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Zeitreisen endlich möglich - Abenteuer Bildung - Mit Historikern und Archäologen in den Urlaub fahren

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Vor einem halben Jahrtausend. Europa schreitet in ein neues Zeitalter. Der Kontinent erlebt eine historische Wende und verändert schließlich die ganze Welt.
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Eine kurze Geschichte der Aufklärung
von Jonas Hopf

An einigen wunderbaren Orten existierte bereits in der Antike hochmoderne Wissenschaft, mündige Bürger und Menschen, die übernatürlichen Erklärungen der Welt sehr kritisch gegenüber standen. Sie entdeckten die Vernunft. Die altgriechische Klassik, die Epoche des Hellenismus und das römische Imperium waren Vorboten der Moderne. So hätte ein Gespräch mit einem der vielen großen griechischen Philosophen, ein Besuch der Bibliothek von Alexandria oder ein Blick auf römisches Recht einen außerirdischen Besucher sicher nicht vermuten lassen, in welche Richtung sich die Menschheit in den folgenden Jahrhunderten entwickelte. Der Mensch wurde Opfer eines kulturellen Niederganges. Bildung ist auf dem Rückzug, Usurpationen prägen die Zeit und man wird zunehmend religiös. Gerade die verheerenden Auswirkungen gefährlich ignoranter Lehren werden in ihrem Ausmaß erst viele Generationen später verstanden werden. Es ist die Endphase des römischen Reiches, die uns bis heute beeinflusst und einen ganzen Kontinent in ein dunkles Zeitalter führte. In Westeuropa entstand das sogenannte Christliche Abendland. Der größte zivilisatorische Einbruch der Menschheitsgeschichte. Denn Europa erlebte über 1000 Jahre lang religiösen Fundamentalismus. Mit Ausnahme der geringfügigen Weiterentwicklung von Kriegswaffen stürzte das christliche Europa in ein tiefes Tal kultureller Entwicklung. Die Geschichte führte die Menschheit immer wieder in dunkle Epochen. In Welten voller Hass, Dummheit und Angst. Ja sogar in den Irrsinn. Doch es gab immer auch die Gegenströmungen. Speziell ein Vorhaben, geleitet von Vernunft, hat die Welt für immer verändert. Es geht um nichts weniger als die größte Errungenschaft unserer Spezies, die Aufklärung.

Wie kam es vor 500 Jahren zur großen historischen Wende? Wie haben es die Europäer nur geschafft ihre Engstirnigkeit zu verlassen? Was waren die Auswirkungen?

Es ist ein einmaliges Projekt mit einer großen Vision. Und eine Reise voller Entdeckungen und Erkenntnisse. Aber auch voller Überraschungen. Was ist Aufklärung? Wo liegen ihre Wurzeln? Und wie geht es weiter?

Wir blicken in die Jahre um 1500. Heute verbinden wir vor allem vier historische Wendepunkte mit dieser Zeit:
1. Die Renaissance in Florenz.
2. 1492: Atlantiküberquerung von Christoph Columbus.
3. Die durch Nikolaus Kopernikus erneute Entwicklung eines heliozentrischen Weltbildes.
4. 1517: Martin Luther verfasst seine 95 Thesen: Beginn der Reformation.

Der entscheidende Schritt in Richtung Moderne und Aufklärung ist die Renaissance. In Europa erwachte ein neues Selbstverständnis. Nach 1000 Jahren des Dahintreibens besann man sich einer besonderen einzigartigen Geschichte. Die Antike wurde Vorbild. Man interessierte sich nun sehr stark für die alten Hochkulturen am Mittelmeer. Die antiken Errungenschaften verbanden sich mit dem Wunsch nach Veränderung. Es begann eine Spurensuche. Was wusste man über vergangene Epochen? Die antiken Mittelmeerkulturen waren überlegen, lange bevor eine Zeit anbrach, die man nun Mittelalter nannte. Während der Renaissance wurde antike Kunst und Kultur wieder entdeckt, besonders in Norditalien. Und Persönlichkeiten wie Leonardo Da Vinci schufen nicht nur großartige Kunstwerke. Viele der großen Denker dieser Zeit forschten und gelangten zu neuen Erkenntnissen.

Dabei haben Einflüsse aus vielen Teilen der Erde diesen europäischen Aufbruch befördert. Doch von wo kamen diese positiven Impulse? Und wie?

Orient
Denken wir zunächst an Byzanz, beziehungsweise an das oströmische Reich, das viele antike Kunstwerke und Schriften bewahrte. Und das obwohl auch dieses christliche Reich (orthodox) seine fanatisch religiösen Auswüchse hatte, zum Beispiel den sogenannten Bilderstreit. 1453 wurde das byzantinische Reich, das nach dem Einfall des 4. Kreuzzuges (1203/1204; Fremdherrschaft der Lateiner bis 1261) nie mehr zu alter Größe fand, von den Osmanen erobert. Viele Byzantiner flüchteten nach Westeuropa, womit auch wichtiges Wissen in das rückständige Abendland gelang.

Doch die wahren Helden sind die Araber. Denn während ein Teil der Welt in ein zu Recht sogenanntes, dunkles Zeitalter versank, erlebte die Arabische Zivilisation Ihr Goldenes Zeitalter. Nach erfolgreicher Islamisierung zahlreicher Länder, waren die zerstörerischen Anfangsjahre der Religion Mohammeds vorbei. Jedenfalls vorerst. Die äußeren Feinde waren irgendwann so weit weg, dass diese Bewegung zunehmend an Zugkraft verlor. Es entstand vielerorts eine Oberschicht, die religiöse Texte weniger streng interpretierte bzw. schlicht weniger ernst nahm. An einigen Stellen war nun der Boden fruchtbar genug für die Keime der Aufklärung. Und die Triebe des Fortschritts wuchsen plötzlich in einer rasanten Geschwindigkeit. Der arabisch geprägte Kulturraum erlebte nun ein wahrhaft goldenes Zeitalter.

Das Abendland hingegen war rückständig und hatte alleine schon Pech durch seine geographische Lage. Schon zu Zeiten der Römer war der Ostteil der wohlhabendere und auch kulturell reichere Teil des Reiches. Gleiches gilt für viele Regionen noch weiter östlich, im vor allem persisch geprägten Mittleren Osten. Der Westen bzw. der Nordwesten war im Mittelalter etwas abgeschnitten vom Puls der Zeit und dringend angewiesen auf einen Wissenstransfer. Dieser erfolgte schließlich sehr langsam über das durch nahezu alle großen Mittelmeerkulturen geprägte Sizilien, aber vor allem über Al Andalus (Spanien). Zu Beginn des 13. Jahrhunderts ist der deutsche Kaiser Friedrich II ein Beispiel für diesen Transfer. Man sollte ihn nicht ungerechtfertigt überhöhen, doch er steht für eine verpasste Chance. Friedrich II wird als hochbegabter und vielseitig interessierter Herrscher beschrieben. Aufgrund seines Verhandlungsgeschicks konnte er während seines Kreuzzuges die wichtigsten christlichen Pilgerstätten kampflos gewinnen. Man betrieb Dichtung und Wissenschaft an seinem Hof. Und er war für das Mittelalter ungewöhnlich tolerant. Er versammelte christliche, muslimische und jüdische Gelehrte. Es wurde über mathematische Probleme ebenso diskutiert wie über Medizin. Friedrich II wollte Erkenntnisse durch Experimente gewinnen. Das macht sich besonders in seinem Falkenbuch bemerkbar. Inspiriert durch arabische Jagdliteratur und muslimische Falkner wurde sein berühmtes Falkenbuch das Standardwerk bis weit in die Neuzeit. Man kann hier durchaus von Naturwissenschaft sprechen. Mit seiner systematischen Vorgehensweise und empirischen Methoden ist Friedrich II seinen christlichen Zeitgenossen weit voraus. Doch er konnte in Europa kein Feuer der Erleuchtung entzünden, denn er hatte aufgrund mächtiger Fürsten nur wenig Einfluss nördlich der Alpen. Gleiches gilt für die Stadtstaaten Norditaliens. Zudem hatte er ständige Auseinandersetzungen mit Päpsten auszukämpfen. Friedrichs Einfluss beschränkte sich im Wesentlichen auf Süditalien und Sizilien. So vertrockneten seine kleinen Keime der Aufklärung zum größten Teil auf dem Weg durch Italien, aber auf dem Weg über Spanien konnte die Rückständigkeit des Kontinents beendet werden.

