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Präsidentin Tsai hält Rede anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages

Am Nachmittag des 9. Februar 2017 hielt Präsidentin Tsai Ing-wen eine Rede anlässlich der Veranstaltungen zum Internationalen Holocaust-Gedenktag.
In ihrer Rede brachte sie die Hoffnung eines verstärkten Austausches mit Israel und Deutschland in den Bereichen Kultur, Bildung und Übergangsjustiz zum Ausdruck, wodurch gewährleistet werden solle, dass die Lehren aus dem Holocaust niemals vergessen würden und Taiwan weiterhin seine historischen Fehler aufarbeiten und in Richtung einer Zukunft von Versöhnung und Gemeinschaft arbeiten werde.

Hier ein Transkript der Rede von Präsidentin Tsai:

Sehr geehrter Vertreter des Wirtschafts- und Kulturbüros Israels in Taipei Asher Yarden,
Sehr geehrter Herr Generaldirektor des Deutschen Instituts Taipei Martin Eberts,
Sehr geehrte Exzellenzen und Missionsleiter,
Sehr verehrte Gäste, meine Damen und Herren:

Der Internationale Holocaust-Gedenktag ist ein von den Vereinten Nationen geschaffener Gedenktag. Zunächst möchte ich mich herzlich bei Vertreter Yarden und Generaldirektor Eberts für ihre Zusammenarbeit anlässlich dieses bedeutsamen Ereignisses in Taiwan bedanken.

Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges verübte das Nazi-Regime einen Genozid an der jüdischen Bevölkerung und im Ergebnis dessen kamen etwa sechs Millionen Juden ums Leben.

Unter den Opfern befanden sich ebenso Millionen Roma, geistig und körperlich Behinderte, Homosexuelle und Systemkritiker der Nazis.

Dies war eine dunkle Zeit in der Geschichte, deren Bilder uns immer noch verfolgen. Wir ersehen in den Tagebüchern von Anne Frank den Kampf um das Überleben im Schatten. Aber wir ersehen ebenso die Stärke menschlicher Würde in Schindlers Liste.

Werke wie diese erinnern uns immer wieder daran, dass der Holocaust kein Geschehen eines bestimmten Volkes oder Landes ist; es ist eher ein universelles Geschehen der gesamten Menschheit und erinnert uns daran, dass wir eine Wiederholung dieser Tragödie niemals wieder zulassen dürfen.

Jahrzehnte nach dem Krieg hat sich Deutschland entschuldigt und Entschädigungen geleistet, Bildung über den Holocaust allen Altersgruppen zur Verfügung gestellt und Anti-Nazi-Maßnahmen in das Gesetz eingebracht.

Als ein Land mit seiner eigenen Geschichte des Missbrauchs der Menschenrechte muss Taiwan viel von Deutschland lernen und den Mut haben, sich der Geschichte zu stellen.

Taiwans Gesellschaft besitzt nicht genug Verständnis für die Dinge, die den Juden passiert sind, und wir haben bisher noch nicht tiefgehend genug über diese Geschichtsphase nachgedacht. Daher haben einige Menschen in ihrer Jugendzeit unabsichtlich Schaden verursacht und alte Wunden aufgerissen.

Heute befindet sich unter uns eine besondere Gruppe an Gästen: Schüler der Hsinchu Kuang Fu High School. Nur vor ein paar Minuten konnten Sie ihren Gedanken und Reflektionen zuhören.

Den Schülern möchte ich Folgendes sagen: Ich weiß, dass ihr ebenso eine Prüfzeit durchlauft. Aber die Art und Weise, wie ihr auf diese Phase reagiert, zeigt, dass in jedem etwas Gutes steckt.

Ich habe dem taiwanischen Volk gesagt, dass die Schuld nicht bei den Schülern liegt, sondern bei den Erwachsenen, weil unser Bildungssystem versagt hat, tiefgehend unsere Geschichte auf staatliche Willkür gegenüber Menschenrechten zu beleuchten. Daher sind daraus Fehler entstanden.

Ich hoffe aufrichtig, dass wir drei Lehren daraus gezogen haben: Zunächst sollte das Leben niemals mit solcher Unmenschlichkeit konfrontiert werden. Zweitens dürfen wir es uns mit solch schwerwiegenden historischen Ereignissen nicht einfach machen. Schließlich dürfen drittens diejenigen, die Menschenrechte verletzten, niemals imitiert werden.

Wir danken herzlich unseren israelischen Freunden für ihr Verständnis, das uns dabei geholfen hat, diese Veranstaltung in einen Bildungsmoment zu verwandeln.
Dies ist eine Chance, dass unsere Bildungsinstitutionen Bildung in Bezug auf Menschenrechte mit erneutem Schwung begegnen können, sodass ein Bewusstsein über Menschenrechte tiefe Wurzeln in unserer Gesellschaft schlagen kann.

Gleichzeitig bin ich gespannt auf eine größere Zusammenarbeit zwischen Taiwan und Israel in den Bereichen Kultur und Bildung, sodass die Lehren aus dem Holocaust niemals vergessen werden.

Ebenso würde ich mich über einen größeren Austausch mit Deutschland im Bereich der Übergangsjustiz freuen, sodass Taiwan weiterhin seine Fehler in der Geschichte abarbeiten und in Richtung einer Zukunft von Versöhnung und Gemeinschaft arbeiten kann.

Taiwan wird mit der gesamten internationalen Gemeinschaft zusammenarbeiten und wir werden mit Ihnen allen zusammenarbeiten. Lassen Sie uns zusammen den Weg der Menschenrechte, Gerechtigkeit und des Friedens gehen.

Vielen Dank Ihnen allen!

10.03.2017 12:06

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