Deutschlands großes Presseportal - Homepage
» kostenlos Pressemitteilung veröffentlichen
» Kunden Login zu "meine Redaktion"
»Suche / Lokale Suche
> Startseite > Politik

Über Dummheiten und dreiste Klientelpolitik

Regierungen und Notenbanken fahren auf ihren gewohnten Gleisen, obwohl sie immer mehr an Sysyphus erinnern.
Der Sagenheld versuchte immer wieder, einen riesigen Stein auf den Berg zu bringen, aber oben angekommen, verließen ihn immer wieder die Kräfte und der Stein rollte wieder ins Tal. Wir wissen nicht, was er falsch gemacht hat.

Was die drei großen Notenbanken der Welt angeht, wissen wir inzwischen, daß sie offensichtlich mit falschen Rezepten arbeiten. Denn die Folgen der Finanzkrise – bankrotte Banken und ausufernde Staatsschulden – lassen sich offensichtlich nicht mit der Ausweitung der Geldmenge und noch mehr Schulden bekämpfen. Die Verantwortlichen, die es längst besser wissen sollten, riskieren aber skrupellos, daß der Patient – die aufgeklärte, freiheitliche westlich-abendländische Gesellschaft – an den Nebenwirkungen des ihm verabreichten Medikaments stirbt.

Profitiert haben Politiker, die sich auf Pump bei ihren Wählern beliebt machen wollen, Bankster und Spekulanten, die mit praktisch kostenlosem Geld ihre gemeinwohlschädlichen Geschäfte günstig finanzieren können, und die ohnehin schon Überversorgten. Das Ergebnis sind weiter steigende Staatsschulden, gefährliche Blasen an den Anleihe-, Aktien- und Immobilienmärkten und eine sich schnell verstärkende soziale Schieflage.

Prof. Querulix, „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“, "Tachels" Bd. 7 (ISBN 978-3-943788-43-3), 264 S., 9,95 Euro

[Großes Bild anzeigen]

Die Löhne für volkswirtschaftlich sinnvolle und nützliche Arbeit bleiben dagegen niedrig, sinken sogar in Kaufkraft gemessen. Prekäre Beschäftigungen breiten sich immer weiter aus. Die Kaufkraft der Bevölkerung bleibt deutlich unter den Möglichkeiten, wird sogar gedrückt, weil z.B. die Spekulationsblase an den Immobilienmärkten der Ballungszentren die Mieten in die Höhe treibt und weil die Steuersysteme der meisten Staaten so eingerichtet sind, daß die unteren Einkommen die relativ größte Last zu tragen haben.

Schuldenmachen ist bei geringen Zinsen leicht. Verantwortungslose Politiker machen es seit Jahrzehnten vor und das amerikanische Volk macht es sogar rekordverdächtig nach. Die Gesamtverschuldung der USA hat sich seit den frühen 80er Jahren von 5 Billionen US-Dollar auf mehr als 60 Billionen, also das 12fache erhöht, während das Bruttosozialprodukt als Maß des real geschaffenen materiellen Wohlstands der USA nur von knapp 4 auf 19 Billionen US-Dollar, also nicht einmal um das Fünffache gestiegen ist.

Durch Geldvermehrung läßt sich kein Wirtschaftswachstum erreichen. Leidglich die Schuldenmachen wird erleichtert. Doch damit kann nachhaltiges Wachstum nicht stimuliert werden. Vor allem die Spekulation wird angeregt und die dadurch erzeugten Blasen reißen bei ihrem unvermeidlichen Platzen die Realwirtschaft mit in den Abgrund. Wir wissen das, weil es nicht das erste Mal in der Geschichte sein wird. Wir kennen auch die Folgen für die betroffenen Menschen und wir kennen die Folgen ihrer Reaktionen. Ohne Steigerung des Massenwohlstandes und damit der kaufkräftigen Nachfrage gibt es auch kein nachhaltiges solides Wirtschaftswachstum. Die anhaltende Umverteilung von Volksvermögen von „unten“ nach „oben“ stimuliert das Wachstum nicht, sondern stranguliert es.