Denn von 711 bis 1492 regierten muslimische Herrscher auf der iberischen Halbinsel. Dieses Reich am westlichen Ende der bekannten Welt war über Jahrhunderte ein Zentrum der Gelehrsamkeit. Der berühmte Abbas ibn Firnas soll im 9. Jahrhundert in Cordoba sogar schon geflogen sein. Historiker sprechen von einem kurzen Segelflug, bei dem er sich schwer verletzt haben soll. Abbas ibn Firnas lebte in einer Stadt, die Ende des 10. Jahrhunderts bereits mehr als 300 öffentliche Bäder besaß. Die in kultureller Finsternis lebenden Christen hingegen hatten wenig Sinn für Hygiene. Im Krankheitsfall wurden oft Sünden verantwortlich gemacht. Reisende, die Cordoba besuchten, sprachen begeistert vom „Juwel der Welt“. Besonders Nordländer müssen gestaunt haben. Von einer Stadt, die tagsüber durch ihre Gärten verzauberte und nachts ihre Straßen beleuchtete, einer Stadt, in der selbst Normalbürger lesen und schreiben konnten, kehrten sie zurück in ihre feuchten kalten Wälder, Burgen und Klöster. Al Andalus hätte vorbildhaft sein können, doch innere wie äußere Konflikte löschten dieses Licht. Nach einer Epoche relativ friedlicher Koexistenz dreier monotheistischer Religionen, kulturellen Austausches und relativ hohem Bildungsstandes, mussten viele der fortschrittlichsten Menschen ihrer Zeit aus ihrer spanischen Heimat fliehen. Es waren vor allem Muslime und Juden. Es gab über Jahrhunderte mehrere Wellen der Verfolgung und gipfelte schließlich in der spanischen Inquisition. Zunächst floh man noch vor Muslimen. Besonders vor fundamentalistischen Berbern, die aus Afrika in großer Zahl nach Spanien kamen. Doch die größte Bedrohung kam schließlich aus dem Norden, Christen. Die Reconquista, also die sogenannte Rückeroberung, beendete eine Zeit großer kultureller Blüte und weitgehender Toleranz. Dabei wurden nicht nur die zahlreichen Bäder als Orte unzüchtiger Vergnügungen zerstört, sondern auch viele Menschen erbarmungslos verfolgt. So verschwand die Intelligenz des Landes. Doch was in Spanien vertrocknete, fiel dann doch noch in Italien auf fruchtbaren Boden und ermöglichte die Renaissance.

Während des Mittelalters kamen wissenschaftliche Erkenntnisse fast ausschließlich aus dem arabischen Raum. Europäer haben Grund zur Dankbarkeit. Ohne die Araber wären sogar die Gedanken der antiken griechischen Philosophen fast völlig verloren gegangen. Sie existierten auf diesem Planeten nämlich meist nur noch in Form arabischer Übersetzungen. Was in katholischen Klöstern angeblich von der Antike bewahrt wurde, wird im Allgemeinen völlig überschätzt. Denn die Arabische Zivilisation war hier meilenweit voraus. So war Bagdad vom 8. Jahrhundert bis zum Einfall der Mongolen im Jahre 1258 nicht nur eine Megacity, sondern auch eine der modernsten Städte der Welt. Im islamischen Herrschaftsbereich unter damals vergleichsweise weltoffenen, an Wissenschaft interessierten Kalifen fanden sich schon Keimzellen einer Aufklärung. Bedeutsame Bildungseinrichtungen wurden gegründet, Zentren der Wissensvermittlung, die miteinander wetteiferten. Und die in der Historie einmalige Freihandelszone vom westlichen Mittelmeerraum bis Indien und China beförderte einen ungeahnten Wirtschafts- und Gedankenaustausch. Es entstand eine internationale Gelehrtenkultur. Erstmals nach dem Altertum beschäftigte man sich nun wieder ernsthaft mit Ideen, die nicht in einem angeblich heiligen Buch zu finden waren. Die Gedanken großer Denker, festgehalten in alten Schriften, konnten wieder aufblühen und wurden sogar weiterentwickelt.

Der Ingenieur und geniale Erfinder al-Dschazarī entwarf Schöpfwerke und Automaten. Er ist berühmt für seine legendäre Elefantenuhr, die alle damals relevanten Teile der Welt miteinander verband. Und er hat auch einen für zukünftige Maschinen wichtigen Apparat entwickelt, mit dem Kreisbewegungen in geradlinige Bewegungen umgewandelt werden konnten. Wissenschaftler nehmen an, dass er die Bücher des Heron von Alexandria kannte, die in Bagdad übersetzt wurden. Heron hatte das Jahrhunderte zuvor auch schon geschafft, nämlich mit Hilfe einer Nocke. Er war neben Archimedes wohl der klügste Kopf des Hellenismus und entwarf sogar ganze zwei Jahrtausende vor der Industrialisierung die erste dampfbetriebene Wärmekraftmaschine. Aufgrund der Schriften, die über Jahrhunderte mit viel Glück überlebten, konnten die Araber schließlich während ihres Goldenen Zeitalters an die Errungenschaften der Antike anknüpfen. Der Wissenschaftler Alhazen legte die Grundsteine zur Erfindung der Kamera. Denn er erkannte Gesetzmäßigkeiten der Optik und Eigenschaften des Lichtes. Er hat schon verstanden, wie ein Auge funktioniert. Und er war der erste, der so wissenschaftlich arbeitete, wie wir das heute kennen. Alles ist grundsätzlich hinterfragbar und Theorien müssen sich auf klare Ergebnisse von Experimenten stützen. Die Gelehrten der islamischen Welt schufen viele Grundlagen der modernen Welt, auch in der Chemie. Davon zeugen Begriffe wie Alambic, Alchemie, Alkalie und Alkohol. Und die Schriften von Ibn an-Nafis und Avicenna galten bis weit in die Neuzeit hinein als Grundlagenwerke. Avicenna schrieb einen Canon der Medizin. Wichtige Vorarbeit leistete dabei der christlich-arabische Gelehrte Hunain ibn Ishaq. Ohne seine Übersetzungsarbeiten, aber auch durch seine eigenen Bücher, wäre ein Großteil der antiken Wissenschaften der Nachwelt nicht erhalten geblieben und das damalige Wissen nicht erweitert worden. Durch die von ihm geprägten Fachtermini wurde die arabische Sprache erst zur Wissenschaftssprache. Er soll mit seinen Mitarbeitern unter anderem Werke von Euklid, Archimedes, Aristoteles und Platon übersetzt haben. Und außerdem die Werke der Mediziner Hippokrates und Galenos. Arabische Mediziner entwickelten schließlich bahnbrechende Diagnoseverfahren und Operationsmethoden. Albucasis, den viele den Vater der Chirurgie nennen, erfand Instrumente, die noch heute in Krankenhäusern Verwendung finden. Er erkannte auch, dass Tierdärme ideal sind um innere Wunden zu vernähen. Und 300 Jahre vor der Entdeckung des Blutkreislaufes durch William Harvey, beschrieb Ibn an-Nafis bereits den kleinen Blutkreislauf, bekannt als Lungenkreislauf. Wenn er deren Schriften kannte, haben unter anderem die beiden Ärzte Praxagoras von Kos und Herophilos von Chalkedon wichtige Vorarbeit geleistet. Die beiden Herren waren im vierten und fünften Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung tätig. Letzterer in Alexandria. Ibn an-Nafis erkannte weiter auch die Versorgung des Herzens durch die Koronargefäße.

Al-Chwarizmi war im berühmten „Haus der Weisheit“ in Bagdad tätig und übersetzte aus dem Griechischen und aus dem Sanskrit. Mit ihm fand die Ziffer Null ihren Weg von einem indischen in das moderne Zahlensystem. Das Wort Ziffer kommt übrigens aus dem Arabischen und bedeutet, ähnlich wie im Sanskrit, zunächst nichts anderes als Null. Al-Chwarizmi beschäftigte sich mit Algebra als elementarer Untersuchungsform. Er vereinfachte die Lösungsansätze linearer und quadratischer Gleichungen und schuf damit ein sehr effizientes mathematisches Werkzeug. Das gilt auch für seine Kalender, Sonnenuhren und trigonometrischen Tabellen. Er wurde seit dem 12. Jahrhundert mehrfach ins Lateinische übersetzt und hatte somit großen Einfluss auf die Entwicklung der Mathematik im Westen. Davon zeugen noch heute die Begriffe Algebra und Algorithmus. Weiter sorgte Al-Chwarizmi auch in der Astronomie für einen enormen Wissensgewinn, in dem er Berechnungen aus Indien beschrieb. Und er überarbeitete und erweiterte auch die Geographie von Ptolemeus. Das Goldene Zeitalter der Arabischen Zivilisation brachte uns Fortschritt auf allen möglichen Ebenen, besonders in der Wissenschaft. So hatten auch die ersten modernen Observatorien arabisch-chinesische Vorbilder. Und auch die Fortschritte in der Kartographie waren enorm. Sie dienten später den Portugiesen als Grundlage für ihre Landkarten. Und auch astronomische Instrumente wurden entwickelt, mit deren Hilfe schließlich Christen die Erde umsegeln konnten. Weiter verdanken wir dem Goldenen Zeitalter auch Dinge wie das Schachspiel, Badekultur und Literatur. Und selbst die Liebeslyrik der mittelalterlichen Minne hat sich wahrscheinlich aus der früharabischen Dichtung heraus entwickelt. Das Ritterideal in Ost und West war sich sehr ähnlich.

