Deutschlands großes Presseportal - Homepage
» kostenlos Pressemitteilung veröffentlichen
» Kunden Login zu "meine Redaktion"
»Suche / Lokale Suche
> Startseite > IT, Computer & Internet

"Wanted - dead or alive": Warum Kopfgeldprämien im Web nicht funktionieren

Ein Kommentar von Günter Untucht, Justiziar beim IT-Sicherheitsanbieter Trend Micro
Hallbergmoos, 27. Juni 2011. Eigentlich ist die Idee einleuchtend: Warum sollten nicht auch in der Online-Welt Kopfgeldprämien funktionieren, um Gangster dingfest zu machen? Die Antwort: Weil es in der Regel keine Zeugen gibt, weil in der Untergrundwirtschaft mafiöse Strukturen am Werk und deshalb die ausgesetzten Prämien viel zu niedrig sind. Was wir brauchen, sind höhere Belohnungen - und am besten gleich Zeugenschutzprogramme mit dazu.

Bereits seit 2003 setzt Microsoft Prämien auf Hinweise aus, die zur Ergreifung krimineller Online-Gangster oder -Banden führen. Auch andere Unternehmen wie zum Beispiel der Software-Anbieter SCO sind diesem Beispiel gefolgt. Und auch die Summen, die hier im Spiel sind, sind nicht unbedeutend. In der Regel handelt es sich um Beträge in der Größenordnung von 250.000 US-Dollar (knapp 175.000 Euro). Dennoch übersteigt die Zahl der ungelösten Fälle die der Erfolge. In der Tat ist es meines Wissens nur wenige Male gelungen, auf dem Weg der Kopfgeldprämie Cyberkriminelle zu erwischen. 2005 teilten sich zwei Personen eine Prämie von 250.000 US-Dollar für Informationen, die zur Verurteilung von Sven Jaschan, dem kriminellen Autor des Sasser-Wurms, führten.

Damit Online-Gangster überführt werden, bedarf es immer mehr des Wissens von Insidern. Denn nur sie werden in der Regel Zeuge der Online-Verbrechen. In der realen Welt ist das anders; hier stehen die Chancen wesentlich höher, dass Unbeteiligte zufällig etwas von kriminellen Handlungen oder von damit in Verbindung stehenden Dingen und Aktionen mitbekommen. Wegen der mafiösen Strukturen des Cyber-Untergrunds ist es für Tippgeber sehr gefährlich, unter Umständen sogar lebensgefährlich, ihr Wissen preiszugeben. Angesichts des Risikos und der Gewinnmöglichkeiten der Online-Gangster sind die ausgesetzten Belohnungen einfach viel zu niedrig, um erfolgreich zu sein.

Die Schlussfolgerung ist einfach: Die Prämien müssten deutlich aufgestockt werden. Das wird aber alleine nicht ausreichen. Wir müssen vielmehr international auch über Kronzeugenregelungen nachdenken, aufbauend auf den Erfahrungen im Kampf gegen die "Offline"-Mafia. Nur wenn das Leben der Tippgeber und ihrer Angehörigen sicher ist, kann der materielle Anreiz groß genug sein, dass sie ihre bisherige Untergrundkarriere beenden und nach dem Seitenwechsel ein neues Leben beginnen.

Über Günter Untucht
Günter Untucht leitet seit Anfang 2006 die EMEA-weite Rechtsabteilung von Trend Micro. Bevor er im Jahr 1990 seine beruflichen Interessen auf die IT-Industrie verlagerte, hatte er unter anderem als leitender Justitiar in einem US-amerikanischen Pharmakonzern gearbeitet und war Vorstandsmitglied eines Industrieverbandes. Anschließend war Untucht unter anderem bei Compaq Computer sowie bei BearingPoint (früher: KPMG Consulting).

27.07.2011 10:27

Das könnte auch Sie interessieren:

Photovoltaikanlagen funktionieren nicht nur auf Süddächern m...
Machen Sie ihr eigenes Dach zum Kraftwerk und versorgen sich mit selbst erzeugtem Strom. Bei der heutigen Modulleistung können auch kleinere Dachflächen effektiv genutzt werden. Informieren Sie sich über die Möglichkeiten und machen Sie sich...

