Deutschlands großes Presseportal - Homepage
» kostenlos Pressemitteilung veröffentlichen
» Kunden Login zu "meine Redaktion"
»Suche / Lokale Suche
> Startseite > Politik

Sachgrundlose Befristungen nicht abschaffen

Berlin, 05. Juli 2017. Die Forderung des Senats und der Gewerkschaften nach dem Verzicht auf sachgrundlose Befristungen in den landeseigenen Unternehmen geht aus Sicht des KAV Berlin an der betrieblichen Wirklichkeit vorbei und dürfte in der Praxis kaum umsetzbar sein. „Die aktuelle Diskussion um Befristungen wird leider einseitig geführt.
Erforderlich ist eine differenzierte Betrachtung der Situation und die Berücksichtigung nicht nur der Gewerkschafts-, sondern auch der Arbeitgebersicht. Vor einer Beschlussfassung im Abgeordnetenhaus über die Abschaffung von sachgrundlosen Befristungen bei Landesunternehmen und deren Töchtern sollte ein breiterer Dialog geführt werden,“ fordert die KAV-Geschäftsführerin Claudia Pfeiffer mit Blick auf den Antrag der Koalitionsparteien, der am morgigen Donnerstag im Abgeordnetenhaus zur Diskussion steht.

Es gibt viele Fälle, in denen es gute Gründe für eine Befristung gibt. Hier muss auch gesehen werden, dass sachgrundlose Befristungen Mitarbeitern häufig eine Chance auf Weiterbeschäftigung bieten. Eine vom Bund und den Gewerkschaften beauftragte Studie des IAB zu befristeten Beschäftigungen im öffentlichen Dienst belegte Ende 2015 beispielsweise, dass mit sachgrundlosen Befristungen höhere Übernahmechancen einhergehen und diese häufiger eine Brücke in unbefristete Beschäftigung darstellen als andere Befristungsformen.

„Prinzipiell setzen die Landesunternehmen auf eine dauerhafte Beschäftigung ihrer Mitarbeiter. Hier gelten die Maxime hohe Qualität und Stabilität der Beschäftigungsverhältnisse,“ so Claudia Pfeiffer. Dennoch gibt es Gründe, Mitarbeiter befristet einzustellen. Sie bieten Arbeitgebern wie auch Arbeitnehmern Chancen. Mit einer Abschaffung der sachgrundlosen Befristung würde der notwendige Spielraum der Arbeitgeber eingeschränkt: „Die Unternehmen mit Landesbeteiligung müssen wie die Privatunternehmen auf veränderte Rahmenbedingungen und personelle Engpässe auch schnell reagieren können,“ unterstreicht Claudia Pfeiffer. Die Möglichkeit, Arbeitsverhältnisse bei Landesunternehmen befristet abzuschließen, schafft zudem Beschäftigung innerhalb der Tarifbindung.

Beschäftigungsverhältnisse werden auch aufgrund zeitlich begrenzter Finanzierung von Stellen befristet. Deshalb fordert die KAV-Geschäftsführerin: „Ein Ende der sachgrundlosen Befristungen müsste also auch mit einer besseren Finanzierung der Landesunternehmen einhergehen, damit weitere unbefristete Planstellen geschaffen werden können. Der alleinige politische Wille, sachgrundlose Befristungen zu beenden, ist noch kein Garant für Arbeitnehmer, befristet oder unbefristet eingestellt zu werden.“

Der Antrag der Koalitionsparteien sieht neben einer Abschaffung der sachgrundlosen Befristung auch eine jährliche Berichterstattung über die Anzahl und Begründung von befristeten Arbeitsverträgen vor. Deshalb appelliert Claudia Pfeiffer an die Abgeordneten, kein weiteres Bürokratiemonster für Landesunternehmen aufzubauen und in der Diskussion auch die Arbeitgeberbelange zu berücksichtigen, die zu sachgrundlosen Befristungen führen: „Wir verstehen den sozialpolitischen Ansatz. Aber die Diskussion darf nicht ideologisch und einseitig zulasten der Landesunternehmen und deren Handlungsspielräume geführt werden. Die Landesunternehmen brauchen die gleichen Instrumente wie die Privatwirtschaft, um konkurrenzfähig zu bleiben.“

05.07.2017 12:51

Das könnte auch Sie interessieren:

„Die Jahre waren die widerwärtigste Erfahrung, die ich in me...
München, 17. Oktober 2017 - Diese Einschätzung ist fast wörtlich einer Beurteilung zu entnehmen, die ein Mitarbeiter über seinen Ex-Arbeitgeber auf einer Bewertungsplattform veröffentlicht hat. Der Münchner Berater für Unternehmenskultur und...

MANDARIN MEDIEN veranstaltet zweiten „Recruiting Stammtisch ...
Am 06. 09. 2017 fand der zweite Recruiting Stammtisch der TOP ARBEITGEBER im Datenverarbeitungszentrum M-V GmbH (DVZ) in Schwerin statt. Unter dem Motto „Gemeinsam Fachkräfte finden“ hat die Digitalagentur MANDARIN MEDIEN die...

KAV Berlin:

Warnstreiks bei Zoo und Tierpark trotz Arbeitgeberangebot vo...
Berlin, 28. April 2017. Mit Unverständnis reagiert der KAV Berlin auf die angekündigten Warnstreiks der Gewerkschaft ver.di im Rahmen der laufenden Tarifrunde für sein Mitglied Zoologischer Garten Berlin und Tierpark Berlin. „Für uns ist nicht...

KAV Berlin bringt Tarifverhandlungen für Vivantes zu raschem...
Berlin, 29. Januar 2016. Die Tarifverhandlungen für die Vivantes GmbH Berlin sind nach konstruktiven Gesprächen zu einem für alle Seiten positiven Abschluss gebracht worden. Der KAV Berlin und der Marburger Bund konnten für den kommunalen...

Neue Rechtsprechung zum Teilzeit- und Befristungsgesetz
Siegburg, 03.09.2011 Nach § 14 Abs. 2 des Teilzeit- und Befristungsgesetzes (TzBfG) besteht für den Arbeitgeber die Möglichkeit, einen Arbeitsvertrag bis zur Dauer von zwei Jahren auch ohne einen sachlichen Grund zu befristen. Eine Befristung ist...

Die aktuelle Problematik der Mehrfachbefristung von Arbeitsv...
Göttingen, 14.7.2011 Mehrfach befristete Arbeitsverträge und Leiharbeit sind Phänomene, die in der modernen Arbeitswelt immer weitere Kreise ziehen und einer umfangreicheren rechtlichen Regelung bedürfen. Unumstritten ist, dass die Zunahme...

Λ nach oben

Stichwort-Suche:

Pressemitteilung von:


KAV Berlin

KAV Berlin, Silke Leicht-Gilles, Goethestraße 85, 10623 Berlin
Tel: + 49 (0) 30-21 45 81-17, Mobil: +49 (0) 151-25 28 76 70, E-Mail:
Internet: www.kavberlin.de

Der KAV Berlin ist der Experte für öffentliches Arbeits- und Tarifrecht in Berlin. Er ist Tarifpartner und vertritt die Arbeitgeberinteressen seiner Mitglieder u.a. BSR, Berliner Wasserbetriebe, BVG, Vivantes-Kliniken, Hochschulen,...

mehr »

zur Pressemappe von
KAV Berlin

weitere Meldungen von
KAV Berlin

mehr »

 

 


Hinweis: Um Ihnen ein optimales Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden.   Nachricht schließen   mehr info