Doch während in der arabischen Welt wieder sehr genau der Umfang der Erde berechnet wurde, wie im antiken Alexandria, lebten westliche Gelehrte zurückgezogen in Klöstern und hatten wenig Zugang zu Wissen. Noch zur Jahrtausendwende waren die Katholiken weit entfernt von theoretischer Astronomie, sie beschäftigten sich mit einfacher Kalenderberechnung. Hoffnungslos rückständig im Vergleich mit dem Nahen Osten. So befasst sich das christliche Werk „Von der Bestimmung der Zeit“ mit der Berechnung von kirchlichen Feiertagen, insbesondere von Ostern. Darin gibt es keinen Ansatz einer wie auch immer gearteten Theorie oder theoretischen Astronomie. Es sagt nichts über Bewegungen von Sonne und Mond, und lässt Planeten oder Fixsterne völlig aus. Im Vergleich zu den Gelehrten der islamischen Welt verfügten die Christen eben nur über eine sehr eingeschränkte Sammlung an Quellenmaterial. Die Bibliotheken waren klein. Wenn eine Kathedrale 100 Handschriften besaß, war das viel. Eine winzig kleine Menge an Büchern. Die Bibliothek von Cordoba verfügte über mehrere 10.000, einige Historiker sprechen sogar von einigen 100.000 Büchern.

In Spanien, sowie im Nahen Osten blieben bei diesem Fortschritt natürlich Konflikte mit der Religion nicht aus. Muslimische Eiferer bekämpften liberale Herrscher und brachten damit ihre Zivilisation ins Wanken. Doch beendet wurde diese Blütezeit, dieses Märchen aus 1001 Nacht, schließlich durch ganz andere Mächte. Die Mongolen, die zuvor auch in Europa wüteten (1241), beendeten 1258 ein prachtvolles Zeitalter voller Potenzial. Die damals wichtigste Bibliothek der Welt verschwand im Tigris, Bagdad wurde geschleift und Schädel meterhoch aufgetürmt. Hunderttausende fanden den Tod.

Und in Spanien hatte sich schon lange zuvor die Reconquista in Bewegung gesetzt. Als Toledo 1085 erobert wurde, fand man dort eine für Christen unvorstellbar große Menge an Büchern in Privatbesitz und viele Menschen verschiedener Konfessionen, die auf Arabisch und Latein übersetzen konnten. Der eroberte Schatz wurde allerdings kaum erkannt. Denn zehn Jahre später, wohl auch angestachelt durch die Erfolge in Spanien, rief der Papst zu den Kreuzzügen. Es folgte eine Reihe von Massakern an Juden und im Nahen Osten dann an Muslimen, neben den eigentlichen Kriegshandlungen. So zogen fromme Krieger und Pilger eine Blutspur quer durch Europa und bis nach Jerusalem. Und dabei wurde von den nordischen Barbaren besonders eines aus der Predigt des Papstes wiederholt: „Gott will es!“. Aber es setzte doch sehr, sehr langsam ein wichtiger Wissenstransfer ein. So übernahmen die Christen nicht nur hindu-arabische Zahlen und die chinesisch-arabische Papierherstellung, sondern gründeten schließlich auch nach dem Vorbild der arabischen Lernkultur Bildungsstätten im Abendland, die Universitäten. Texte des berühmten Ibn Rushd (Awerois) halfen dort über Jahrhunderte die komplizierten Schriften des Aristoteles zu verstehen. Dies war Vorarbeit für christliche Gelehrte, wie Albertus Magnus und Thomas von Aquin. Lieber zitiert wurde allerdings in der Folge der Christ Johannes von Damaskus, dessen Werk nun, fast ein halbes Jahrtausend nach seinem Tod, Beachtung fand. Er hatte sich um 700 in der damaligen Hauptstadt der Araber auch schon mit Aristoteles beschäftigt. Diese Vorgänge sind von enormer Bedeutung für die intellektuelle Wiederbelebung des Abendlandes. Denn Aristoteles beschäftigte sich intensiv mit Vernunft, Erkenntnis, Logik und der Prüfung von Argumenten. So wurde der Lehrer Alexanders des Großen zum Geburtshelfer der Neuzeit. Ohne Schützenhilfe durch Araber und der altgriechischen Aufklärung (1.0) wäre die moderne Aufklärung (2.0) wohl gar nicht möglich gewesen.
Natürlich mussten dabei die Universitäten von Anfang an Konflikte mit dem Glauben überstehen. Doch auch hier konnte man wieder auf Argumente von Ibn Rushd (Awerois) zurückgreifen, der sich in Debatten in seiner Heimat auch schon gegen Konservative durchsetzen musste. Wie viele großen Denker bekam er Probleme mit einflussreichen Gläubigen. Doch er hatte das Glück, dass muslimische Herrscher damals durchaus gebildet waren und ihn deshalb immer wieder schützten. Im Abendland konnten oft selbst Könige nicht einmal lesen.
Die in der Literatur oft hoch gerühmten Klosterschulen sind Religionsschulen für eine ausgewählte Minderheit. Sie erinnern an heute Koranschulen. „Eine geistige Hebung des Volkes“, schrieb der Historiker Karl Lambrecht, habe es unter Karl dem Großen nie gegeben. So gehen die Franken als Analphabeten in die Zeit Karls hinein und kommen ebenso wieder heraus. Das ist ganz weit weg vom kulturellen Niveau der Römerzeit. Die katholische Christenheit war hoffnungslos rückständig. Und das gilt auch beim Vergleich mit China. Denken wir an die Blüte der Seidenstraße während der Tang-Dynastie im frühen, oder die unglaublichen Seefahrten des Zheng He im ausgehenden Mittelalter. Doch besonders deutlich ist eben der Kontrast zu den direkten Nachbarn im Süden, die auf nahezu allen Ebenen zivilisatorisch überlegen waren. Das gilt lange für die wahren Erben der Römer, nämlich die Byzantiner im Südosten Europas. Und natürlich für Al Andalus in Spanien. Auch wenn mit Karl dem Großen das westliche Europa nach der Völkerwanderungszeit wieder eine funktionierende Ordnung bekam. Das kleine christliche Abendland, mit seiner auch aus dem Orient importierten Religion, hatte aber nicht nur mächtige Nachbarn im Süden, Muslime und orthodoxe Christen. Es war praktisch umzingelt. Denn der katholische Bruchteil Europas wurde im frühen Mittelalter auch noch ständig vom Norden und vom Osten her überfallen. Dort drohte Gefahr von sogenannten Heiden ganz anderer Art. Die Flüsse und Küsten, sowie große Teile Nordeuropas gehörten den Wikinger, die eine Reihe von Göttern verehrten. Und die Ungarn, die um 900 in Norditalien und östlich des Rheins viele Jahrzehnte ohne nennenswerte Gegenwehr plündern konnten, vertrauten auf ihre Schamanen. Nordmänner und Steppenkrieger unterschieden sich kulturell sehr stark, und doch lässt sich in ihren religiösen Vorstellungen interessanter Weise eine Gemeinsamkeit feststellen. Sie unterschieden nicht so stark zwischen Diesseits und Jenseits. Vielmehr existierten für sie verschiedene Welten parallel nebeneinander, die sich gegenseitig beeinflussen konnten.
Die bedrohten und später für ihre Standhaftigkeit gelobten Christen jener Zeit wurden in den ostfränkischen Provinzen aber eigentlich selbst erst gut hundert Jahre zuvor bekehrt. Das gilt beispielsweise für Sachsen, das damals das Gebiet zwischen Westfalen und Elbe bezeichnete. Oder einige Jahrzehnte zuvor auch für die Thüringer, die zusätzlich noch im Süden einen Großteil ihres Gebietes an fränkische Siedler verloren. Symbolisch für die Missionierung steht die Fällung einer Donar-Eiche in der Nähe des heutigen Fritzlar in Hessen durch den Missionar Bonifatius, der in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts wirkte. Gebiete wie Bayern und Schwaben standen schon etwas länger unter christlichem Einfluss, waren aber auch noch stark heidnisch geprägt. 772 begannen die Sachsenkriege mit der Zerstörung der berühmten Irminsul durch Karl den Großen. Die neuen Untertanen wollten deshalb nicht sofort christlich werden. Doch sie wurden es. Durch Feuer, Schwert, Massentaufen und Umsiedlungen. Mit grausamen Massakern, den sogenannten Blutgerichten und der Schaffung einer umfangreichen kirchlichen Infrastruktur wurden die Heiden schließlich besiegt. Von nun an wächst die Macht der katholischen Kirche mit jedem Jahrhundert. Das ganze Mittelalter hindurch.

