wärme auf den Tumor zu fokussieren. Die Erwärmung soll zu Sauerstoffarmut und Nährstoffverarmung in der Tumorzelle führen und maligne Zellen unter „thermischen Stress“ setzen. Das „Selbstmordprogramm“ (Apoptose) wird stimuliert. Die Tumorauswahl erfolgt auf Zellebene: Um maligne Prostata-Tumoren zu behandeln, wird ein Katheter eingesetzt. Die Gegenelektrode liegt unter dem Gesäß. So können Wärme und elektrisches Feld exakt fokussiert werden. Es ist kein Harnröhren-Applikator nötig, so dass Nebenwirkungen ausbleiben können. Es entstehen keine Wärmestaus, keine Muskelverbrennungen und ebenso mindert sich die Gefahr von Inkontinenz und Erektions-Störungen.

Video zu dieser Pressemitteilung:

02.08.2017 09:18

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