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Tumorzentrum am Knappschaftskrankenhaus eröffnet

Spezialisten der Krebsdiagnostik und -therapie mit Dienstleistern aus der Gesundheitsbranche unter einem Dach

Nach knapp 28 Monaten Bauzeit feierte das Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum gestern mit einem Festakt die Einweihung seines Tumorzentrums, in dem fortan medizinisch hoch-qualifizierte Ärzte aus dem Sektor der Krebsdiagnostik und Krebsbehandlung sowie Dienstleister aus der Gesundheitsbranche angesiedelt sind und ihre Patienten in einem modernen, stilvollen Ambiente willkommen heißen.

In den Bau investiert das Knappschaftskrankenhaus rund 20 Millionen Euro inklusive 5 Millionen Euro von der Knappschaft-Bah-See für das Rechenzentrum. Das Tumorzentrum verfügt über sechs Etagen plus ein Technikgeschoss und eine Bruttogrundfläche von 6300 Quadratmetern. Neben dem Rechenzentrum der Knappschaft-Bahn-See sind hier die Gemeinschaftspraxis von Professor Dr. Irenäus Adamietz und Jozef Kurzeja (Institut für Radiochirurgie und Präzisionsstrahlentherapie) sowie das Gesundheitshaus Watermann als Mieter eingezogen. Der Friseursalon „Schöne Haare“ inklusive Zweithaarberatung folgt Anfang des Jahres. Außerdem untergebracht sind die Nuklearmedizin sowie die autologe (Transplantation der Blutstammzellen vom Patienten selbst) und allogene (Transplantation der Blutstammzellen eines anderen Menschen) Stammzelltherapie des Uni-Klinikums. Onkologischen Patienten stehen damit ab Anfang des neuen Jahres 14 Einzelzimmer statt bisher vier 2-Bett-Zimmer zur Verfügung.

Bettina am Orde und Hans-Peter Jochum eröffnen das Tumorzentrum in Bochum

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Bei der Architektur des Neubaus hat man auf die Werte Flexibilität und Nachhaltigkeit gesetzt. Ziel des Stahl-Beton-Skelettbaus mit sogenanntem „aussteifendem Kern“ war es, ein Gebäude zu schaffen, das seine Stabilität allein durch die Außenwand, einige wenige Stützen sowie einem stabilen Kern im Inneren erhält. Durch diese pragmatische Bauweise entfielen tragende Wände, sodass diese ganz nach Belieben eingesetzt und auch später noch verändert werden können. Damit kann das Gebäude stets an die Anforderungen und Bedürfnisse der jeweiligen Nutzung angepasst werden. Zudem wurden Ausbaureserven für die Haustechnik einkalkuliert, womit man problemlos auf geänderte oder ergänzende technische Anforderungen, die sich möglicherweise erst in einigen Jahren ergeben, ohne großen Aufwand reagieren kann.

Das Ambiente des Tumorzentrums ist hell, freundlich und repräsentativ. In den Allgemeinflächen (Foyer und Flure) wurde ein Natursteinboden verlegt, die Aufzüge sind mit Glas ausgekleidet und die Waschräume mit moderner Badkeramik, Fliesen in edlen Grautönen, sowie in die Wand eingelassene Spiegel versehen. Neben der komplett verglasten, zweigeschossigen Anbindung zum Hauptgebäude des Knappschaftskrankenhaues gibt es einen großzügigen Eingangsbereich und viele Fenster, die sich mit anthrazitfarbenen Paneelen in unregelmäßigen Abständen abwechseln. Diese unterschiedliche Verteilung bringt Bewegung in die Fassade und macht in Form eines Mäanders jede Gebäudeseite zu einer einzigartigen Erscheinung. Das ganze Gebäude zeugt damit von einer zeitlosen Gestaltung, die sich harmonisch in den vorhandenen Gebäudebestand einfügt.

Technische Herausforderungen beim Bau war einerseits die besonders sensible Belüftungsanlage, die für die Stammzelltransplantations-Einheit notwendig ist, damit keine Keime in die Patientenzimmer gelangen oder von dort entweichen können, und andererseits die Bunker in der Strahlentherapie mit Wänden von stolzen 70 Zentimetern Dicke. „Bei der Abnahme durch das Materialprüfungsamt wurden so geringe Werte gemessen, dass die Prüferin mit einem Augenzwinkern fragte, ob ihr Gerät vielleicht kaputt sei, da keinerlei Strahlung messbar sei“, erzählt Dipl.-Ing. Architektin Verena Gremme.

Während diese Hürde mit Bravour genommen werden konnte, ist die Leiterin der Abteilung Bau- und Projektmanagement mit der Konstruktion der 29 Meter langen und sieben Meter hohen Glasbrücke nicht ganz zufrieden: „Da der Umzug der Stammzelltransplantation erst im Nachhinein entschieden wurde und eigentlich Teile der Verwaltung in die sechste Etage einziehen sollten, ist die Steigung mit 5,6 Prozent zwischen Knappschaftskrankenhaus und Tumorzentrum verhältnismäßig steil. Das ist zwar noch zulässig, aber für das Schieben von Patientenbetten anstrengend. Auch wenn sich der ‚Bettenverkehr‘ in diesem Bereich in Grenzen halten wird, schauen wir nach Hilfsmitteln“, so Gremme.

Nach dem Bau, ist vor dem Bau und so befinden sich die nächsten Projekte bereits in den Startlöchern. Als nächstes Bauprojekt am Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum steht die Sanierung der Radiologie und Endoskopie an. „Das ist dringend nötig“, sagt Gremme, „da die Baustruktur in weiten Teilen noch den Ursprungsjahren von 1972 entspricht.“ Für die in der Radiologie benötigten Großgeräte sollen die Räume größer werden und die gesamte Technik wird auf den neuesten Stand gebracht. Die Sanierung der beiden Bereiche erfolgt in zwei Bauabschnitten und ist in der Zeit von Januar 2018 bis Sommer 2019 geplant. Die Investitionskosten liegen bei 3,5 Millionen Euro.

Darüber hinaus ist der Bau eines Parkhauses geplant, um die Parksituation rund um das Knappschaftskrankenhaus zu entspannen. Auf der Fläche des jetzigen Mitarbeiterparkplatzes soll ein mehrgeschossiges Parkhaus in Split-Bauweise (Geschosse verspringen nur auf halber Höhe) gebaut werden, das ca. 600 Fahrzeugen Platz bietet. Der dadurch bedingte Wegfall der derzeit 182 Mitarbeiterparkplätze soll während der Übergangszeit auf die Weise kompensiert werden, dass der im Januar 2016 in Betrieb genommene Interimsparkplatz an der Auffahrt zur Notaufnahme von 53 auf knapp 200 Parkplätze erweitert wird.

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Tumorzentrum Bochum
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08.12.2017 10:09

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