Dann kurz vor der Reformation wurde im Südosten Europas das einst so mächtige große Byzantinische Reich vom Osmanischen Reich abgelöst, das zugleich dessen alte Stellung einnahm. Da jedoch während des 12. und 13. Jahrhunderts auch der Islam strenger wurde, hatte der muslimische Kulturraum weitgehend die einst so weltoffene Innovationskraft verloren. Das Osmanische Reich wurde effektiv verwaltet und war militärisch stark. Doch mit großem Abstand betrachtet, war es nichts weiter als ein letztes Aufbäumen und letztendlich nur ein abgehalftertes Überbleibsel der vorangegangenen Epoche. Im Prinzip genauso wie das Byzantinische Reich, in dem die Spätantike noch eine Weile fortbestand. Das Goldene Zeitalter war vorbei. Vom Atlantik bis zum indischen Ozean war aufgrund von Zersplitterung in Kleinstaaten freier Handel immer weniger möglich. Und es gelang nicht mehr die Religion in Zaum zu halten. Halbwegs aufgeklärte moderate politische Führer verschwanden und so konnte der Fundamentalismus gedeihen. Gründe waren innere Konflikte und feindliche Überfälle von außen, die Reconquista, die Kreuzzüge und der Mongolensturm. Nun lag nicht nur der Okzident, sondern auch der Orient am Boden. Er hat sich bis heute nicht davon erholt.

Zeitenwende
Dann um 1500 endete mit der Renaissance und Reformation die Stagnation in Europa. Erst die Renaissance, also die Überwindung der Dunklen Epoche, war für diesen Kontinent der Startschuss an die Weltspitze. Und dass Europäer nun ein halbes Jahrtausend über den Planeten herrschen konnten, wurde dann auch noch begünstigt durch die Ereignisse im Jahre 1434. Die Portugiesen umsegelten, nach mindestens 15 gescheiterten Versuchen in den Jahren zuvor, das gefürchtete Kap Bojador und brachen nun zu großen Entdeckungsreisen auf. Endlich gelang es den Europäern, jetzt am Ende des Mittelalters, wieder an die Erfolge der antiken Mittelmeerkulturen anzuknüpfen. Denn bereits 2000 Jahre zuvor befuhren phönizische Entdecker sowohl Ost-, als auch Westküste des afrikanischen Kontinents.

Zufällig genau in diesem Jahr (1434) stoppten die Chinesen ihre großen Seefahrten. Einer der ganz großen Wendepunkte der Weltgeschichte. Ihre Dschunken waren nämlich mit Schotten und Gärten erstaunlich fortschrittlich und vor allem um ein vielfaches größer als die Schiffe der Europäer. Die Länge der sogenannten Schatzschiffe soll bis zu 80 Metern, nach anderen Schätzungen (und nach chinesischen Quellen) sogar bis zu 120 Metern betragen haben. Wenn dem so war, wäre die Victoria des Ferdinand Magellan (28m) und die Santa Maria des Christoph Kolumbus (23,6m) nicht einmal so lang gewesen wie die chinesischen Schiffe breit. Riesige chinesische Flotten unter dem Kommando von Admiral Zheng He befuhren den Pazifik, den Indischen Ozean und gelangten sogar bis nach Arabien und Afrika. Zheng He unternahm sieben Reisen. Dabei befehligte er Flotten zwischen 48 und 100 Schiffen mit weit über 20.000 Mann, teilweise sogar bis knapp 30.000 Mann. Dies entspricht der Truppenstärke der spanischen Armada, die über 150 Jahre später in See stach. Die hohen Kosten der Flotte, aber auch Überheblichkeit, die Sicht nur von Barbaren umgeben zu sein, führte allerdings zu einer Selbsteinschließung der chinesischen Kultur. Hochseetaugliche Schiffe wurden versenkt und von nun an verboten. Es zeigt sich, wer den Pfad der Weltoffenheit verlässt, stagniert in seiner Entwicklung. Im 19. Jahrhundert war das Reich der Mitte im relativen Verhältnis sogar so rückständig, dass es von Europäern kolonialisiert wurde. Erst heute nimmt China seine alte Stellung wieder ein. Eine Gesellschaft geprägt durch Konfuzianismus, Daoismus, Buddhismus und schließlich von der europäischen Aufklärung. Ganz ohne dieses starke Entweder-oder in den monotheistischen Teilen der Erde. Wie wären die letzten 500 Jahre wohl ohne christliche Missionierung verlaufen? Aufgrund besonderer gesellschaftlicher Rahmenbedingungen und philosophischer Traditionen konnten Religionen in China seit je her viel deutlicher kritisiert werden als in Europa. Im 18. Jahrhundert war der Laizismus der Chinesen sogar Vorbild für einige europäische Aufklärer. China hat zur modernen Aufklärung zwar nur wenig beigetragen. Doch aufgrund der herausragenden Machtposition dieses Landes im 21. Jahrhundert, wird es eine wichtige Rolle bei der Zukunft dieser Bildungsbewegung spielen. Weiter natürlich auch Japan, Südkorea und südostasiatische Staaten wie Singapur. Dies könnte positive Auswirkungen auf die Menschheit haben, denn die Philosophie und Wissenschaft des Fernen Ostens braucht einen Vergleich nicht zu scheuen. Man darf daran erinnern, dass Konfuzius sogar wenige Jahre vor Sokrates lebte, der ja als Begründer des westlichen Denkens gilt. Die Aufklärung ist schon lange kein rein europäisches Projekt mehr.

Renaissance
Es ist ein historischer Glücksfall, dass vor 500 Jahren Europäer antikes Wissen wiederbelebt haben. Es entstand wieder nach und nach etwas, was man Wissenschaft nennen kann. Bisher unbekannte Kontinente und Zivilisationen wurden entdeckt. Alte Vorstellungen über die Welt zerbrachen. Und demokratische Gedanken feierten ein Comeback. Revolution lag in der Luft.

Zunehmende Geldwirtschaft schwächte den Adel und auch den Klerus, denn es entstand damit eine starke und selbstbewusste Bürgerschaft in den Städten. Dies ließ sich auch schon bei der Deutschen Hanse beobachten. Bürger, die wohlhabend werden und selbstbewusst Einfluss auf Politik nehmen. Der frühe Kapitalismus ist also ein Geburtshelfer der Aufklärung. Denn die als göttlich empfundene Ordnung der Gesellschaft kam ins Wanken. So konnten neue Mächte an Einfluss gewinnen, wie das Bank- und Handelswesen in Venedig, Genua und Mailand, die Fugger in Augsburg und natürlich die Medici in Florenz. Das sind spannende kulturevolutionäre Entwicklungen, die sich in der Geschichte immer wieder finden. In der Antike und selbst im fernen Japan. Dort verlor die Kriegerkaste der Samurai nach und nach ihre Stellung als andere aufgrund ihres durch Handel erwirtschafteten Wohlstands gesellschaftlich aufstiegen. Und es ist auch kein Zufall, dass die große Zeit der Demokratie in Athen auch gleichzeitig die Zeit war, in der die Stadt aufgrund des ersten Attischen Seebundes besonders wohlhabend war. Wohlstand scheint also eine Voraussetzung für Demokratie zu sein.

Das Leben der Oberschicht, nun angeführt von reichen Kaufleuten, veränderte sich und wurde damit Vorbild für andere Bürger. Währenddessen erhöhte sich der Bildungsstand der Oberschicht. Angeregt durch Gedanken antiker Philosophen, die mit Hilfe von Muslimen wieder ihren Weg in die Mitte Europas fanden. Eine Bildungsbewegung breitete sich aus, der Humanismus. Ein früher Vertreter war Francesco Petrarca. Für die Humanisten war die antike Kultur, deren Überreste ja vielerorts noch zu sehen waren, der durch Gotik und Rückständigkeit geprägten Kultur des Nordens überlegen. Für sie sollte sich das Leben nicht nur um einen Gott drehen, an den sie wohl nach wie vor glaubten, doch sie setzten den Menschen in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen. Die Humanisten erhofften sich eine optimale Entfaltung menschlicher Fähigkeiten durch die Verbindung von Tugend und Wissen. Bildung sollte den Menschen befähigen, seine wahre Bestimmung zu erkennen und durch Nachahmung antiker Vorbilder ein klassisches Ideal anzustreben.

Während einer Phase mehrerer republikanischer Experimente in Norditalien kam die Regierung in die Hände einiger weniger mächtiger Familien. Dabei übernimmt die Familie Medici die politische Herrschaft über die Stadt Florenz und bewahrte dabei zumindest nach außen den Anschein einer Republik. Von einer wirklichen Demokratie ist man noch weit entfernt, und doch vollzieht sich eine Revolution. Der Aufstieg des Bürgertums macht dem Adel Konkurrenz. Unter der Führung der Medici erreichten die Europäer in Florenz einen wichtigen Höhepunkt ihrer Kulturgeschichte. Hier schlägt das Herz der Renaissance. Hier verändert sich Kunst, Wissenschaft und Lebensart. Hier beginnt die Moderne. Denn die Medici nutzten ihren Reichtum um zu stiften und zu fördern, natürlich immer im Wettstreit mit anderen einflussreichen Familien. Die Medici besaßen eine Bank, Ländereien, Manufakturen, Handelshäuser, Bergwerke und Minen. Und sie investierten gewinnbringend in den Handel mit Tuchen und Seide. Damit wurde Europas erste große öffentliche Bibliothek finanziert. Doch die Medici waren in erster Linie Mäzene der Kunst. Es sind Künstler, Bauherren und Denker wie Michelangelo, Tizian, Donatello, Orlando di Lasso, Filippo Brunelleschi und Sandro Botticelli, die dieser Epoche ihren Stempel aufdrücken. Doch der größte unter ihnen war wohl Leonardo da Vinci. Der Autodidakt wurde im Laufe seines Lebens zu einem herausragenden Künstler und Universalgelehrten. So baute er, seiner Zeit oft weit voraus, einen Roboter in Löwengestalt, beschäftigte sich mit Anatomie und entwarf sogar Flugmaschinen.