Offensichtlich sind wichtige Zusammenhänge von den üppigst bezahlten „Spezialisten“ der Notenbanken (wieder einmal) nicht bedacht oder falsch interpretiert worden. Doch seien wir nicht ungerecht: Die Wirtschaftswissenschaften fischen seit es sie gibt in ziemlich trüben Gewässern. Kein Wunder. Denn sie haben es unter anderem mit menschlichem Verhalten zu tun, und das ist infolge seiner hohen Komplexität im Gegensatz zu den Bahnen der Gestirne oder anderen Naturerscheinungen nur schwer zu berechnen. Die Geschichte der Wirtschaftswissenschaften legt davon ernüchterndes Zeugnis ab. Kein Wunder also, daß es oft daneben geht. Wenn Vertreter praktischer Interessen Annahmen von Theoretikern benutzen, um ihnen genehme Entscheidungen (von großer Tragweite) durchzusetzen, sind Fehler nicht nur möglich, sondern sogar wahrscheinlich. Die Geschichte beweist, wie oft das vorgekommen ist und welche Konsequenzen das gehabt hat.

„Mathematik ist großer Mist, wenn die Wirklichkeit komplexer als alle denkbaren Formeln ist“, warnt deshalb Prof. Querulix. Falsche Vorstellungen von Aus- und Wechselwirkungen menschlichen Handelns sind in den Wirtschaftstheorien offensichtlich. Ihre Anwendung auf die praktische Wirtschafts- bzw. Geldpolitik bedarf deshalb der allergrößten Vorsicht.

Man wundert sich, daß Politiker und Bürokraten, die für das Wohl der Allgemeinheit verantwortlich sind, immer wieder sogar wirtschaftswissenschaftlichen Laien erkennbare Dummheiten machen, die gravierende soziale und schließlich auch politische Folgen haben. Daß Gelddrucken keinen Wohlstand schafft, kann man schon Schulkindern verständlich machen. Auch daß zu viel Geld zu drucken sogar Wohlstand vernichtet – vor allem, wenn man es unproduktiv, ja sogar kontraproduktiv verwendet, kann schon von Kindern verstanden werden. Und genau das – die kontraproduktive Verwendung von Neugeld – geschieht gerade heutzutage in ungeheurem Ausmaß.

Offensichtlich geistert immer noch die Annahme von Keynes durch die Gehirne zahlreicher wirtschafts- und geldwissenschaftlicher Politikberater, die Gesamtnachfrage – Konsumenten, Wirtschaft und Staat – einer Volkswirtschaft sei für die wirtschaftliche Prosperität entscheidend. Deshalb müßte nur der Staat Geld in die Wirtschaft pumpen, das er sich natürlich leihen muß. Oder er läßt seine Notenbank die Geldmenge mit der Druckmaschine steigern.

Wird dadurch aber Nachfrage geschaffen, die die Wirtschaftstätigkeit anregt?

Eher nicht. Wir erleben, wohin das viele neu gedruckte Geld fließt. Wir erleben, welchen Schaden es anrichtet. Wir erleben, daß der Patient durch das Medikament nicht geheilt, sondern langsam aber sicher zu Tode gespritzt wird. Das viele neue Geld fließt durch das schlecht bedachte Handeln der Notenbanken dahin, wo es viel mehr Schaden anrichtet als Nutzen zu stiften: vor allem in überschuldete staatliche Haushalte. Dort regt es keine verantwortungsbewußte Haushaltung an, sondern verleitet nur noch mehr zum Ausgeben von Geld, das man doch in Wirklichkeit gar nicht hat. Der fragwürdige Nutzen der Empfänger aber ist: Politiker können sich mit Spendabilität beliebt machen und ihre Stellung festigen. Rettet man auch noch bankrotte Banken und skrupellose Schuldenritter, können die sich problemlos billiger und noch höher verschulden. Bankrotteure und Glücksritter aller Schattierungen werden so künstlich am Leben gehalten, an der Börse spielen, spekulieren ist viel lukrativer als investieren.

