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Unbequeme Gedanken über die nahe wirtschaftliche Zukunft

Im Laufe der letzten 20, 30 Jahre haben sich die Finanzmärkte im Zuge neoliberalem Dusels mit Unterstützung durch einfältige oder skrupellose Politiker weltweit von allen Fesseln befreit, die bis dahin mit ihrem Selbstverständnis als Dienstleister für die Realwirtschaft verbunden waren.
Ehrbare Banker, die bis dahin mit Anstand und Moral ihre jahrhundertealte Aufgabe für die Wirtschaft erfüllt haben, verwandelten sich in Bankster, in Spieler und Zocker. Nicht mehr das angestammte Bankgeschäft stand seitdem im Zentrum ihrer Bestrebungen, sondern der schnelle große Profit.

Die fatalen Folgen erleiden wir gerade und werden sie noch viel stärker zu erleiden haben.

Im Zeitalter der schrankenlosen Gier dürfen wir uns gar nicht wundern, daß die heutigen Bankster nicht mehr besonders am Kreditgeschäft interessiert sind, das ihnen im Gegensatz zu ihren Zockereien nur bescheidene Renditen verspricht. Da kann Herr Draghi noch so viel Geld „drucken“ und es den Spekulanten quasi kostenlos zur Verfügung stellen. Da kann er die Bankster sogar noch zusätzlich dafür belohnen, daß sie sein neues Geld nehmen, ohne wenigstens noch weniger Kredite an diejenigen zu vergeben, die produktive wirtschaftliche Leistungen erbringen. Es wird alles nichts nützen: Zocken ist einfach lukrativer als das klassische Bankgeschäft – nur leider auch um ein Vielfaches riskanter.

Unbedingtes individuelles Grundeinkommen in Gestalt einer negativen Einkommensteuer - Kernstück einer unvermeidlichen Radikalreform unserer Gesellschaft, eBook (ISBN 978-3-943788-18-1, [PDF], ISBN 978-3-943788-32-7, [ePub]), je 9,95 Euro

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Der historische Wandel der meisten vor allem großen Banker zu Bankstern und Zockern hat ein Problem entwickelt, das die Welt(finanz)wirtschaft schon in naher Zukunft wahrscheinlich zerreißen wird. Die Aufsichtsorgane haben das Problem entweder verschlafen, gar nicht verstanden oder sie fühlten sich nicht zuständig, sich darum zu kümmern. Von den Politikern, die als Nichtfachleute zu ahnungslosen Marionetten der internationalen Banksterschaft geworden sind, war ohnehin nichts zu erwarten. Und die Notenbanken, die anstelle der Politiker das Schicksal der menschlichen Gesellschaften in ihre demokratisch nicht legitimierten Hände genommen haben, perpetuieren und vergrößern mit Geldvermehrung, Vernichtung von Ersparnissen durch faktische Negativzinsen und der bedingungslosen Unterstützung aller Zocker und skrupellosen Schuldner das Problem ins Unvorstellbare.

Neu ist das Problem nicht. Aber es hat inzwischen eine derartige Brisanz erreicht, die es notwendig macht, über seinen möglichen Einfluß auf den absehbaren finalen Akt der Banken- und Staatsschuldenkrise nachzudenken.

Inzwischen soll es diversen Schätzungen zufolge – es scheint nicht einmal eine verläßliche Übersicht zu geben! – weltweit einen Derivatebestand von 1,2 bis 1,5 Billiarden (1.500.000.000.000.000) US-Dollar geben. Das entspricht sage und schreibe ungefähr dem 15-20fachen (!) des gesamten Bruttosozialprodukts aller Länder der Welt, also dem 15-20fachen der offiziell ermittelten Wirtschaftsleistung der gesamten Menschheit. Wer daraus den Schluß zöge, daß es sich bei den Derivaten nur um reine Luftprodukte handeln könne, dem wäre angesichts dieser schier unglaublichen Relation nur schwer zu widersprechen. Nicht von ungefähr soll der legendäre Investor, Warren Buffett, Derivate schon vor Jahren als die „Massenvernichtungswaffe der Finanzindustrie“ bezeichnet haben.