Es wird angenommen, dass die neue sich grundlegend von der des Mittelalters unterscheidente Lebensart neben vielen Einflüssen vielleicht auch von der Pesterfahrung beeinflusst war. Während der großen Pestepidemie im 14. Jahrhundert wurde wohl vieles in Frage gestellt, weil man merkte, dass der Glaube nicht helfen konnte. Und vielleicht wollten viele dann im 15. Jahrhundert einfach das kurze Leben genießen solange sie noch lebendig waren. Zudem scheint die Pest die Entstehung einer Mittelklasse befördert zu haben, weil besonders Menschen am unteren Rand der Gesellschaft dahin gerafft wurden. Mit Sicherheit wissen wir nur dies: Die alte Ordnung sowie alte Erklärungen der Welt wurden hinterfragt. Nun im 15. Jahrhundert entstanden innerhalb weniger Jahrzehnte grandiose Bauwerke, Gemälde, Kunstwerke und Ideen. Es ist die Zeit der Künstler, Mäzene, Entdecker und Gelehrter, aber auch der Exzesse und der harten Machtpolitik. Kunst und Kultur erlebten eine Revolution, Literatur und Wissenschaft setzten ungeahnte Kräfte frei. Es ist die Rückkehr der antiken Polis. Denn schon die Polis war mehr als nur eine freie Stadt, sie stand vielmehr für eine ganz besondere Lebensart. Der Einfluss von Feudalherren verlor an Bedeutung, an ihre Stelle traten immer mehr selbstbewusste freie Städter.

In diesen Jahren erkannte auch der so umstrittene Niccolo Machiavelli, dass Moral in der Politik oft keine Rolle spielte und zog daraus seine Konsequenzen. Das was man dem Volk predigte, wurde von der herrschenden Klasse selbst nicht befolgt. Also riet er, es Cesare Borgia gleich zu tun, weil dieser in der Beurteilung Machiavellis so erfolgreich war. Dem Machterhalt wurde alles andere untergeordnet. Die klare Beschreibung dieser Vorgänge hatte Folgen. Die einen handelten nach seinen Ratschlägen auf Grundlage dieser Feststellung der morallosen Politik. Doch andere wollten die Grundlage, auf der Politik gemacht wird, verändern. Sie beschäftigten sich beispielsweise mit Erasmus von Rotterdam, der über Moral und Selbstreflexion schrieb. Für viele erzwang Machiavellis Werk sogar eine Ethik für politisches Handeln zu entwickeln. Viele viele Jahre später befasste sich selbst Friedrich der Große von Preußen mit diesem Thema und schrieb zusammen mit Voltaire einen Anti-Machiavelli. Dieser Prozess über Jahrhunderte beseitigte dann auch die Idee, man müsse die Gesetze eines strafenden Gottes befolgen und ersetzte sie durch die Philosophie und die Ideale der Humanisten, was letztendlich die Entstehung der Menschenrechte begünstigte.

Die italienischen Stadtstaaten und Seerepubliken der Renaissance verdanken ihre Blütezeit wohl den Kreuzzügen und kurioser Weise auch dem Mongolensturm und den daraus resultierenden neuen Handelsstrukturen. Besonders Erzählungen aus dem fernen Osten müssen Faszination ausgelöst haben. Und man erkannte neue Möglichkeiten. Denn während der Epoche der mongolischen Großreiche gelangten Europäer auf der Seidenstraße nach China. Ein Name ist besonders berühmt, Marco Polo. Obgleich der Wahrheitsgehalt seiner Geschichte umstritten ist, eines ist klar: Berichte aus dem Reich der Mitte gelangten nach Europa. So zum Beispiel auch die für Europäer damals noch völlig verrückt klingende Erfindung des Papiergeldes. Es ist der Handel, der mit seinem ständig zunehmenden Warenstrom und mit immensen Gewinnen für Selbstbewusstsein bei jenen Bürgern sorgt, die durch ihn vermögend werden. Sie können gesellschaftlich aufsteigen ohne dem Adel anzugehören. In ganz Europa kam es nach und nach zu Veränderungen. Auch Flandern war dabei ein Vorbild. Hier profitierte man allerdings wohl mehr von den alten Verbindungen der Deutschen Hanse. Hochgerühmte Zeitgenossen sind hier Künstler wie Jan van Eyck oder Rogier van der Weyden. In Nürnberg, auch eine wichtige Stadt dieser Zeit, sind es Albrecht Dürer und Martin Behaim, der dort den ersten Globus fertigte.

Die Renaissance war ein prachtvolles Zeitalter, vor allem in Florenz. Es heißt, es gab dort mehr Goldschmiede als Bäcker. Es war eben der Wohlstand, der die Moderne überhaupt erst ermöglichte. In Florenz konnten hübsche Frauen damals sogar, erstmals wieder seit der Antike, ihre Körper eingehüllt in feinste Stoffe, einem Kunstwerk gleich, zur Schau stellen. Doch es drohte natürlich nach wie vor Gefahr vom christlichen Glauben. Als gegen Ende des 15. Jahrhunderts Savonarola zu predigen begann, veränderten sich die Zeiten. Dort wo zuvor aufwendig Karneval gefeiert wurde und öffentliche Vorlesungen über Plato standfanden, entzündete der schwarze Prophet nun seine Feuer. In seinem moralisierenden Fanatismus waren die neuen Freiheiten Dekadenz, die ins Verderben führt. Nach seinen Predigten bekamen die Leute Angst um ihr Seelenheil. Solche Einflüsse der Religion hätten die Aufklärung immer wieder beinahe verhindert. Für Savonarola stand der Weltuntergang, das Jüngste Gericht unmittelbar bevor. So wie für viele Prediger in den monotheistisch geprägten Jahrhunderten. Seinen Gottesstaat bekamen vor allem Wohlhabende und Frauen zu spüren. Große Geldsummen wurden erpresst und Frauen wurden auf den Straßen auf ihre Moral kontrolliert. Die Mode der Renaissance war oft freizügig und erotisch. Als neuester Schrei galten sogar raffiniert entblößte Brüste. Doch nun wird den Frauen der Schmuck weggenommen und sie sollten sogar ihr Gesicht verhüllen. Tagtäglich strömten tausende in die Kirchen, wo ihnen Höllenstrafen prophezeit wurden. In seinem Hass wollte Savonarola unter anderem Gotteslästerer, Prostituierte und Homosexuelle regelrecht ausrotten. Florenz sollte ein zweites himmlisches Jerusalem werden, und die strengen Regeln seines Klosters für alle Menschen gelten. Den heidnischen Karneval ließ er verbieten und ersetzte ihn durch ein anders Fest, das Fegefeuer der Eitelkeiten. Dies war der Gipfel des Wahns. Verbrannt wurden Kleider, Schmuck, Spielkarten, Bücher und Kunst. Selbst Sandro Botticelli musste einige seiner Werke verbrennen.

Doch beendet wurde dieses Treiben 1498 noch nicht von aufgeklärten Bürgern, sondern durch die beiden größten Verbrecher ihrer Epoche, weil sie ihre Macht bedroht sahen, von Papst Alexander VI und seinem Sohn Cesare Borgia. Wenige Jahre später bekennt Martin Luther: „Ich verehre Savonarola als einen Heiligen“. Mit ihm betritt ein Mann die Weltbühne, der die Welt verändert. Die Frage allerdings, ob er die Geschichte positiv oder negativ beeinflusste ist heftig umstritten.

Reformation
Martin Luther wollte zu den Wurzeln des Christentums zurückkehren, was dazu führte, dass er die vorhandene Lehre neu interpretierte. Dabei ignorierte er die Errungenschaften seiner Zeit und konzentrierte sich nur auf die Bibel. Für ihn lag Wahrheit nur in der sogenannten heiligen Schrift. Und durch seine Deutung derselben, wird er zum größten Gründer einer Glaubensgemeinschaft seit Mohammed. Es folgte eine religiöse Erneuerung. Der christliche Glaube wurde wieder stärker. Und so waren die Menschen im 16. Jahrhundert gläubiger als im zukunftsweisenden 15. Jahrhundert. Schwierig also die Reformation als Vorstufe der Aufklärung darzustellen, was sehr häufig geschieht.

