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Ungestillte Sehnsucht nach einfachen Lösungen für komplexe Probleme

Was der neue US-Präsident mit den Vereinigten Staaten und der Gestaltung ihrer Beziehungen zur übrigen Welt, insbesondere zu den Industrienationen, vorhat, ist schon sehr interessant.
Besser: es wirft äußerst interessante Fragen auf, deren Beantwortung Donald Trump bisher schuldig geblieben ist.

Komplexe Problemstellungen wie z.B. wirtschafts- und handelspolitische politische Entscheidungen erfordern das Zusammenwirken zahlreicher Fachleute. Die Entscheider brauchen deren Wissen und deren Erfahrungen, um mögliche Aus- und Wechselwirkungen geplanter Entscheidungen zu identifizieren und sicherzustellen, daß diese die Erreichung der erwünschten Ziele nicht verhindern oder unangenehme Nebenwirkungen verursachen. Was der neue us-amerikanische Präsident bisher über seine Vorhaben und Projekte geäußert hat, wirft zahlreiche Fragen hinsichtlich ihrer Aus- und Wechselwirkungen auf und läßt sehr daran zweifeln, daß die Vereinigten Staaten dadurch wirklich „great again“ werden. Es ist eher sogar sehr wahrscheinlich, daß Trump damit die derzeit schon wackelige Stellung der USA als globale Hegemonialmacht endgültig beendet.

Prof. Querulix, „Tacheles“ - Bd. 7: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3), eBook, 264 S., 9,95 Euro

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Nun wäre das wahrscheinlich gar kein allzu großes Problem, wenn nicht Europa zur gleichen Zeit so ein durcheinanderlaufender Hühnerhaufen wäre und die Europäer dann zusammen mit den USA ein Bündnis wirtschaftlich starker demokratischer Nationen bildeten, die mit China und Rußland auf Augenhöhe eine stabile Weltordnung schaffen könnten. Leider sind wir von diesem Zustand weit entfernt. Deshalb wäre es wünschenswert, wenn Trump sich um die Beantwortung einiger wichtiger Fragen kümmern würde, die seine starken Worte aufwerfen. Denn Europa muß dann für sich gute und die eigenen Interessen sichernde und fördernde Antworten finden. Sollten die gegenwärtigen „Eliten“ dazu nicht in der Lage sein, gäbe es bald einen radikalen Farbenwechsel in seinen Parlamenten.

Vielleicht wird Donald Trump, wenn er seine radikalen Pläne ohne Rücksicht auf die Folgen für sein eigenes Land wahr macht, als Katalysator für eine grundlegende Veränderung wirken. Vielleicht wird er auch kläglich und mit katastrophalen Folgen für sein Land scheitern. Die übrige Welt wird davon in keinem Fall unberührt bleiben. Nach der Amtseinführung Donald Trumps als 45. Präsidenten der USA und Wiederholung der meisten seiner Ideen und Pläne sollen – nur exemplarisch – einige Fragen aufgeworfen und einige seiner Vorhaben thematisiert werden.

Trump möchte offenbar die Wirtschaftsbeziehungen zu den anderen Industrienationen zu Gunsten der USA umgestalten. Auch vor drastischen Einfuhrzöllen will er – zumindest mit Worten – nicht zurückschrecken. Doch was wären die Folgen? Er glaubt doch nicht etwa, die Europäer, Japaner oder Chinesen würden das einfach so hinnehmen? Ein Handelskrieg würde auch die USA sehr schwer treffen. Und das nicht nur, weil Europäer, Chinesen und Japaner Gleiches mit Gleichem vergelten würden.

Warum sollten Staaten, die so rücksichtslos angegriffen werden, US-Dollars und US-Anleihen halten? Was wäre, wenn sich die USA nicht mehr auf Kosten anderer Staaten unbegrenzt verschulden könnten? Und das auch noch in einer Situation, in der Trump mehr als eine Billion Dollar, vielleicht auch zwei oder drei Billionen zusätzlich braucht, um alle seine Pläne zu verwirklichen und deren nicht bedachten Folgen zu sanieren? Die FED müßte mangels Nachfrage durch andere Notenbanken alle Schulden selbst aufkaufen, d.h. die entsprechende Menge Geld „drucken“ und den Dollar dadurch noch erheblich weiter inflationieren. Er wäre am Ende schneller als es sich wahrscheinlich die meisten vorstellen können (oder wollen) nichts weiter mehr als ein wertloser Fetzen Papier.

Welche Auswirkung hätte die damit verbundene Teuerung? Ohne entsprechende Lohnerhöhungen wäre die soziale Stabilität der USA gefährdet. Mit Lohnerhöhungen würden die produzierten Güter teurer. Das gilt natürlich auch für die Ausfuhren der USA, die sich deutlich verteuern könnten. Zusammen mit den als Vergeltungsmaßnahmen für us-amerikanische Einfuhrzölle in den Abnehmerländern eingeführten Einfuhrzöllen würde das die internationale Wettbewerbsfähigkeit der USA beträchtlich vermindern.

