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Von „postfaktischer Realität“ und den dahinter stehenden Tatsachen

Die Menschen taumeln seit jeher zwischen Vernunft und Unvernunft, Hoffnung und Verzweiflung, Begeisterung und Widerstand, Gut und Böse, Krieg und Frieden.
Nur beschleunigt inzwischen moderne Kommunikationstechnologie die Schwingungen.

Prekäre Beschäftigung ist heute normal. Daß fleißig arbeitende Menschen oder Rentner nur mit einem zweiten (Billig-)job über die finanziellen Runden kommen, ist heutzutage nichts Besonderes mehr. Man muß nur genau hinschauen. Man muß auch das Unbequeme wahrnehmen. Wie gefährlich das Unwissen und das gar nicht Wissenwollen ist, zeigt die Geschichte. Herrscher oder „Eliten“ träumen dahin, bestätigt von ihren Hofschranzen und wundern sich dann, wenn ihnen plötzlich „ihr Staat“ um die Ohren fliegt.

Dummheit? Von außen betrachtet sicherlich. Aus der Sicht der verwöhnten Herrschenden ist es aber die Folge ihrer Orientierung an „postfaktischer Realität“. Sie kennen die Realität nicht, weil sie sie gar nicht kennen wollen. Es ist doch alles sooo gut. Deshalb: immer weiter so! Bis zum Untergang, an den ja niemand glaubt, bevor er nicht von ihm betroffen ist.

Prof. Querulix, „Tacheles“ Bd. 7 „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“, eBook (ISBN 978-3-943788-43-3, 264 S., 9,95 Euro

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Was in der Flut von Nachrichten wahr und falsch ist, läßt sich für jedefrau und jedermann nur schwerlich prüfen. Der Aufwand ist hoch und die Mühe macht sich nur, wer wirklich motiviert ist. Das sind – und waren immer – die Wenigsten. Dennoch erleben immer mehr, daß sie „abrutschen“. Das Geld reicht nicht mehr, weil die Kosten schneller steigen als der Lohn. Die Ersparnisse bringen keine Zinsen mehr und das Gesparte verliert an Kaufkraft. Das sind keine „postfaktischen Nachrichten“, sondern Tatsachen, die man auch mit den geschicktest zugeschnittenen „Untersuchungen“ und schon gar nicht mit blumigen Behauptungen in Presse Funk und Fernsehen, die sowieso von den Betroffenen eher selten wahrgenommen werden, nicht aus der Welt tilgen kann.

Der Versuch, das zu tun, ist auch die größte anzunehmende Dummheit. Denn er führt dazu, daß der „Druck im Kessel“ immer weiter steigt. Denn

Tatsache ist, daß immer weniger Menschen mit dem Geld auskommen, das ihnen Arbeit und Rente einbringen,

Tatsache ist, daß immer weniger Menschen ihre steigenden Lebenshaltungskosten finanzieren können,

und Tatsache ist auch, daß der Mittelstand, vor allem die untere Hälfte, relativ viel stärker mit direkten und indirekten Steuern und Abgaben belastet ist als Besser- und Großverdiener. Das ist nicht postfaktisch, sondern – wie sich eigentlich jeder Hauptschüler ausrechnen können sollte – bittere Wahrheit. Deshalb ist eine deutliche Verschiebung der Steuerlast von unten nach oben längst überfällig und die „Elite“ – wer sie künftig auch anführen wird – wird sehr gut beraten sein, wenn sie diese Ungerechtigkeit, die auch die Binnennachfrage unnötig deckelt, endlich beseitigt.

