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Vielleicht werden wir bald sogar dafür bezahlt, daß wir Kredite aufnehmen

Ponzi-Spiele haben es so an sich, daß sie immer weiter befeuert werden müssen, wenn sie nicht scheitern sollen.
Der Bedarf an Nachschub von Geld und Dummen wird tendenziell im Zeitablauf immer größer, steigt möglicherweise exponentiell an, wenn immer mehr Mitläuferspekulanten kalte Füße bekommen. Die Spekulationsblasen an den Aktien-, und Anleihenmärkten stramm zu halten, fordert die Bankster zunehmend heraus. Daß EZB-Präsident Draghi keinerlei Hoffnung auf ein Ende der Niedrig- bzw. Negativzinsen macht, ist keine Überraschung. Er hat gar keine andere Wahl. Und das scheint immer mehr Spekulanten und Investoren klar zu werden.

Kein Ponzi-Spiel kann ordentlich beendet werden. Das ist auch eine Erfahrungstatsache. Deshalb werden die Sparer weiter bluten, private Altersversorgungen sich in Luft auflösen, und die Schuldner sich – zunächst noch – weiter über ihre Subventionierung freuen können. Steigende Zinsen werden inzwischen frühestens 2019 erwartet – wenn überhaupt. Aber dann, mit dem Totalcrash, könnten sie in Höhen steigen, die sich heute niemand vorstellen wird.

Prof. Querulix, „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“, eBook (ISBN 978-3-943788-43-3), 264 S., 9,95 Euro

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Die extrem hohe Bewertung von Anleihen und Aktien birgt ein ungeheures Risikopotential. Was könnte die FED noch tun, wenn der Fall der Fälle einträte und die Spekulationsblasen platzten? In der jüngsten Vergangenheit hat sie den Leitzins kräftig gesenkt. Z.B. nach dem Platzen der sogenannten Dotcom-Blase 2000/2002 von 6% auf 1%. Als 2008/09 die Immobilienblase in den USA platzte, senkte sie den Zinssatz von 5% auf 0%. Aber was jetzt, wo sie schon bei 1,25% angekommen ist? Ob Gelddrucken bis zum Abwinken dann noch helfen könnte? Vielleicht allen Bürgerinnen und Bürgern, die über weniger als 15.000 Dollar jährlich verfügen, monatlich 1.000 Dollar schenken? Oder auch 2.000, um die Wirtschaft wenigstens einigermaßen aufrecht zu erhalten?

Hochjublerei allein tut's ja auf Dauer nicht.

Das Strammhalten der Blasen wird offensichtlich nicht nur in den USA mühsamer. Immer mehr Spieler im Finanzcasino, auch unter den Verantwortlichen für das Desaster, scheinen zu begreifen, was nicht nur den Hazardspielern, sondern der ganzen Menschheit bevorsteht. Doch niemand sieht – wie eigentlich jeder Sachkundige hätte voraussehen müssen – einen guten Ausweg. Also Abwarten und stillhalten, die Herde nicht nervös machen oder gar in Panik versetzen. Spielen, solange es noch geht oder sich heimlich davon schleichen. Die Letzten, die sich in Sicherheit bringen wollen, werden wie immer die Hunde beißen, und das sind erfahrungsgemäß so gut wie alle.

Die Politiker können sich bis dahin überlegen, was sie nach dem unvermeidlichen Finale Furioso tun wollen. Wenn sie oder ihre Nachfolger klug genug sind, werden sie nach dem befreienden Knall konsequent daran gehen, zunächst die sozialen und ökonomischen Trümmer wegzuräumen. Außerdem sollten sie mit geeigneten Mitteln die Wiederholung eines solchen Schurkenstreichs der Finanz-„Elite“ in Zukunft sicher verhindern. Dazu werden sie die Finanz-„Industrie“ auf das reduzieren müssen, was zur Unterstützung und Förderung der Realwirtschaft notwendig ist. Alles andere gehört ins Spielcasino und muß auch so behandelt (und besteuert) werden.

Der IWF wird künftig wahrscheinlich keine Hilfe bei der Lösung europäischer Probleme mehr sein. Europa sollte sich allmählich darauf einstellen, daß es seine Probleme selbst lösen muß. Zum wiederholten Male muß in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen werden, daß die unterschiedlichen Mentalitäten der Euroländer im Umgang mit Geld keine Einheitswährung zulassen, ohne daß die solide wirtschaftenden Ländern die Schuldenmacher permanent alimentieren. Das aber wäre politisch nicht durchsetzbar. Deshalb bleibt nur die Wahl zwischen der Auflösung des Euroverbundes oder der Teilung in einen starken Nordeuro und einen schwachen Südeuro. Je eher die Erkenntnis wächst, daß es keinen anderen Weg gibt, wenn man einen Dauerkonflikt in der Geldpolitik vermeiden will. Denn den würde die Europäische Gemeinschaft nicht überleben.