Luthers Lehre war, anders wie die vorherrschende Meinung, eher finster. Keine Befreiung, sondern eine Rückbesinnung auf den altbekannten christlichen Selbsthass. Obwohl Jesus in der christlichen Glaubensvorstellung ja eigentlich für die Vergebung der Sünden starb, trug die Menschheit für Luther immer noch den Makel der uralten Erbschuld. Und von dieser könne man nur unverdient durch Gottes Gnade geheilt werden. „Das ganze Leben soll Buße sein“ sagt er. Martin Luther befreit die Menschen also nicht von ihrer Angst, im Gegenteil sie bleibt ständiger Begleiter. Der Mensch ist für ihn „ein Stück Scheiße“. Auffällig dabei ist auch seine Ausdrucksweise, die heute oft als volksnah gefeiert wird. Hass gegen sich selbst ist für ihn wahre Herzensbuße. Da Luther an ein nahes Weltende glaubt, will er die Menschen dem Willen seines Gottes völlig unterwerfen.

Immer wieder hat er Angst vor dem Teufel. Und mit zunehmendem Alter wird er verbittert zu einem paranoiden Judenhasser. Er kann ihnen vor allem nicht verzeihen, dass sie weiterhin Juden bleiben wollten, obwohl er ihnen doch erklärte was geschrieben stünde. Er verleumdete sie als Gottesmörder, wollte ihnen den Besitz nehmen und ihre Häuser abbrennen. 400 Jahre später konnten in Hitlers Reich Lutherzitate unverändert in die Propaganda übernommen werden. Weiter lehnt er auch zwei Grundlagen der Marktwirtschaft ab, was bis heute nachwirkt. Die Finanzierung von Geschäften mittels Kredit und die freie Bildung von Preisen am Markt. Dies ist für ihn Teufelswerk. Und in einer Art frühen Verschwörungstheorie bringt er die verhassten Juden damit in Verbindung. Von Historikern wird deshalb immer wieder die Frage diskutiert, wie groß Luthers Anteil sei an der Entstehung von Kapitalismuskritik. Skeptische Denker, wie den Humanisten Erasmus von Rotterdam, hat er auch beschimpft. Luther misstraute der Vernunft der Humanisten, die er als „des Teufels Hure“ bezeichnete. Sein junger Mitstreiter Philipp Melanchthon äußerte sich anders. Für ihn war klassisch-humanistische Bildung für evangelische Theologen unerlässlich. Melanchthon hat auch einiges beigetragen zur Entstehung des neuzeitlichen Bildungswesens. Doch die starke Bibelverehrung der Reformatoren bremste den Fortschritt. Martin Luther war also kein Befreier, sein Glaube war engstirnig, und doch könnte er zum Erfolg der Aufklärung beigetragen haben.

Denn wo viele viele vor ihm scheiterten, nicht zuletzt Jan Hus (1415 Scheiterhaufen), gelang es Luther ab 1517 in einer breiten Öffentlichkeit kirchliche Praktiken und schließlich die Kirche selbst in Frage zu stellen. Luther konnte sich von den schweren Ketten des Vatikans lösen und trug somit wohl dazu bei die kommende Aufklärung überhaupt erst zu ermöglichen. Doch dies bleibt eine Streitfrage. Harvard-Professor und Lutherbiograph Richard Marius schrieb sogar, Martin Luther war „eine Katastrophe für die westliche Zivilisation“. Doch eines ist sicher: Er brach das Monopol der katholischen Kirche. Die Legitimation des Papstes wurde hinterfragt und seine Macht nicht mehr wie selbstverständlich akzeptiert. Nach Luther konnten schneller und im größeren Maßstab neue Lehrmeinungen entstehen als vorher. Und da diese nicht mehr unterdrückt werden konnten, erzwangen die blutigen Konflikte irgendwann einen Politikwechsel. Die vernünftige Haltung Toleranz walten zu lassen, die religiösen Ansichten des anderen als Privatsache zu akzeptieren und schließlich sogar die Idee Religion und Staat zu trennen, konnte sich ja nur durchsetzen, weil es irgendwann gar nicht mehr anders ging, wenn man nicht ständige Kriege führen wollte. Es klingt zynisch, und ist doch richtig. Denn die Religionskriege in Europa wären fortgesetzt worden, wäre irgendeine Seite noch der Überzeugung gewesen stark genug zu sein die anderen zu besiegen. Doch warum waren Martin Luthers Reformationsanstrengungen überhaupt so erfolgreich? Er war ja nicht der erste, der die Kirche kritisierte.

Erstens der Zustand der Kirche jener Zeit. Sie verlor damals durch ihre erhebliche Korruption, offensichtlicher Doppelmoral, ständigen Machtkämpfen und innerer Spaltung, zeitweise gab es sogar bis zu drei Päpste gleichzeitig, mittlerweile ohnehin schon längst jegliche Glaubwürdigkeit. Und der Borgia-Papst Alexander VI hat schließlich auch noch dafür gesorgt, dass viele der mächtigen Renaissance-Herrscher zunehmend Gegner des Papsttums wurden. Denn der Spanier hatte das Papstamt aus der italienischen Klüngelei geholt und wieder einflussreich gemacht. Diese Macht ging sogar so weit, dass er festlegen konnte welchen Teil der Erde die Portugiesen und welchen die Spanier kolonisieren durften. Doch nicht nur, dass dieser Einfluss den Fürsten missfiel, Alexander VI machte es Kirchenkritikern besonders leicht, weil er seine mafiösen Exzesse in ein ungekanntes Extrem führte.

Zweitens der Petersdom und Luthers Beschützer. Als Papst Leo X für den Bau einer neuen riesigen Kirche Geld brauchte, schickte er Ablassverkäufer übers Land. Das waren Mönche, die als Drücker mit Heilszertifikaten handelten. Damit sollte man sich sein Seelenheil erkaufen, sowie das von verstorbenen Angehörigen, um die Zeit im Fegefeuer zu verkürzen. Nur selten in der Geschichte wurden Untertanen so zynisch an der Nase herum geführt von Herren, die oft selbst nicht an diese Lehre glaubten. Dabei sahen viele Landesherren nicht gern, dass in der Folge so viel Geld ihre Länder verließ. Und so wurde vereinbart die Fürsten und Erzbischöfe am Profit zu beteiligen. Mit Friedrich (genannt der Weise) von Sachsen gab es eine solche Vereinbarung nicht. Woraufhin er den Ablasshandel verbot. So stellte sich Tetzel, ein Dominikanermönch, praktisch auf die sächsische Landesgrenze um mit dem Spruch „Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt“ für seinen Herren und den Papst Geld einzusammeln. Als Martin Luther sich in Wittenberg gegen diese Praxis aussprach, wurde er schließlich von seinem Landesherrn unterstützt. Diese Unterstützung hielt die nächsten Jahre an und rettete Luther auch wohl mehrfach das Leben. Dass dabei auch der Einfluss des Kaisers auf Sachsen zurückgedrängt wurde, war für den Fürsten sicher auch ein Grund. Der Petersdom ist also ein Auslöser für die Reformation. In diesem Projekt verbinden sich die Errungenschaften der Renaissance mit einem alten Minderwertigkeitskomplex der Westkirche der Ostkirche gegenüber. Schon zu Zeiten der Römer war der Ostteil des Imperiums der reichere. So verwundert es nicht, dass die größte Kirche des Mittelalters im 6. Jahrhundert in Konstantinopel errichtet wurde. Sie bot den größten Innenraum der Welt. Nun im 16. und 17. Jahrhundert, also 1000 Jahre später, soll die Hagia Sophia endlich übertroffen werden.

Buchdruck. Der dritte Grund für Luthers Erfolg. Bereits im 8. Jahrhundert in Ostasien erfunden, kam Mitte des 15. Jahrhunderts davon unabhängig auch Johannes Guttenberg auf diese Idee. Der Buchdruck ermöglichte erstmals die massenhafte Verbreitung von Wissen, Nachrichten und Meinungen frei von Kontrolle durch Kirche und Obrigkeit, was langfristig zu massiven gesellschaftlichen Umwälzungen führte. Die Erfindung gilt daher als fundamentaler historischer Einschnitt mit tiefgreifenden gesellschaftlichen und kulturellen Auswirkungen. Der Einfluss auf die Zeitenwende wird allerdings oft übertrieben. Ganz so als wäre mit dem Buchdruck auch das Buch selbst erfunden worden. Fakt ist jedenfalls, dass Luthers Reformation damit entscheidend vorangetrieben wurde.

Und der vierte und letzte wichtige Grund warum Luthers Reformation so erfolgreich war, ist die Weltpolitik, besonders die Bedrohung Westeuropas durch die Türken. Kaiser Karl V, römisch-deutscher Kaiser und König von Spanien hatte mächtige Rivalen, wie den König von Frankreich und den Sultan des Osmanischen Reiches. Er befand sich in einem zähen Krieg mit einer Allianz unter der Führung Frankreichs. Und 1527 kümmerten sich einige seiner außer Kontrolle geratenen Söldner um den außer Kontrolle geratenen Papst, dabei wurde Rom geplündert. 1529 folgte die Belagerung Wiens durch die Türken. Wien war damals die Hauptstadt des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Und sie wurde belagert von Sultan Süleyman, genannt der Prächtige. Sein Einflussbereich reichte von der Donau über Nordafrika bis zum Persischen Golf. Die über 100.000 technisch überlegenen Türken errichteten ein Feldlager, das die Größe der belagerten Stadt mehrfach überstieg. Wäre damals der eigentlich wahrscheinlichere Fall eingetreten, so wäre Mitteleuropa danach vielleicht weder evangelisch noch katholisch geworden, sondern muslimisch. Dem Sultan und seinem Heer setzten jedoch das feuchte Wetter und ein ungewöhnlich früher Wintereinbruch zu. So dass er sich mit der Machtdemonstration begnügte. Erst mit dem Ausgang der zweiten großen Türkenbelagerung war die Bedrohung durch die Türken beendet. Erst 1683, also 150 Jahre später kamen die berühmten polnischen Reiter zur Hilfe. Bei dieser weltpolitischen Lage war die Bekämpfung der Reformationsbewegung natürlich nicht sofort die oberste Priorität. Die Zeit war also günstig und die Protestanten konnten die Chance nutzen. Die Macht der katholischen Kirche bröckelte.

