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Scharfe Kritik am europäischen Förderprogramm für den ländlichen Raum LEADER

Zum diesjährigen Treffen der deutschen LEADER-Regionen in Goslar hatte sich die veranstaltende Deutsche Vernetzungsstelle (DVS) etwas Besonderes einfallen lassen.
Ein Regionen Büffet zu dem Vertreter aus den 321 LEADER-Regionen, zahlreiche Köstlichkeiten aus allen ländlichen Winkeln Deutschlands beisteuerten.

Zwischen Wein aus Rheinhessen, Rollmöpsen von der Ostsee und Obatzda aus Bayern war die Region Odenwald mit Kartoffelstollen aus Michelstadt vertreten.
Das Regionen Büffet stand auch stellvertretend für die erste Erkenntnis der Veranstaltung: Wenn jeder einen kleinen Beitrag leistet, wird es in der Summe überwältigend.

Dieser Auftakt der Veranstaltung war jedoch weitaus beschaulicher als die sehr ernsten Themen, die während der zweitägigen Tagung diskutiert wurden.

Die zentrale Frage der intensiven Tagung war „Wie geht es weiter mit dem europäischen LEADER-Programm“, das wie viele andere europäischen Förderprogramme mittlerweile in einem nahezu bodenlosen Bürokratie- und Kontrollsumpf zu ersticken droht. Angetreten vor über 25 Jahren als innovationsfreundliches Programm, bei dem Förderentscheidungen nicht im fernen Brüssel, Berlin oder Wiesbaden getroffen wurden, sondern vor Ort, brachte man zunächst Schwung in die Entwicklung des ländlichen Raumes. Heute ist von dieser Dynamik kaum noch etwas zu spüren und so scheint es, dass das LEADER Programm von überängstlichen Bürokraten dominiert wird, die in nahezu jedem Projektträger einen Subventionsbetrüger sehen und das einst so vielversprechende Programm in einer Festung von Kontrollen und Strafandrohungen einbetoniert haben.

Dabei scheinen die Probleme hausgemacht. Der Vertreter des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) beteuert, dass auf Bundesebene alles getan werde um LEADER auf europäischer Ebene, vor allem für ehrenamtliche und gemeinnützige Projektträger, wieder attraktiver zu machen. Die Vertreterin der Europäischen Kommission verteidigt sich jedoch, dass viele der kritisierten Regeln von Bund und Ländern selbst erschaffen wurden und der europäischen Verordnung zusätzlich übergestülpt wurden.

Die Auswirkungen dieser Problematik wurden einmal mehr deutlich als der Vorsitzende der Vertretung der deutschen LEADER-Regionen (BAG LAG e.V.), die Ergebnisse einer Befragung aller deutschen LEADER-Regionen vorstellte. Diese zeigt, dass mittlerweile ein erheblicher Teil aller geplanten LEADER-Projekte in Deutschland schon vor der Umsetzung scheitert weil die Projektträger angesichts der ausufernden bürokratischen Anforderungen immer häufiger schon frühzeitig das Handtuch werfen.


Als Mitglied der BAG LAG und durch Geschäftsführer Thomas Disser, der im Vorstand der BAG LAG vertreten ist, setzt sich die IGO maßgeblich auf Bundes- als auch auf europäischer Ebene dafür ein, dass Projektträger in der nächsten Förderperiode ab 2021, wieder aufatmen können.

Da unter den Gästen auch etliche Programmverantwortliche aus den Bundesländern vertreten waren bleibt zu hoffen, dass die Kritik ernst genommen wird und zu mehr Erleichterung und Ent-Bürokratisierung des LEADER-Programms führt.

Nachdem Treffen sind die beiden IGO-Vertreter jedoch optimistisch, dass der Druck auf Landes-, Bundes- und Eu-Behörden steigt und zu besseren Rahmenbedingungen für die nächste EU-Förderperiode führen wird.

29.11.2017 09:58

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