Warum die Rente mit 70 gar nicht nötig ist
Die Rentenkassen sind leer. Diejenigen, die gerade die Beiträge sogar noch gesenkt haben, sollten aber nicht darüber lamentieren. Sie sind selbst Schuld an der Misere. Der künftig stark wachsende Geldbedarf ist seit langem bekannt, und man hätte...

Warum es mit der Öffentlichen Ordnung nicht zum Besten steht
„Die Sprache der Menschen spiegelt ihr Bewußtsein und das Bewußtsein der Menschen schlägt sich in ihrer Sprache nieder. Früher sagte man umgangssprachlich: Wir denken an einander. Heute sagt man: Wir denken an uns.“ (Prof. Querulix) Menschliche...

Warum erkennen Banken oft eine Vorsorgevollmacht nicht an?
Vorsorgevollmachten sind ein Muss bei der rechtlichen Absicherung. Mit ihr können Bevollmächtigte im Notfall auch die Finanzen und insbesondere das Bankkonto des Vollmachtgebers verwalten. Dennoch erkennen viele Kreditinstitute eine solche...

VW-Skandal: Warum man der Rückrufaktion nicht folgen sollte
Bereits mehrere Landgerichte haben betroffenen VW-Kunden ein Rückgaberecht zugesprochen. Die von Volkswagen angebotene Rückrufaktion könnte diese Ansprüche aber gefährden. Auch in Deutschland ist die Zahl der Kunden des Volkswagen-Konzerns groß,...

"Warum ich auf eine Alarmanlage nicht mehr verzichten möchte...
Erfahrungsbericht einer Kundin von AST Allgemeine Sicherheitstechnik Seit gut einem Jahr haben wir eine Alarmanlage (http://www.ast-sicherheit.de/alarmanlagen/) in unserem Haus. Ich habe mich schnell an das kleine, sogar recht schicke Gerät neben...

Warum es den Datenschutzbeauftragten bald nicht mehr geben w...
Ein Berufsstand verabschiedet sich In den Verhandlungen zur EU-Datenschutzverordnung könnte der verpflichtende Datenschutzbeauftrage wegfallen - mit erheblichen Auswirkungen auf den Datenschutz in Deutschland und Europa. In den sogenannten...

Warum Vertrauen nicht genug ist - PC Aktivitäten aufzeichnen...
Unternehmen haben mit der Kontrollsoftware zur Mitarbeiterüberwachung „Orvell Monitoring“ die Möglichkeit, alle PC Aktivitäten zu protokollieren. Wann und mit welchen Daten wird am PC Arbeitsplatz gearbeitet und sind diese durch Insider – also...

Proindex Capital AG: Warum Investitionen in Edelhölzer nicht...
Selbst institutionelle Investoren setzen auf Investitionen in Edelhölzer Suhl, 15.09.2016.„Die Stiftungen der US-Eliteuniversitäten Yale und Harvard tun es. Viele andere auch“, erklärt Andreas Jelinek, der Vorstand der Proindex Capital AG aus...

Hersteller von Poliertüchern ALCLEAR erklärt, warum Autos in...
Wasserränder, Schmutzecken, glanzloser Lack: So richtig glücklich ist man am Ende der Waschstraße eigentlich nie. Und das, obwohl je nach Anlagenbauart 120 bis 600 Liter Wasser übers Auto verteilt werden. Das matte Ergebnis hat gleich mehre...

Λ nach oben

Stichwort-Suche:

Pressemitteilung von:

Logo: Trend Micro


Trend Micro

Trend Micro Deutschland GmbH
Lise-Meitner-Straße 4
D-85716 Unterschleißheim

Trend Micro, einer der international führenden Anbieter für Internet-Content-Security, fokussiert den sicheren Austausch digitaler Daten für Unternehmen und Endanwender. Als Vorreiter seiner Branche, baut Trend Micro seine...

mehr »

 

 


Hinweis: Um Ihnen ein optimales Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden.   Nachricht schließen   mehr info