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Palliativversorgung und Hospizarbeit

„Palliativversorgung (Medizin & Pflege) Hospizarbeit – Sterbebegleitung ambulant und stationär“

Thema beim Pflegetreff in Neuss-Erfttal am 19.11.2013

„Jeder Mensch hat ein Recht auf ein Sterben unter würdigen Bedingungen.“
Quelle: „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“.

„Palliativbetreuung dient der Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Familien, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung konfrontiert sind. Das geschieht durch Vorbeugung und Lindern von Leiden mittels frühzeitiger Erkennung, hochqualifizierter Beurteilung und Behandlung von Schmerzen und anderen Problemen psychischer, psychosozialer und spiritueller Natur“
Quelle: WHO, zitiert von Borasio „Über das Sterben“, C.H. Beck, 2012

„Palliativmedizin ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die nicht nur medizinische Herausforderungen mit sich bringt, sondern auch weitreichende ethische Entscheidungen verlangt. Sie ist kein Spezialistenfach, sondern durchdringt viele Bereiche der Medizin, der Pflege und des häuslichen Umfelds.“
Quelle: Gerhard Pott / Dirk Domagk (Hrsg.): „Integrierte Palliativmedizin“, Schattauer; 2013

Es erscheint dringend geboten, die Versorgung und Betreuung der schwerstkranken und sterbenden Menschen auf den Prüfstand zu stellen und dabei zu hinterfragen, ob und inwieweit die Versorgungsstrukturen jetzt und in naher Zukunft ausreichen. Die demografische Entwicklung und deutliche Zunahme der Menschen mit dementiellen Erkrankungen muss bedacht werden. Zu berücksichtigen ist dabei auch, dass hinsichtlich der dementiell erkrankten Menschen ein umfassender personeller Aufwand erforderlich ist, der über die bisher zugrunde gelegten Planungszahlen deutlich hinaus geht.

In einer Pressemitteilung vom 25.04.2012 hat der Deutsche Hospiz- und Palliativverband (DHPV) getitelt: „Hospizhaltung und Palliativkompetenz müssen in Pflegeeinrichtungen selbstverständlich werden“ und zum 3. MDS-Pflege-Qualitätsbericht 2012 u.a. ausgeführt:

„Viele Pflegeeinrichtungen sind noch immer nicht ausreichend auf den Umgang mit an Demenz erkrankten Bewohnerinnen und Bewohnern vorbereitet. Und auch der Umgang mit Schmerzen ist dringend verbesserungsbedürftig, wenn man bedenkt, dass nur wenig mehr als die Hälfte der Bewohnerinnen und Bewohner, bei denen das erforderlich wäre, eine systematische Schmerzeinschätzung erhalten. Diese ist aber eine wesentliche Voraussetzung für eine angemessene palliative Therapie.“ - Und weiter heißt es u.a.: „Es ist unser Anliegen, dass das Leben bis zum Lebensende lebenswert bleibt. Keiner soll angstvoll an seine letzte Lebenszeit im Pflegeheim denken.“

Besondere Aufmerksamkeit verdient in diesem Zusammenhang die Pressemitteilung der Bundesärztekammer vom 04.05.2012 zur „Palliativversorgung in Deutschland“. Dort ist u.a. ausgeführt:

„Wir brauchen in Deutschland dringend mehr Palliativstationen und Hospize für die Versorgung sterbenskranker Menschen. In den vergangenen Jahren hat es in diesem Bereich zwar große Fortschritte gegeben, doch noch immer werden viele der schwerstkranken und sterbenden Menschen von den Angeboten nicht erreicht.“

Der 10. Deutsche Seniorentag in Hamburg hat sich am 04.05.2012 umfassend mit den Lebensbedingungen der älteren Menschen befasst und in einer Presseerklärung vom 05.05.2012 u.a. herausgestellt:

„JA zu einem würdevollen Sterben
Ein ´Ja zum Alter!` schließt die Auseinandersetzung mit dem Lebensende ein. Das Sterben gehört zum Leben. Es aus dem eigenen Leben zu verdrängen, verhindert auch einen achtungsvollen Umgang mit dem Sterben anderer.
Eine aktive Sterbehilfe lehnen wir ab. Die Bereitschaft, Schwerkranken und Sterbenden, aber auch deren Angehörigen beizustehen, ist zu unterstützen. Die Förderung dieses – häufig ehrenamtlichen – Dienstes muss intensiviert werden, z. B. durch Qualifizierung, Hilfestellung und Begleitung. Deshalb sind Palliativmedizin und Palliativpflege flächendeckend auszubauen, ebenso die Hospizdienste.“

In einer Erklärung der Kassenärztlichen Vereinigungen vom 08.05.2012 wird ausgeführt, dass die Palliativmedizin gestärkt werden muss. Die Kassenärztlichen Vereinigungen kritisieren, die Palliativmedizin sei in Deutschland noch immer nicht flächendeckend möglich, obwohl jeder Patient ein Anrecht auf diese Behandlung hat.

Reformen in stationären Pflegeeinrichtungen sind nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) und des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes (DHPV) dringend notwendig (Quelle: Deutsches Ärzteblatt vom 28.08.2012). „Die weiter wachsende Zahl hoch betagter Menschen in Pflegeheimen stellt unsere Gesellschaft vor eine der größten Herausforderungen. Sie alle haben ein Recht darauf, in Würde zu leben und zu sterben“, erklärte Birgit Weihrauch, Vorstandsvorsitzende des DHPV in Berlin. Darauf müssten nicht nur die Pflegeheime reagieren, sondern auch Selbstverwaltung, Bund, Länder und Kommunen müssten die notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen für die Umsetzung schaffen. - Näheres ergibt sich aus dem Grundsatzpapier: „Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen im hohen Lebensalter in Pflegeeinrichtungen“.