Der Glaube radikalisierte sich währenddessen in einigen Bewegungen. So wurde Calvin in Genf zu einer Art Ayatollah. Bemerkenswert: Sein starker Schicksalsglaube und seine Annahme der Wohlstand würde sich so verteilen, wie Gott das wolle förderte in den Ländern, die von seiner Lehre beeinflusst sind die Entstehung eines Kapitalismus, der weniger sozial ist als anderswo. Meist konzentrierte man sich damals aber verstärkt auf Formulierungen in der Bibel. Man wurde "schriftgläubig". Einige wenige dachten aber auch, wenn man die Kirche hinterfragen kann und darf, dann vielleicht auch alles andere. Dies sind kleine Keime der kommenden Aufklärung. Aber die Mühlen der Zeit drehen sich langsam. Bauernaufstände und das Wirken Thomas Müntzers waren erste Anzeichen kommender Revolutionen. Doch in der Zwischenzeit meldete sich nochmal die katholische Kirche in einer Art Induktionsreaktion mit Gegenreformation und vor allem mit Inquisition schrecklicher zurück als jemals zuvor. Und prächtiger als jemals zuvor. Der Petersdom wurde gebaut. Ein Glanz, der alles zu überstrahlen scheint und von dem sich der tiefgläubige Katholik auch heute noch gerne blenden lässt. Denn die prunkbeladenen Gebäude stehen noch heute. Doch die Schreie aus den Folterkellern der Inquisition kann heute niemand mehr hören. Mit welcher Härte und Grausamkeit die Kirche dort als Kläger, Verteidiger und Richter auftrat ist heute nur noch schwer vorstellbar. Die Verbrecher erinnern mit ihrem massenhaften systematischen Mord und ihrer überheblichen gnadenlosen Kälte an Nazi-Schergen. Und da es ausgerechnet streng katholische Mächte waren, die zu dieser Zeit Kolonien in aller Welt errichteten, hatten Menschen fast überall auf der Erde unter diesem Fanatismus zu leiden.

Die Zwischenphase
1642 kam es zum englischen Bürgerkrieg. Dabei prallten religiöse Gegensätze, aber vor allem die Standpunkte des Königs und des Unterhauses aufeinander. An dessen Ende verlor König Karl I seinen Kopf. Dies wird oft als frühes Vorzeichen der neuen Zeit gewertet. Die Monarchie wurde zeitweilig abgeschafft und das „Commonwealth of England“ entstand, die englische Republik von 1649-1660. Oliver Cromwell herrschte nun ähnlich wie Napoleon Bonaparte 150 Jahre später als modernisierender Militärdiktator. Er war bestrebt in England, Schottland und Irland dauerhaft eine Republik zu errichten. Allerdings war er sehr gläubig und unterschied sich damit deutlich vom erwähnten Franzosen. Oliver Cromwell richtete sich in seinem Ziel, einen fortschrittlichen, aber auch frommen Staat zu errichten sogar gegen fast alles was Vergnügen bereitet. Er bekämpfte also damit sogar den Fortschritt. Selbst die von William Shakespeare geprägte Hochzeit des englischen Theaters kam nun zu einem Ende. Zudem jagte er gezielt Katholiken, und er hat brutale Eroberungskriege in Schottland, aber vor allem in Irland zu verantworten. Die Kehrseite, seiner oft hoch gerühmten Regierungszeit. Sie zeigt Fortschritt und Frömmigkeit passen nicht zusammen.

Dem Parlamentarismus aber hat er einen großen Dienst erwiesen. Trotz Rückkehr der Monarchie hat die englische Republik die Geschichte entscheidend beeinflusst. Denn dieses Experiment des Lordprotektors Cromwell zeigte den Europäern nämlich eines ganz deutlich: Es geht auch ohne die Führung von Klerus und Adel. Eine demokratische Urerfahrung. Auch wenn die englische Republik natürlich eher eine Militärdiktatur war. Die zeitgleich zunächst ähnlichen Entwicklungen in Frankreich wurden unterdrückt. Wie in England begannen auch hier die Auseinandersetzungen mit Kriegssteuern und der Forderung nach mehr Mitsprache. Doch Kardinal Richelieu und nach ihm Kardinal Mazarin regierten Frankreich mit harter Hand. Sie konzentrierten die Macht immer mehr auf eine einzige Person. Und so konnte später Ludwig XIV in der Folgezeit als absoluter Herrscher in seiner sehr langen Regierungszeit Frankreich zur führenden Macht des Kontinents ausbauen. Er war gut vorbereitet und nahm die Politik und die dazugehörige Verantwortung sehr ernst. Das war alles andere als selbstverständlich zu jener Zeit. Er schwächte den Adel, indem er die Adeligen lieber zu Mitgliedern seines Hofes als zu regionalen Provinzherrschern machte. Er reformierte das Land. Er wollte Ordnung in den staatlichen Strukturen Frankreichs herstellen. Die Bürokratie wurde neu organisiert, die Korruption bekämpft und das Land bekam ein effektiveres Steuersystem. Doch besonders die Wirtschaft erlebte einen Aufschwung, durch mehr Freihandel im Inneren und die Konzentration auf Export nach außen. Besonders die französische Luxusindustrie wurde bald führend in Europa. So konnte sich Ludwig XIV auch den massiven Ausbau der Flotte und der Armee leisten.

Er hielt mehrere 100.000 Mann unter Waffen, ein gigantisches Heer. Und er hatte zeitweise eine der größten Flotten seiner Zeit. Die Stärke und Kriegstechnik der französischen Armee war schnell jeder anderen überlegen. So konnte er die führende Position unter den europäischen Mächten erkämpfen, sein Kolonialreich erweitern und sogar die Macht des Papstes auf seinem Gebiet praktisch auflösen. Ludwig XIV schätzte hohe Bildung und seine Kenntnisse in Politik und Geschichte waren gefürchtet. Literatur, Kunst und Wissenschaft wurden gefördert und zahlreiche Akademien gegründet. Er war ein äußerst erfolgreicher Herrscher. Selbst nach den besonderen Belastungen, die aufgrund des Spanischen Erbfolgekrieges entstanden sind, konnte sich die Wirtschaft schnell wieder erholen und wuchs sogar in erheblichen Maße weiter. Durch Einsparungen, weiteren Finanzreformen und gezielter Förderung der Wirtschaft. Ludwigs Nachfolger erwiesen sich später in ähnlichen Situationen als gänzlich unfähig, woraufhin die Französische Revolution ausbrechen konnte. Frankreich wurde mit Ludwig XIV der mächtigste Staat und kulturelles Zentrum Europas. Wer also behaupten möchte Frankreich hatte Glück mit diesem Mann hat durchaus gute Argumente vorzubringen. Französisch diente lange als Sprache des guten Geschmacks, ähnlich wie Englisch später zur globalen Wirtschaftssprache wurde. Im 18. Jahrhundert sprach sogar der russische Adel eher Französisch als Russisch. Das französische Volk war nach den Holländern das wohlhabendste Europas geworden. Und mit 20 Millionen Einwohnern war Frankreich sogar mit Abstand das bevölkerungsreichste. Paris wuchs sprunghaft und es lebten dort durch Ludwigs Förderung etwa 20 Prozent der gesamten intellektuellen Elite des Kontinents. Wegen religiöser Intoleranz des Monarchen, hoher Steuerlast und nach wie vor großer sozialer Ungleichheit wird Ludwig XIV von Historikern allerdings äußerst unterschiedlich bewertet. Und die Frage welche Art von Regierungsform in Zukunft mit größerer Wahrscheinlichkeit Fortschritt bringt, konnte man zu seiner Zeit nur schwer mit Demokratie beantworten. Doch besonders das deutschsprachige Mitteleuropa hatte damals ohnehin ganz andere Sorgen. Die deutschen Länder lagen nach Hexenwahn und 30jährigen Krieg (1618-1648) am Boden.