In der Tat sollte man sich diese Konstruktionen, die z.B. von Investmentbanken angeboten werden, sehr genau ansehen. Derivate sind „Produkte“ der Finanzindustrie, die ursprünglich dazu gedacht waren, Risiken unabhängig von ihrem zugrundeliegenden physischen Gegenstand handelbar und damit auch kompensierbar zu machen. Schnell wurden aber von Banken und Bankstern ihr spekulatives Potential und die enorme Profitträchtigkeit erkannt, sodaß sie seither in geradezu gigantischen Mengen hergestellt werden, um ihren Emittenten die Kasse zu füllen.

Die Konstruktion von Derivaten ist oft so komplex, daß Gewinn- bzw. Verlusterwartungen von den wenigsten, die sich durch den Erwerb dieser Produkte sozusagen mit den Emittenten an den „Spieltisch“ setzen, verstanden werden. Die allermeisten Derivate sind eigentlich nicht mehr als bloße Spielchips, wie sie auch die Spielbanken ausgeben, mit dem entscheidenden Unterschied, daß diese von den Spielern hinsichtlich ihres Gewinn- bzw. Verlustpotentials zuverlässig eingeschätzt werden können, während die Einschätzung bei Derivaten von den Mitspielern der Emittenten Kenntnisse verlangt, die nur die wenigsten haben.

Derivate sind letztlich nichts anderes als – je nach ihrer rechtlichen Gestaltung – mehr oder weniger riskante Wetten auf (Börsen-)Kursentwicklungen der zugrunde gelegten Basisobjekte wie z.B. Aktien, Anleihen oder Rohstoffe.

Die schiere Flut von Derivaten läßt schon ahnen, daß diese vermutlich überwiegend nicht mit realen Gütern gedeckt sind. Und genauso ist es auch. Es sind also regelmäßig bloße Rechte, die nur unter bestimmten (allzu oft wenigen) Voraussetzungen einen Geldwert erreichen und unter (allzu oft den meisten) anderen wertlos sind. Ein hohes Risiko liegt zudem in der Hebelwirkung von Derivaten. Zum Beispiel ist nur ein winziger Bruchteil des „Goldes“, das gegenwärtig an den Terminbörsen gehandelt wird, echtes physisches Gold. Im Verhältnis von sage und schreibe 500:1 soll nach Insiderangaben heutzutage nur mit sogenanntem Papiergold – nämlich Derivaten – gehandelt (oder manipuliert?) werden. Man kann es kaum glauben: Für jede Unze tatsächlich vorhandenen und auslieferbaren Goldes werden danach Goldderivate gehandelt, die über 500 Unzen repräsentierten! Da darf nicht allzu viel schieflaufen, wenn kein Desaster geschehen soll.

Ohne profunde Kenntnis des Börsen(spiel)geschäfts mit Derivaten sollte niemand am Spiel mit diesen Finanzprodukten teilnehmen. Wer zum Beispiel glaubt, es handele sich bei Derivaten, wie z.B. ETFs, um eine Art von Fondsanteilen, sollte besser die Finger davon lassen, wenn er böse Überraschungen scheut! Das aufmerksame Lesen der Angebotsprospekte ist zwar prinzipiell geeignet, jedem Interessenten die Augen für das zu öffnen, was er erwirbt und was ihn erwartet – aber nur wenn er versteht, was die Hausjuristen der Bank in diese Papiere in deren Interesse hineinformuliert haben. Die Erfahrung lehrt leider, daß so gut wie kein privater Investor diese Texte liest und die wenigsten sie verstehen.

Deshalb: Institute, die solche Spiele anbieten, sollten sich nicht Banken nennen dürfen. Denn der Begriff „Bank“ kann im Zusammenhang mit dem Derivate-Geschäft allzu leicht falsche Vorstellungen bei den Kunden wecken. Derivate-Produzenten, wie unter vielen auch Deutsche Bank, Commerzbank, DZ Bank, HSBC sollten mit diesem Geschäft eher Glücksspielanbietern gleichgestellt werden und Spielbank-Lizenzen erwerben müssen – und selbstverständlich auch entsprechende Steuern zahlen.