M. Schäufele et al. plädieren in ihrer Arbeit „Prävalenz von Demenzen und ärztliche Versorgung in deutschen Pflegeheimen: eine bundesweite repräsentative Studie“ (Quelle: Psychiatrische Praxis 2013; 40 (4); S. 200-206) u.a. für einen Ausbau der Palliativversorgung in den stationären Pflegeeinrichtungen. Insbesondere wird für die größte Gruppe der BewohnerInnen mit schwerer Demenz eine wachsende Bedeutung gesehen.

Gerda Graf, Ehrenvorsitzende des Deutschen Hospiz- und Palliativ-verbandes (DHPV) hat sich nach einem Bericht der Zeitschrift „CAREkonkret“, Die Wochenzeitung für Entscheider in der Pflege, vom 26.04.2013 mit dem Titel „Palliativversorgung – Sterbende mehr im Fokus haben“ dafür ausgesprochen, dass sich die Pflegeeinrichtungen besser auf die schmerzmedizinische Versorgung sterbender Menschen einstellen sollen. Für jede Einrichtung sei vor allem eine spezielle Palliativ-Fachkraft pro zehn BewohnerInnen zu fordern. Neue Wege seien einzuschlagen: „Wir müssen wegkommen von der Verwaltung hin zur Gestaltung des Lebensabends.“

Es muss daher hinterfragt werden, ob genügend Kapazitäten in den entsprechenden Versorgungsbereichen vorgehalten werden:

• Gibt es genügend Ärzte und Fachärzte, die entsprechend fort- und weitergebildet sind, um die hausärztliche Versorgung (einschließlich der Heime) insoweit sicher zu stellen?
• Sind genügend ambulante Hospizdienste bzw. ambulante Palliativpflegedienste verfügbar?
• Ist der seit 2007 bestehende Anspruch auf die „Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung“ (SAPV) kreisweit ausreichend gewährleistet?
• In welchem Umfang müssen stationäre Hospize und stationäre Palliativstationen vorgehalten werden?


• Gibt es ausreichend palliativmedizinische Konsiliardienste?
• Stehen den stationären Pflegeeinrichtungen genügend qualifizierte Palliativpflegekräfte zur Verfügung oder sind Nachqualifizierungen geboten? Gibt es Kooperationsvereinbarungen mit der Ärzteschaft?
• Inwieweit müssen entsprechende Betreuungsangebote - ambulant oder stationär – für Kinder vorgehalten werden?

Bei einer Gesamtbetrachtung der Versorgungsstruktur wird voraussichtlich deutlich gemacht werden (müssen), dass die entsprechenden Angebote trotz großartiger Bemühungen verschiedener Einzelpersonen und Institutionen noch nicht ausreichend sind und weiter ausgebaut werden müssen.

Der (19.) Pflegetreff wird am Dienstag, dem 19.11. 2013, 17.00 - 19.00 Uhr, im Jugendzentrum "Kontakt Erfttal", (großer Saal) Bedburger Straße 57, 41469 Neuss-Erfttal, das Thema aufgreifen und dabei nicht nur die regionalen, sondern auch überregionalen Gesichtspunkte einer guten Palliativversorgung erörtern.

Ein Grußwort spricht Pastor Monsignore Jochen Koenig, von 1979 bis 2010 Pfarrer in Neuss-Erfttal (und zusätzlich jahrelang leitender Pfarrer im Gemeindeverband "Rund um die Erftmündung").

Die Moderation wird wahrgenommen von Bernd Müller, ehemaliger TV-Moderator bei “Mittwochs live” und “Wunderschönes NRW” (u.a. mit einem Portrait des Rhein-Kreises Neuss).

Die Referenten auf dem Podium:

Dr. Dr. med. G. Steiner, Kasterstr. 54, 41468 Neuss, Leiter des Palliativnetzes "WiN - Wir in Neuss" für den Rhein-Kreis Neuss.
Dr. med. F.-J. Esser, ist als Chefarzt der Anästhesie im Johanna-Etienne-Krankenhaus Neuss tätig und Facharzt für Anästhesie, Spezielle Anästhesiologische Intensivmedizin, Spezielle Schmerztherapie, Palliativmedizin und Leitender Notarzt.
Gerda Graf, Geschäftsführerin der Wohnanlage Sophienhof gGmbH in Niederzier, Staatsexamen in der Krankenpflege in Jülich, Studium des Pflegemanagements in Duisburg, Focusing-Begleitung und Zusatzqualifikation in Palliative-Care und Ehrenvorsitzende im Deutschen Hospiz- und PalliativVerband e.V.
Dr. med. Udo Kratel, niedergelassener Internist und Palliativmediziner, 1. stellvertretender Vorsitzender der Hospizbewegung Dormagen e.V. und Vorstandsmitglied im Deutschen Hospiz- und PalliativVerband e.V.

Heinz Sahnen ist der Schirmherr des Pflegetreffs. Die Leitung hat Werner Schell.

Eingeladen sind pflegebedürftige Menschen und Angehörige, PflegemitarbeiterInnen, Leitungskräfte in Pflegeeinrichtungen sowie alle interessierten BürgerInnen! - Der Eintritt ist frei!

Weitere Informationen:
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Interessenvertretung
für hilfe- und pflegebedürftige Menschen in Deutschland
Harffer Straße 59 - 41469 Neuss
Telefon: 02131 / 150779 – E-Mail:
Internet: http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

05.08.2013 10:43

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