Es ist nicht so, daß im „postfaktischen Zeitalter“ Tatsachen nicht mehr interessieren. Die Gefahr liegt darin, daß die allermeisten Menschen nicht in der Lage sind, diese unter dem ganzen manipulativen Geschwafel zu entdecken. Dadurch besteht die Gefahr, daß unsere Gesellschaft immer weiter auseinander und in ein gefährliches Gegeneinander treibt. Im Internetzeitalter kann jeder zugleich Sender und Empfänger von Nachrichten aller Art und Qualität sein. Das bewirkt eine Art von Beschleunigung des Austausches von Gedanken, von Wahrheiten ebenso wie von Irrtümern und Unwahrheiten. Die „Eliten“ und ihre Hofschranzen besitzen hinsichtlich der Information kein Monopol mehr. Das hat – wie so Vieles – Vor- und Nachteile und mag so manchen schmerzen, weil es gewohnte Machtstrukturen auflöst.

Die neue Bundesregierung wird alle Hände voll zu tun haben, unsere Gesellschaft zusammenzuhalten bzw. wieder zusammen zu führen. Da sind die Attacken derer, die nach der kommenden Wahl auf die Oppositionsbänke verwiesen werden, noch das geringste Problem. Die Belastung mit direkten Steuern muß endlich im unteren Einkommensbereich deutlich gesenkt werden. Zum Ausgleich müssen die hohen Einkommen deutlich stärker belastet werden. Mittelständische Unternehmer, die fleißig investieren, sind davon ohnehin nicht betroffen, weil Investitionen Abschreibungen nach sich ziehen, die dafür sorgen, daß nur für das privat konsumierte Einkommen Steuern anfallen. Wer aber, z.B. als Geschäftsführer, Politiker oder Aufsichtsrat in einem Jahr das 20-, 30- oder 100fache und mehr an Geld kassiert, ohne unternehmerisch zu investieren, sollte wirklich vom Fiskus kräftiger zur Kasse gebeten werden. Das hätte die große Koalition aus CDU/CSU und SPD längst machen können – ja, wenn ihre Alphatiere nur über ihre Nasenspitze hinaus denken könnten.

2017 wird nicht nur ein Schicksalsjahr für Deutschland, sondern für Europa. Vielleicht gerät sogar die ganze Welt ins Taumeln, wenn die Ponzi-Spiele der drei großen Notenbanken implodieren. Es wird sich erweisen, ob es im schlimmsten Fall wenigstens gelingt, eine Koalition der Willigen zustande zu bringen, die ein kleineres, aber funktionsfähigeres Europa bilden und im Verein mit Deutschland auch einen internationalen Machtfaktor darstellen können.

Zu allem Überfluß wird uns die immer noch ungelöste Banken- und Finanzkrise weiter beschäftigen und möglicherweise noch böse Überraschungen bereiten. Konfiskatorische Mini- und Negativzinsen auf der einen und überbewertete Aktien, Anleihen und Immobilien sowie hoffnungslose Überschuldung von Staaten auf der anderen Seite lassen eine brisante „Lösung“ erwarten, deren soziale und politische Folgen unabsehbar sind. Sich das nur schön zu reden oder blauäugig zu hoffen, daß es ja irgendwie weitergeht, ist Dummheit pur, und soweit es politisch Verantwortliche tun, auch sträflich.

Mit dem bloßen Verwalten der alten Mängel wird es nicht mehr getan sein.

Prof. Querulix beobachtet und kommentiert seit vielen Jahren das bunte Treiben der Menschentiere. In der eBook-Reihe „Tacheles“ sind sie veröffentlicht. Bisher gibt es 7 Bände. Der 7. Band der Reihe ist Anfang des Jahres erschienen. Er trägt den Titel „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3, 264 S.) und ist ab sofort im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (http://www.read.ruedenauer.de ) sowie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro erhältlich.

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Prof. Querulix, „Tacheles“ Bd. 7 „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“, eBook (ISBN 978-3-943788-43-3, 264 S., 9,95 Euro
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Prof. Querulix, „Tacheles - zeitlos-zeitkritische Beobachtungen und Kommentare“, bisher 7 Bände eBooks, ca. 180-280 S., je 9,95 Euro
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01.03.2017 08:46

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