Das sagen sich auch die Vorstände und Aufsichtsräte großer Aktiengesellschaften, die sich mit sechs- bis siebenstelligen Vergütungen sowieso schon unverschämt bedienen. Statt zu investieren, legen die lieber eine Anleihe auf, die dann die Notenbank aufkauft. Mit dem Geld werden eigene Aktien gekauft und damit der Kurs in die Höhe getrieben. Das wiederum steigert die Boni und so können die ohnehin schon unanständigen Vergütungen noch weiter gesteigert werden. Ein Schelm, wer Schlechtes dabei denkt, daß auch Gewerkschaftsvertreter in den Aufsichtsräten mit von der Partie sind. Da kann man sich vorstellen, wie diese Herrschaften die Interessen ihrer Mitglieder vertreten.

Erreicht wird mit der unsinnigen Notenbankpolitik der Geldvermehrung und der Negativzinsen letztlich nur der totale Zusammenbruch der Volkswirtschaften. Auslöser dafür werden wahrscheinlich wieder Paniken an den Börsen sein. Denn aus den Spekulationsblasen an den Aktien-, Anleihen- und Immobilienmärkten kann nicht einfach Luft abgelassen werden wie aus einem Autoreifen, dessen Traktion an die Bedingungen eines bestimmten Fahrwegs angepaßt werden soll. Spekulationsblasen platzen einfach und am liebsten, wenn kaum einer damit rechnet.

Geld drucken und an skrupellos Politiker und Bankster verschenken sichert keine Zukunft, sondern zerstört sie. Denn die Geldsparer verlieren durch Null- oder Negativzinsen auch ohne Hyperinflation am Ende alles. Reiche werden so noch reicher und die Armen verlieren das Wenige, was sie vielleicht erspart haben. Kann man sich außer dem Abwurf von Atombomben noch ein größeres Verbrechen vorstellen, wenn Vermögen in einer solchen Weise von „unten“ nach „oben“ verteilt wird?

Wirtschaft ist ein hochkomplexer, bisher nur ansatzweise verstandener Prozeß, dem menschlichen Körper und menschlichen Gesellschaften vergleichbar. Solche Prozesse sind immer in Bewegung und interagieren unaufhörlich mit anderen Prozessen: Menschen in menschlichen Gruppierungen, Volkswirtschaften mit anderen Volkswirtschaften und im Rahmen der Weltwirtschaft, um nur zwei Beispiele zu nennen. Es gibt kein anhaltendes Gleichgewicht, das in einer Volkswirtschaft dadurch gekennzeichnet wäre, daß alle beteiligten Menschen z.B. mit ihrer Stellung und ihrem Einkommen sowie ihren Zukunftsaussichten zufrieden wären. Der Wirtschaftsprozeß befindet sich in allen seinen Systemen unaufhörlich in dynamischer Bewegung. Sein Lenkungsinstrument ist ein unaufhörlicher Strom von Informationen. Die Lenkungsimpulse entstehen aus den Ergebnissen der Verarbeitung dieser Informationen durch die Wirtschaftssubjekte wie Konsumenten, Produzenten und Regierungsbürokraten. Das Wohl der Volkswirtschaften hängt von der Qualität der Informationen und ihrer Verarbeitung ab.

Genau da liegt der sprichwörtliche Hund begraben. Die Verarbeitung von Informationen wird allzu oft durch Vorurteile beeinflußt, die zu falschen Interpretationen von Daten führen. Geschieht das an einflußreichen Stellen des Informationsnetzwerkes, können die Folgen katastrophal sein. Die Geschichte beweist das übrigens unwiderlegbar. Sie beweist aber auch, daß alle Krisen – leider aber meistens nur mit erheblichen Kollateralschäden – überwunden wurden.

Wenn die Spekulationsblasen – aus welchem Anlaß auch immer – platzen, werden die Notenbanken wahrscheinlich damit reagieren, die Notenpressen noch schneller und anhaltender laufen zu lassen, um Schuldner und bankrotte Spekulanten auf Kosten von Millionen unschuldigen, soliden wirtschaftenden Menschen zu retten, anstatt den Selbstheilungsprozeß einfach geschehen zu lassen. Das wird allerdings vergeblich sein. Denn es gibt kein Weiter-So. Allein die bereits absehbaren technologischen Neuerungen werden die menschlichen Gesellschaften zu sozialen und politischen Anpassungen zwingen, die sich die wenigsten heute vorstellen können. Je tiefer das Ponzi-Spiel der Notenbanken Staaten, Wirtschaft und Bevölkerungen in die Krise treibt, desto explosiver wird sich die Neujustierung Bahn brechen.

