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Umfrage zu VW-Skandal: Update führt zu massiven Problemen

Das Update der Motorsteuerung führt insbesondere zu Mehrverbrauch, Geräuschentwicklung und weniger Leistung.

Bereits seit letztem Jahr ruft Volkswagen aufgrund des Abgasskandals viele Dieselfahrzeuge in die Werkstatt zurück. Dabei wird in der Regel lediglich ein Softwareupdate für die Motorsteuerung aufgespielt. Experten bezweifeln schon länger, dass sich dadurch die Abgaswerte signifikant verbessern lassen ohne dass es an anderer Stelle zu Nachteilen kommt – schließlich bleibt die „Hardware“ ja die alte und es stellt sich die Frage: Wenn eine Reduktion des Stickoxidausstoßes ohne negative Auswirkungen möglich ist, warum war es für VW dann überhaupt nötig, zu betrügen?

Tatsächlich scheint das Software-Update eine messbare Reduktion des Stickoxid-Ausstoßes mit sich zu bringen. Nach Auswertungen von ADAC und Deutscher Umwelthilfe sind die Werte im realen Straßenverkehr aber immer noch nicht auf dem Niveau angekommen, das wünschenswert wäre.

Hauptprobleme sind Mehrverbrauch und Geräusche

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Und selbst diese moderaten Verbesserungen scheinen großenteils auf Kosten der Fahrzeugbesitzer erkauft zu werden. Immer wieder berichten VW-Kunden davon, dass es bei ihnen nach dem Update zu Problemen gekommen ist. Das bestätigte jetzt auch eine Umfrage, die das Portal Rechtecheck.de zusammen mit der Kanzlei KMP3G durchgeführt hat:

Dabei stellte sich heraus, dass bei etwa zwei Dritteln der Befragten nach dem Update der Motorsteuerung Probleme aufgetreten sind. Besonders häufig wurden dabei erhöhter Kraftstoffverbrauch, mehr bzw. ungewöhnliche Geräusche sowie eine reduzierte Leistung genannt. Massive Probleme scheint die aktualisierte Software auch den Komponenten der Abgasreinigung zu bereiten: Von den Fahrern, die über Probleme berichtet hatten, meldeten jeweils über ein Viertel, dass das Abgas-Rückführungsventil (AGR) defekt war oder dass der Dieselpartikelfilter besonders oft oder lange im Regenerationsmodus lief. Beides deutet darauf hin, dass die Dieselmotoren nach dem Update „fettere“ Gemische (also mit mehr Diesel im Vergleich zur Luft) einsetzen. Dadurch bleibt zwar nach der Verbrennung weniger Sauerstoff übrig, der Stickoxide bilden könnte, gleichzeitig entstehen aber mehr Ruß und Kohlenmonoxid. Und der Ruß verstopft sowohl den Dieselpartikelfilter (wo er dann durch die Regeneration verbrannt werden muss) als auch das AGR.

Weniger als jeder zehnte Betroffene gab an, dass sein Auto stehengeblieben oder nur noch im Notlauf-Modus gefahren ist. Angesichts des kurzen Betrachtungszeitraums erscheinen die Zahlen dennoch vergleichsweise hoch. Unter den „sonstigen“ Problemen fanden sich insbesondere Ruckeln, spätes Hochschalten bei Automatikgetrieben sowie höhere Leerlaufdrehzahlen.

Besonders problematisch erscheint angesichts der gehäuften Probleme, dass sich VW bisher wenig kulant zeigt. So kommen in unserer Stichprobe auf einen Fall, der von Volkswagen kostenlos behoben wurde, fast fünf Fälle, bei denen der Kunde zumindest teilweise auf seinem Schaden sitzen geblieben ist. Über ein Drittel der Kunden hat seinen Schaden außerdem noch gar nicht gemeldet.

Trotz der der Kritik durch Verbraucher- und Umweltschutzverbände und trotz des Risikos von Problemen mit dem Fahrzeug ist das Update der Motorsteuerung beim größten Teil der betroffenen Autos inzwischen abgeschlossen. Dazu dürfte auch beigetragen haben, dass den Haltern mittelfristig eine Stilllegung ihrer Fahrzeuge droht, wenn sie das Update verweigern. Dieser Zustand, in dem Verbraucher nur die Wahl zwischen Pest (Stilllegung) und Cholera (Probleme mit dem Fahrzeug) haben, ist untragbar. Daher wird die Kanzlei KMP3G die ausführlichen Umfrageergebnisse an das Kraftfahrtbundesamt weiterleiten, um den Druck auf die Behörde zu erhöhen, damit diese VW endlich zu einer verbraucherfreundlichen Lösung zwingt.

Zur Stichprobe:

Zur Teilnahme wurde über Facebook und eine Pressemitteilung aufgerufen, wobei auch explizit Fahrer ohne Probleme gebeten wurden, an der Umfrage teilzunehmen. 236 VW-Besitzer nahmen zwischen Mai und Juli 2017 an der Umfrage teil.

Die Autos waren im Schnitt 6 Jahre alt und hatten eine Laufleistung von 107.000 km. Das Update wurde vor durchschnittlich 4 bis 5 Monaten aufgespielt. Bei diesen Werten ergab sich auch kein nennenswerter Unterschied zwischen Fahrzeugen mit und ohne Probleme. Das deutet darauf hin, dass eben nicht nur die Besitzer älterer Fahrzeuge mit hoher Laufleistung Probleme melden, die wahrscheinlich auch ohne das Update angefallen wären.


Der offene Brief kann hier heruntergeladen werden: https://rechtecheck.de/pressemittei....ate-offener-brief-kba.pdf

Bilddateien:


Hauptprobleme sind Mehrverbrauch und Geräusche
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VW zeigt sich nur im Ausnahmefall kulant
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27.07.2017 13:57

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