Diese Zusammenhänge sollten durchdacht werden, bevor gehandelt und wahrscheinlich eine Lawine von Maßnahmen und Gegenmaßnahmen losgetreten wird. Es dürfte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit so sein, daß sich die USA den bestmöglichen Dienst erwiesen, wenn sie sich die Kooperation mit ihren bisherigen Partnern in Europa und Japan, aber auch mit China nicht verdürben. Unter dem Strich verlören nämlich alle – vollkommen überflüssiger und unsinniger Weise. Und die innenpolitischen Folgen könnten dramatisch werden.

Auch die USA in ein Steuerparadies für Reiche zu verwandeln, dürfte unterm Strich mehr negative als positive Wirkungen haben. Die Regierungen der davon betroffenen Länder wären schon im Interesse ihres Machterhalts gezwungen, wirksame Maßnahmen dagegen zu ergreifen. Die gegenwärtige noch verbreitete stille Duldung solcher „Steuerparadiese“ durch interessierte Kreise und die Wühlarbeit ihrer Lobbyisten in der Politik wird bereits immer schwieriger haltbar. Der Druck auf sie wird künftig noch zunehmen. Das ist im Interesse sozialer Gerechtigkeit und sozialen Friedens auch gut so.

Übrigens sollte auch Großbritannien von dieser im Zusammenhang mit dem Brexit aufgetauchten Idee abgehalten werden. Die zu erwartenden Vergeltungsmaßnahmen durch künftige Regierungen anderer europäischer Länder könnten verheerende wirtschaftliche Folgen für das Königreich haben.

Daß die Ponzi-Spiele der drei großen Notenbanken EZB, FED und BoJ am Ende zum Zusammenbruch des Weltfinanzsystems führen und auch die Realwirtschaft mit in den Abgrund reißen werden wurde an dieser Stelle schon oft thematisiert. Wahrscheinlich wollen die Notenbanken das Spiel so lange weiter spielen, bis eine Hyperinflation alle Schulden tilgt (wenn auch künftige Regierungen möglicherweise dafür sorgen werden, daß die Schuldner die Gläubiger entschädigen müssen) und das Weltfinanzsystem – hoffentlich mit mehr Verstand und Voraussicht als beim letzten Mal – neu aufgesetzt wird.

Kann sich die FED in diesem geldpolitischen Umfeld weitere Zinserhöhungen leisten, um der Geldentwertung entgegen zu wirken? Trumps Pläne kosten viel Geld. Höhere Zinsen verteuern die Durchführung seiner Projekte und verhindern sie möglichweise ganz. Einen steigenden Dollarkurs, der durch weitere Zinserhöhungen auch noch gefördert würde, weil er viel vagabundierendes Kapital anzöge, dürfte sich die neue US-Regierung kaum wünschen. Vor allem dann, wenn die US-Exporte infolge möglicher Vergeltungsmaßnahmen der von Trumps Einfuhrzöllen betroffenen Staaten ohnehin schon dezimiert werden. Das würde auch das hohe US-Außenhandelsdefizit noch weiter vergrößern.

Die Anleihezinsen sind in den USA in den vergangenen Wochen bereits ohne Zinserhöhung durch die FED gestiegen, und zwar kräftig. Das war mit vielen Milliarden Kursverlusten verbunden. Ein Anreiz, jetzt amerikanische Schulden zu kaufen, ist das nicht gerade. Sollte die FED die Zinsen weiter erhöhen, um diesen Prozeß noch zu befeuern?

Trump wird mit massiver Ausweitung der Schulden zur Finanzierung seiner Pläne die Steigerung der US-Verschuldung weiter beschleunigen. Die Notenbanken der Länder, die US-Anleihen halten, werden vernünftigerweise ihre Bestände zurückfahren. Einzige Aufkäuferin der Schuldtitel wäre mit der Zeit die FED. Da der US-Dollar durch die unmäßige Ausweitung der Geldmenge seiner unvermeidlichen völligen Entwertung entgegen sähe, verlöre er auch seine Stellung als Weltleit- und Reservewährung. Dann wird er eine Währung wie jede andere sein und Schuldenorgien auf Kosten anderer wären unmöglich. So dämlich, das sogar zu institutionalisieren, sind nur die Europäer bzw. deren für das Euro-Schuldendesaster verantwortliche Politiker.

Diese hier nur skizzenhaft aufgeführten Fragen und ihr komplexer Zusammenhang harren umfassender und tiefgreifender weiterer Analysen und Überlegungen, um vernünftige Antworten zu finden und dann gute Entscheidungen treffen zu können. Hoffen wir – vor allem auch im Interesse der US-Amerikaner selbst – daß dies geschieht, bevor gehandelt wird.

Prof. Querulix sammelt seit vielen Jahren seine Beobachtungen und Kommentare des bunten Treibens der Menschentiere. In der eBook-Reihe „Tacheles“ sind sie veröffentlicht. Bisher gibt es 7 Bände. Der 7. Band der Reihe ist Anfang des Jahres erschienen. Er trägt den Titel „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3, 264 S.) und ist ab sofort im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (http://www.read.ruedenauer.de ) sowie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro erhältlich.

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Prof. Querulix, „Tacheles“ - Bd. 7: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3), eBook, 264 S., 9,95 Euro
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Prof. Querulix, „Tacheles“ - zeitlos-zeitkritische Beobachtungen und Kommentare, bisher 7 Bände, eBooks, je 9,95 Euro
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24.01.2017 08:38

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