Prof. Querulix beobachtet und kommentiert seit vielen Jahren das fragwürdige Tun und Lassen der Menschentiere und dokumentiert seine Beobachtungen in der eBook-Reihe „Tacheles“. 7 Bände sind bis heute erschienen. Der jüngste: Band trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine Vorgänger ist er im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (http://www.read.ruedenauer.de ) erschienen und dort sowie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro erhältlich.

READ Pressestelle

Bilddateien:


Prof. Querulix, „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“, "Tachels" Bd. 7 (ISBN 978-3-943788-43-3), 264 S., 9,95 Euro
[Großes Bild anzeigen]

Prof. Querulix, "Tachels - zeitlos-zeitkritische Beobachtungen und Kommentare", bisher 7 Bde, je ca. 180-280 S., je 9,95 Euro
[Großes Bild anzeigen]

28.04.2017 08:21

Das könnte auch Sie interessieren:

Notenbanken:

Ein Gigant wankt – vielleicht Treibsatz für ein Derivate-Des...
Die Aufwertung des Euro kommt für die meisten Beobachter überraschend. Viele lagen mit ihren Voraussagen gründlich falsch. Von Parität war die Rede und sogar von Kursen darunter. Zur Begründung wurde die Zinsdifferenz zwischen Europa und den USA...

Wirtschaftskrieg, Währungskrieg, Glaubenskrieg und neuer Kla...
Es ist offenbar: Die beiden Hauptrichtungen des Islam, vertreten durch Saudi-Arabien und dem Iran, führen eine Auseinandersetzung um die Vorherrschaft. Im Jemen und in Syrien bekämpfen sie einander bereits, andere Regionen werden folgen. Eine...

Inflationierung:

Wenn keine Medizin mehr hilft, müssen wenigstens die körpere...
Die Einbildung von Politikern und Notenbankern, man könne überhandnehmende Schulden mit noch mehr Schulden „bekämpfen“, hat sich erwartungsgemäß als Wahnvorstellung erwiesen. Die Schulden sinken nicht durch Gelddrucken und rechtswidriger...

Wirtschaftspolitik:

Vom „dünnen Apfelhäutchen“ und der Verletzlichkeit des Dasei...
Die politischen Unsicherheiten nehmen weltweit zu. Nachdem der „Kalte Krieg“ beendet wurde und Millionen Menschen sich auf ein „besseres Leben“ freuten, schien die Menschheit endlich einmal bei dem Versuch voranzukommen, weltweit Frieden zu...

Agenda 2011-2012 - eine sozial-, finanz- und wirtschaftspoli...
Lehrte, 18.10.2016. Agenda 2011-2012 steht für soziale Gerechtigkeit, Bildung und eine angemessene Beteiligung aller Gesellschaftsschichten an den Kosten des Staates. Im Mai 2016 wurde der Öffentlichkeit im Internet ein Sanierungsprogramm zur...

Präsident des BFW Bayern in die Vollversammlung der IHK gewä...
Im ersten Anlauf wurde der Präsident des BFW Bayern, Andreas Eisele, in die Vollversammlung der IHK für München und Oberbayern gewählt. Der BFW Bayern ist der Spitzenverband der privaten Immobilien- und Wohnungswirtschaft in Bayern. „Gerade für...

Λ nach oben

Stichwort-Suche:

Pressemitteilung von:


READ - Rüdenauer Edition Autor Digital

RÜDENAUER EDITION AUTOR DIGITAL
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Salomon-Heine-Weg 36b
20251 Hamburg

Unter dem Label RÜDENAUER EDITION AUTOR DIGITAL publiziert RÜDENAUER CONSULTING+SEMINARE Fachliteratur zu den Themen Kommunikation und Führung sowie zeitlose und zeitkritische Aphorismen von Prof. Querulix. RÜDENAUER CONSULTING+SEMINARE...

mehr »

 

 


Hinweis: Um Ihnen ein optimales Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden.   Nachricht schließen   mehr info