Der Goldmarkt ist nur ein Beispiel für die großen Gefahren, die von der Derivateflut ausgehen. Die Frage ist allerdings, ob das den Spielern auch bewußt ist. Erhebliche Zweifel sind angebracht. So machen sich kritische Beobachter der Börsencasinos einerseits große Sorgen darüber, welches Manipulationspotential in den Derivaten steckt, und andererseits darüber, was passierte, wenn eine kritische Menge dieser Wetten notleidend würde. Die Wahrscheinlichkeit, daß dies geschieht, kann angesichts der Labilität der Finanzmärkte und der offensichtlich nicht mehr lösbaren Banken- und Schuldenkrise gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Und nicht zu vergessen: Kursmanipulationen können von finanziell potenten „Störenfrieden“ mit den gleichen Waffen auch gegen die Interessen der großen Notenbanken und ihrer Corona us-amerikanisch geführter Spekulationsblasenerzeuger vorgenommen werden. Wegen des schieren Umfangs der in diesem Fall zu erwartenden Schieflagen von Banken, Bankstern und anderen Spekulanten, wäre eine Rettung durch die Notenbanken gar nicht mehr möglich.

Da die Gefahr eines Supercrash inzwischen sehr große geworden ist, sollten die Politiker jetzt endlich proaktiv den voraussehbaren sozialen und politischen Schaden begrenzen, statt den Kopf weiter in den Sand zu stecken und auf ein Wunder zu hoffen. Dabei geht es nicht darum, die Spekulanten zu retten. Die sind nicht mehr zu retten und sollen ihren eigenen Schaden selber tragen. Nicht einmal die Banken müßten vollständig gerettet werden, sondern nur insoweit als sie das klassische Bankgeschäft betreiben, insbesondere das Zahlungs- und Kreditgeschäft für die Realwirtschaft abwickeln und die Versorgung mit Bargeld sicherstellen. Den Rest kann man getrost im Orkus der neoliberalen Schwachheit versinken lassen. Unverzichtbar ist es dagegen, die Zahlungsfähigkeit und damit Konsumierfähigkeit der Bevölkerung zu erhalten und damit indirekt auch einen großen Teil der Unternehmen und Arbeitsplätze zu erhalten.

Nach dem Prinzip „Hoffnung“ einfach wie bisher weiterzuwursteln und der Dinge zu harren, die da kommen werden wäre sträflich leichtsinnig. Die Politiker sollten sich gut über die lauernden Gefahren durch den entfesselten weltweiten Banksterismus informieren und die erforderlichen Entscheidungen zur Sicherung der sozialen und politischen Stabilität ihrer Staaten und Gesellschaften treffen bevor es zu spät ist.

Eine kleine Studie, die ihr Verfasser zwar nicht als Handlungsempfehlung für den Fall des Super-GAUs der Weltfinanzwirtschaft verstanden wissen will, könnte dennoch einen Weg zu seiner sozialen und politischen Beherrschung weisen. Denn in den sozialen und politischen Folgen eines möglichen Zusammenbruchs der Weltfinanz- und -realwirtschaft liegen die ganz großen Risiken, wie leider nur noch wenige der unter uns Lebenden Älteren aus eigener Erfahrung wissen können. Die Studie trägt den Titel „Unbedingtes individuelles Grundeinkommen in Gestalt einer negativen Einkommensteuer - Kernstück einer unvermeidlichen Radikalreform unserer Gesellschaft“ (ISBN 978-3-943788-18-1, eBook [PDF] oder ISBN 978-3-943788-32-7, eBook [ePub]). Sie ist im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital erschienen und dort wie in allen guten (Internet-)Buchhandlungen für 9,95 Euro erhältlich.

Wenn die Politiker jetzt versagen – und das ist, wie die Erfahrungen aus der Geschichte uns nahelegen, leider so wahrscheinlich, daß man es fast schon als Gewißheit bezeichnen könnte – werden wir uns vermutlich auf wirre und vielleicht sogar ziemlich gewalttätige Zeiten einstellen müssen.

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01.07.2016 08:22

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