Der endlos erscheinende Krieg, in dem sich religiöse mit anderen Auseinandersetzungen mischten, inmitten des Kontinents, brachte massenhaft den Tod. Manche Landesteile wurden sogar völlig entvölkert. Die Lebenserwartung war äußerst gering. Und als wäre das nicht schlimm genug, fielen in dieser Epoche auch noch tausende dem Hexenwahn zum Opfer. Ein Wahn, der nur auf dem Boden religiöser Dummheit gedeihen konnte. Dieser Fanatismus zusammen mit Seuchen, Hungersnöten, sowie der Verrohung während des 30jährigen Krieges senkte das ohnehin schon niedrige Bildungsniveau noch weiter ab. Fundamentalismus von Seiten der Katholiken als auch der Protestanten war dafür verantwortlich. So haben auch Johannes Calvin und Martin Luther die Verfolgung und Hinrichtung von Hexen befürwortet. Sie beriefen sich auf die Bibel: „Denn die Zauberer sollst du nicht am Leben lassen.“ (Exodus 22,17). Wichtiger Wortführer der Protestanten war während des Hexenwahns Pastor Heinrich Rimphoff. Die Reformation hat, wie schon erwähnt, von Anfang an radikale Bewegungen hervorgebracht, weil eben nicht die Kirche das große Problem ist, sondern der Inhalt der christlichen Lehre selbst, sowie die Leichtgläubigkeit der Menschen. Der Mensch scheint von Natur aus Autoritäten zu kopieren. Das ist wichtig für die Weitergabe von Information an die jeweils nächste Generation. Wir lernen so beispielsweise das Sprechen. Doch der Mensch übernimmt auch allzu bereitwillig gefährliches Gedankengut. Besonders wenn er unfrei ist und Gehorsam in seiner Gesellschaft eine große Rolle spielt. Zur Zeit der Hexenverfolgung waren viele Menschen aufgrund der historischen Umwälzungen in ihrem religiösen Glauben verunsichert, radikalisiert und darüber hinaus auch noch empfänglich für weitere unsinnige Ideen. Die Menschen hatten große Angst vor Dämonen, Wetterzauber, Krankheitszauber, Hexen, die Unzucht mit dem Teufel betrieben und Kinder ersäufen, höllischen Wölfen und böser Magie aller Art. Den der Hexerei angeklagten Opfern wurde unvorstellbares Leid zugefügt. Sie wurden europaweit in schockierend großer Zahl äußerst brutal gefoltert und schließlich lebendig verbrannt. Und begleitet wurde dies auch noch durch unglaublich groteske Kanzelreden, die teilweise schriftlich festgehalten und somit bis heute erhalten wurden. Die Literatur lässt jeden Leser erschaudern.

Die Kirche zeigte in dieser brutalen, religiös aufgeladenen Zwischenphase von Renaissance und Aufklärung ein ambivalentes Bild. Sie verschärfte vielerorts Konflikte und bremste weiterhin den kulturellen Wiederaufstieg des Kontinents, und auf der anderen Seite war sie oft selbst schockiert vom Agieren religiös übermotivierter Untertanen. Einige Angehörige der Kirche öffneten sich sogar für Wissenschaft. Besonders Jesuiten machten nun von sich Reden. Einige von ihnen gehörten zu den gebildetsten Menschen jener Zeit. Sie waren zunächst ein wichtiger Träger der Gegenreformation, doch sie konzentrierten sich bald auf Missionierung in aller Welt. In China sind sie weitgehend gescheitert, doch sie konnten zu Ansehen gelangen, besonders als Kartographen und durch ihre mathematisch-technischen Kenntnisse. Berühmt sind ihre Voraussagen von Sonnen- und Mondfinsternissen. Das konnten Chinesen zwar auch, doch nicht so präzise. Die kulturelle Entwicklung Chinas stagnierte eben während Europa gerade seine Renaissance erlebte. Das kam nun den Jesuiten zugute. Der Hauptverantwortliche für die Vorhersagen, Adam Schall von Bell, stand mit dem Protestanten und großen Mathematiker Johannes Kepler in Kontakt. Seine Rudolfinischen Tafeln halfen Schall bei seinen Kalenderarbeiten. 1634 baute er in Peking das erste galileische Fernrohr, baute Kanonen für den Kaiser und wurde Präsident des astronomischen Instituts. Später wurde er sogar einer der wichtigsten Berater des ersten Mandschu-Kaisers Shunzhi, der ihn zum Mandarin 1. Klasse und 1. Grades beförderte. Die Jesuiten bekamen aber Probleme mit dem Vatikan. Sie genossen in der Ferne einige Freiheiten, doch dies hielt nicht lange an. Und auch die Chinesen begriffen irgendwann was die Jesuiten mit ihrer Missionierung eigentlich vorhatten und verdrängten sie schließlich von ihrem Hof. Als größter Gelehrter unter den Jesuiten gilt Athanasius Kircher. Er lebte die meiste Zeit in Rom und veröffentlichte eine große Zahl von Werken über ein weites Spektrum von Themen. So schlug er beispielsweise eine universelle Plansprache vor und er erkannte den Einfluss von „kleinen Wesen“ bei der Verbreitung von Krankheiten. Er gilt als der erste, der Krankheitserreger auf diese Weise beschrieb, da der Römer Marcus Terentius Varro, und seine Gedanken aus dem ersten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, in Vergessenheit geriet. Trotzdem eine große Leistung. Kirchers Mikroskop jedoch ist von Galileo Galilei und von Niederländern übernommen. Er war ohne Zweifel ein gebildeter Mann, der einige Vorarbeit leistete für andere, die nach ihm kamen. Sein Werk wird aber insgesamt überschätzt. Da er sich nicht spezialisierte, blieb er bei nahezu allen Themen eher Dilettant und kratzte nur an der Oberfläche. Zudem war es für ihn undenkbar der Lehrmeinung der Kirche zu widersprechen. Sein Zeitgenosse René Descartes nannte Kircher „mehr Quacksalber als Gelehrten“. Wer aber wohl zu wenig Aufmerksamkeit bekam, ist Ferdinand Verbiest. Er hat um 1670 in China möglicherweise das erste aus eigener Kraft selbstfahrende Fahrzeugmodell erfunden. Die Jesuiten haben ihre Verdienste, besonders beim interkulturellen Austausch. So fand die Lehre des Konfuzius nach über 2000 Jahren ihren Weg auch in den Westen. Europa erfuhr immer wieder Neues vom Reich der Mitte. Dies hatte nachhaltigen Einfluss auf die Weltsicht der Aufklärung, besonders auf Leibnitz. An vielen europäischen Höfen war man nun fasziniert von allem chinesischen. Wahr ist aber auch ihre andere Seite. Jesuiten waren harte Gegenreformatoren und sie zählten im folgenden Jahrhundert zu den größten Sklavenhaltern Südamerikas.

Die wirklich großen Köpfe dieser Zeit, kurz bevor die ersten Denker der Aufklärung die Weltbühne betraten, waren Männer, wie: Giordano Bruno, der in seinen Thesen unter anderem keinen Raum für ein Jenseits ließ, sowohl eine Schöpfung als auch ein jüngstes Gericht ausschloss, und behauptete das Universum sei unendlich viel größer als angenommen. Galileo Galilei, der unter anderem Argumente für das 100 Jahre zuvor von Nikolaus Kopernikus erdachte heliozentrische Weltbild lieferte und bahnbrechende Entdeckungen auf mehreren Gebieten der Naturwissenschaften machte. Und Johannes Kepler, der erkannte, dass die Planeten auf elliptischen Bahnen um die Sonne ziehen. Giordano Bruno musste immer wieder fliehen und wurde im Jahre 1600 für seine Ideen verbrannt. Galileo Galilei konnte diesem Schicksal entkommen. Und Johannes Kepler stieß auf erbitterten Widerstand. Interessant ist, dass die europäische Philosophie, Literatur und Wissenschaft zu dieser Zeit zunehmend erwachsen wurde. Von einer Epoche der Wiederentdeckungen bewegte sich die Geschichte hin zu einer Epoche der Neuentdeckungen. Dabei klammerte man sich auch nicht mehr so fest an das Idealbild, was man sich von der Antike gemacht hatte. Deutlich wird das beispielsweise bei der Kritik an Aristoteles durch Giordano Bruno oder Galileo Galilei. Und eine Frontlinie der neuen Zeit zeichnete sich ab, Wissenschaft und Religion werden Gegner sein.

Im 17. Jahrhundert kämpften indes England und die Niederlande, mit wechselnden Bündnissen mit Ludwig XIV von Frankreich, um die Vorherrschaft auf den Weltmeeren, in denen Ihre Flotten mehrfach in großen Schlachten aufeinander trafen. Das kleine Holland war damals eine starke Großmacht, was auf den ersten Blick verwundert. Doch dafür gibt es entscheidende Gründe, die uns noch heute eine Lehre sein können. Eine spannende historische Entwicklung. Der nördliche Teil der Niederlande konnte sich gegen Spanien behaupten. Er organisierte sich als föderale Republik. Als Folge der Auseinandersetzungen fehlte dann nicht nur ein König. Es fand sich sogar kaum noch Geburtsadel oder Klerus im Land. Börse und Bankwesen zog Kapital aus ganz Europa an. Die Niederländer profitierten vom im Westfälischen Frieden beschlossenen Freihandel und dominierten schließlich den Welthandel. Um 1670 verfügte die R

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24.05.2016 16:00

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