Die wahnwitzige Null- und Negativzinspolitik der EZB verzerrt seit Jahren die gesamte Produktions- und Beschäftigungsstruktur. Das billige Geld verleitet zu Investitionen in Projekte, die unter normalen Verhältnissen niemals angepackt würden. Nicht tatsächliche Bedürfnisse der Wirtschaftssubjekte bestimmen die Nachfrage, sondern die Verlockungen spottbilliger Finanzierungsmöglichkeiten hochspekulativer Projekte. Zu allem Überfluß wird die dadurch angeregte Wirtschaftstätigkeit dann als Konjunkturbelebung interpretiert. Das ist so, als ob man eine Suppe mit Wasser verlängert, weil ja genug Wasser vorhanden ist, um die Menge auf Kosten des Geschmacks zu vervielfachen.

Das ganze Ponzi-Spiel hängt am billigen Geld und der Sorglosigkeit der Kreditgeber, die fest davon überzeugt sind, immer und unter allen Umständen von der EZB gerettet zu werden. Die EZB kann zwar Geld „drucken“ soviel sie will. Bis das aber zur vermutlich gewünschten Hyperinflation führt, die sämtliche Schulden vernichtet – und ganz nebenbei auch noch alle Ersparnisse, private Altersversorgungen und den solide wirtschaftenden Mittelstand – wird es (zum Glück für den sozialen Frieden und die politische Stabilität) allerdings noch dauern. So lange nämlich wie das Geld nur in falschen Hände gegeben wird: nämlich in die von skrupellosen Großschuldnern, Bankstern und Spekulanten. Nur wenn schließlich Geld in rauhen Mengen an alle verteilt wird, damit sie es konsumtiv ausgeben, vernichtet sich mit zunehmender Geschwindigkeit auch sein Wert. Die Deutschen haben das ja schon erlebt und die Folgen kennen wir – jedenfalls diejenigen unter uns, die mehr wissen als sie selbst erlebt und erlitten haben.

Die berechtigte Angst vor den Folgen des unvermeidlichen autonomen Endes ihrer Ponzi-Spiele wird die Zentralbanken weiterhin daran hindern, die Realzinsen über allenfalls symbolische Beträge hinaus zu erhöhen. Eher werden sie bei ersten Anzeichen einer Ermüdung der sowieso nur noch von bereits toxischen Gaben an Potenzmitteln getriebenen Konjunktur weitere Niedrigzinseskapaden wagen. Vielleicht bekommen wir dann sogar noch Geld dazu, wenn wir uns verschulden.

Wie lange das noch so weitergeht? Das kann niemand voraussagen. Sicher ist nur: Die großen Zentralbanken spielen ein Ponzi-Spiel, d.h. sie sind Hasardeure, die auf ihr Glück vertrauen und auch gar keine andere Wahl haben. Die historische Erfahrung zeigt allerdings, daß solche Spiele immer scheitern. Das wird auch diesmal nicht anders sein. Und das hätten die Akteure wissen können. Jetzt ist es zu spät. Dennoch werden die Notenbanken das zwangsläufig katastrophale Ende so lange weiter hinauszögern wollen wie nur möglich. Schuldner mit Negativzinsen für Kredite zu belohnen, damit sie (noch mehr) Kredit aufnehmen und mit dem Geld die Spekulationsblasen an den Anleihe-, Aktien- und Immobilienmärkten prall halten, ist angesichts der Lage keine Phantasmagorie. An den Realzinsen gemessen, ist das – jedenfalls für Großschuldner – ja jetzt (beinahe) schon so.

Das wäre dann wohl der letzte Verzweiflungsakt, bevor die Verantwortlichen sich aus Furcht um ihr Leben irgendwo auf der Welt verkriechen und die größte Weltwirtschaftskrise aller Zeiten alles vernichtet, was sich die Menschen in vielen Jahrzehnten aufgebaut haben. Hoffen wir, daß dann kluge Politiker mit hoher Moral die Aufräumarbeiten organisieren und so steuern daß eine Wiederholung des Desasters mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit unmöglich ist.

Prof. Querulix beobachtet und kommentiert das ebenso interessante wie fragwürdige Treiben der Menschentiere seit vielen Jahren, besonders das ihrer „Eliten“. Seine Beobachtungen dokumentiert er in der eBook-Reihe „Tacheles“, in der bisher 7 Bände erschienen sind. Der jüngste trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine 6 Vorgänger ist er im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (http://www.read.ruedenauer.de ) erschienen und dort sowie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro zu haben.

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Prof. Querulix, „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“, eBook (ISBN 978-3-943788-43-3), 264 S., 9,95 Euro
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Prof. Querulix, „Tacheles“, zeitlos-zeitkritische Beobachtungen und Kommentare, bisher 7 Bände eBooks, je ca. 180-280 S., je 9,95 Euro
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26.10.2017 08:15

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